Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 5 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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— 225 der Phplakterien dispensirt. Am merkwürdigsten ist in dieser Rückficht die Bestimmung der Mechiltha. Dieselbe begleitet nämlich die Worte der Thora: ״Und es sei dir zum Wahrzeichen an deiner Hand und zum Denkmal zwischen deinen Angen, damit die Lehre Gottes sei in deinem Munde (2. B. M. 13, 9.)" mit folgender Erläuterung: Aus diesen Worten schließen die Gesetzeslehrer, daß wer die Th'philin anlegt, so verdienstlich handle, wie der in der Thora liest. Wer wirklich in der Thora liest, ist daher nicht verpflichtet, die Th'philin anzulegeu (Mech. zur St. B , 17. T. O. CH. 38). R. Samuel Jbn Chofni ha-Kohen, welcher im 11. Jahrhundert Gaon zu Sura war, erklärt zwar diese Bestimmung für obsolet, indem er sich auf seine älteren Zeitgenossen beruft, die trotz ihrer Beschäftigung mit der Thora das Th'philin- Gebot für verpflichtend gehalten haben. A. Isaak b. Abba- Mare aus Marseille (12. Jahrh.) legt aber auf diese Berufung nicht das geringste Gewicht. Die Autoritäten — sagt er — auf die sich Jbn Chofni beruft, lagen bloß dem Studium des Thalmnds ob, während die Mechiltha nur das Studium der Thora mit der dispensirenden Kraft bekleidet (T. O. CHdas. Vgl. die Glossat.). Die Kenntniß dieser Thatsachen ist für den froinmen Jsraeliten, der gewohnt ist, die äußeren Religionspflichten pünktlich zu üben, durchaus nicht beirrend; dagegen ist dieselbe für die religionsgeschichtliche Einsicht höchst anziehend und interessant. Auf das Schriftwort gestüzt, sieht die Mechiltha in den Th'philin ein Denkzeichen, das an Gottes Gesetz erinnern soll; sie schließt hieraus mit aller Unbefangenheit: ״Während du dich in das Gesetz selber vertiefst, ist dir das Zeichen entbehrlich, da die Erinnerung an dasselbe nicht erst in dir geweckt zu werden braucht". (S. Bes. Rosch Nro. 21 und T. O. CH. 38. die Verhandlung über die zum Gebrauche der Phyl. gehörende Kapacität). Wer könnte hier den Geist lebendiger, von gedankenloser Werkheiligkeit weit entfernter Religiosität verkennen? — Bezeichnend für die alte Praxis ist es auch, daß R. Jochanan ben Nafcha, der vielfach gefeierte Schüler R. Jehuda's I. des Patriarchen,׳ ans diätetischen Rücksichten, — sein Kopf konnte nämlich die rauhe Luft nicht ertragen, — während des Winters die Hauptphplakterien gar nicht anlegte Ben-duuMja m I. 15