Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 5 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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— 219 — 3. An allen vier Stellen kommt das Wort!אור und zweimal וכרון vor. Nun bedeutet aber אווז, wo es in der Schrift vorkommt, ein gegebenes, sichtbares Zeichen, das entweder zur Bewahrheitung einer vorher verkündeten Thatsache oder Lehre, oder zur Erinnerung dienen soll. Wenn also das ganze Gebot nur bildlich zu verstehen wäre, wie könnte es als ״Zeichen" angesehen werden? Die ganze Phrase enthielte einen logischen Zirkel; denn einerseits soll ja das der bildliche Ausdruck bedeuten, daß wir uns die Lehren einprägen, und andererseits soll diese bildliche Einprägnng hinwieder als Erinnerungszeichen dienen! Dasselbe läßt sich von זכרון sagen. 4. Wen» sich kein ähnliches mosaisches Gebot mehr vorfände, das da befiehlt, etwas Ausgeschriebenes an sich zum Denkzeichen zu tragen, so wäre dies, wenn auch noch immer kein genügender Grund, aber doch ein Anhaltspunkt, es an der einen Stelle, wo es Vorkommen soll, bildlich auszufaffen. Allein dieses Gebot steht gar nicht so vereinzelt da, wie es scheint. Unter den Vorschriften für die Anfertigung der Kleider für den Hohenpriester finden wir ein ganz ähnliches, und in einer Ansdrncksweise, die keinen Zweifel gestattet, daß es buchstäblich zu nehmen ist. In den Steinen des Efod und Choschen waren die Namen der Stämme, im ציץ ein großer Satz eingegraben. Dort wie hier am Kopfe und Arme zu tragen; dort wie hier findet sich derselbe Ausdruck זכרון zweimal. Erodus 25, 12. 29. Daß dort die eingeschriebene Devise eine andere war, ist natürlich, weil sie dort einen andern Zweck hatte. — Wenn nun der Hohepriester an seinen Kleidern die Namen der zwölf Stämme Israels und das 'קרש לה als Mahn- und Denkzeichen seines hohen Berufes: die Vertretung und Heiligung seines Volkes, zu tragen hatte, warum sollte nicht auch jeder Israelit das geschrieben an sich zu tragen haben, was ihm täglich und stündlich seinen hohen Beruf vergegenwärtigen kann? — Wie wir weiter sehen werden, war es auch wirklich im altjüdischen Volksleben Sitte, vielleicht durch das Gebot der Th'philin veranlaßt, irgend einen wichtigen Spruch auf die stets mit sich geführte Schreibtafel zu schreiben, um ihn ohne Unterlaß vor Augen zu haben.