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Ben Chananja · 1858-01-01 · 5 (1858) · p. Seite 217

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
5 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 217 (sequence 25)
Language
German
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217 — göttlichen Willens *) (Ber. 14. b, 15. a). Wer aber — heißt es ferner daselbst — das Schema liest, und die Th'philin nicht anlegt, legt vor Gott ein Geständniß ab, das er in demselben Momente Lügen strafta). Allein so sehr auch jene der Tradition widersprechende Erklärung dem Freimuth R. Samuel's zur Ehre gereicht, und zur noch größern seinem Zeitalter und dem Jndenthnme überhaupt, das die Freiheit der Meinungsäußerung in der uneingeschränktesten Weise seinen Bekennern gestattete; so erfreulich es ist, daß der Autor dieser Meinung, ein Heros in der thalmudtschen Literatur, somit den Beweis lieferte, daß tiefes Eingehen in die Halacha stch mit der freisinnigsten und unabhängigsten Sprachforschung sehr gut verträgt: so dürften sich dennoch gegründete Bedenken gegen diese Interpretation erheben lassen. Eine Untersuchung hierüber dürfte das Interesse des Lesers in Anspruch zu nehmen verdienen. Denn einmal ist es schon an und für sich von höchster Wichtigkeit, den ursprünglichen Sinn des göttlichen Wortes zu erforschen, und dann handelt es sich hier um ein täglich anszuübendes Gebot von tiefster Bedeutung. Daß die Mischna (die doch auch den עומק פשוטו של מקרא kannte), in dem ursprünglichen Sinn der betreffenden Bibelstellen das Gebot der Th'philin erblickte, und, für eine andere Auffassung gar keinen Raum sindend, der Tradition lediglich die Form derselben zuwies, geht am unzweideutigsten aus Tr. Synhedrion 88, b. hervor, wo es heißt: חאמר אין תפלין כרי לעבר על רברי תורה פטור d. h. ein Synedrial-Mitglied, das das Gebot der Th'philin '1 Interessant nnd bezeichnend zugleich ist die in Tr. Gittiu 40, a. vorkommende, auch zur Halacha erhobene Deeiston, daß, wenn ein Herr seinem Sklaven die Th'philin anlegte, er ihn damit auf's Judenthum verpflichtet und 60 ipso die Freiheit geschenkt habe; desgleichen wenn er ihn zur Thora gernsen. Dieselben zwei Momente finden wir in der Bar-Mizwah-Weihe. 2) Daher der Name תפלה, weil sie als etwas zum Gebete Zugehöriges angesehen werden. Der Plural תפלין hat darum maskulinare Form, um sie vom Gattungsbegriff תפלות Gebete, zu unterscheiden. Ebenso werden die Psalmen תהלים, znm Unterschiede von תהללת Loblieder überhaupt, so genannt.

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