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Ben Chananja · 1858-01-01 · 5 (1858) · p. Seite 218

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
5 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 218 (sequence 26)
Language
German
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— 218 — in Abrede stellt, wird nicht als זקן ממרא behandelt, weil in diesem Falle weder eine subjektive Meinung gegen die Majorität, noch ein Widerspruch gegen die anerkannte Tradition zur Geltung kommen will, sondern gröbliches Verkennen des einfachen Schrift- Wortes, das sich von selbst widerlegt und daher von Niemandem acceptirt wird. Beweis genug, daß die Mischna für die bildliche Auffassung der bezüglichen Verse — denn das ist wahrscheinlich in dem אין חפלין מן התורה gemeint — nicht den entferntesten An- Haltpunkt fand, und deren Widerlegung dem Sprachgefühle überlassen konnte. Und wir glauben mit vollem Rechte. Denn gegen diese Ansicht lassen sich vier Einwendungen, drei von rein sprachlichem Standpunkte aus, erheben. 1. Ist es nicht denkbar, daß der Pentateuch sich eines und desselben bildlichen Ausdruckes viermal, und je zweimal beinahe unmittelbar nach einander, bedienen würde. Aehnliches verstößt gegen die ästhetischen Gesetze der Sprache und ist im Pentateuch ohne Beispiel. Auch in den andern Theilen der Schrift sind Wiederholungen der Art äußerst selten; und wo sie sich dennoch, wie in den Psalmen und Sprüchen, vorfinden, hat die Kritik darauf zu antworten. Gerade umgekehrt. Ans der Wiederholung sind wir berechtigt zu schließen, daß die Schrift damit ein konkretes Gebot vor Augen habe, das sie nun, der Wichtigkeit und tiefem Bedeutnng wegen, die sie ihm beilegt, wiederholt, wie wir dies bei andem, gleich wichtigen Geboten wieder finden. 2. Das zweimal darauf folgende מזזות ביתך bv וכתבתם ובשעריך beweist, daß das vorhergehende וקשרתם auch buchstäblich zu verstehen sei. Denn auch dieses im bildlichen Sinne zu nehmen, wie dies Aben Esra ErodnS 13, 9. konsequenter Weise verlangt, wäre nicht nur ohne Parallelstelle in der Schrift, sondern auch eine höchst gewagte und unnatürliche Metapher. Es hieße soviel, als wenn Jemand sagen würde: Präge meine Worte den Mauern deines HanseS ein! Zudem finden wir ja beim ססח מצרים ausdrücklich anbefohlen, an die Thüre ein Deukzeichcn zu machen, woran vielleicht die spätere Mesusa erinnern soll. Keineswegs aber ist es denkbar, dieses Gebot bildlich auffassen zu dürfen, und daher auch Th'philin nicht.

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