Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 5 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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— 213 — faffcr zu überweisen. Sie sagen: Im Herodot 2. B. 71. heißt es: ״Weil es in ihrem Lande (Egypten) keine Weinstöcke giebt, so bedienen sie sich (die Egypter) eines Getränkes, das ans Gerste bereitet wird"; folglich gab es in Egypten im hohen Alterthume gar keinen Weinbau, und der Traum des Mundschenken sei die Arbeit eines viel späteren Schriftstellers. So behaupten diese Kritiker. Zwar entstünde nach einer frühern Stelle im 2. B. 34. des Herodot ein Widerspruch, wo er erzählt: ״Die egyptischen Priester verzehren nichts von ihrem Etgenthume (nämlich von ihrem Grund und Boden), denn sie speisen die gekochten Opfer, erhalten täglich viele Gänse und Rindfleisch. Wein wird ihnen ebenfalls verab reicht". Dieser Widerspruch im Herodot ließe sich zwar dadurch ansgleichen, daß der Wein, welcher den Priestern gegeben wurde, kein egyptischeö Landeserzeugniß war, sondern aus der Fremde eiugeführt wurde, so wie noch gegenwärtig die edelsten Weingattungen aus Weinländern nach nördlichen Gegenden, wo keine Weinrebe fortkommt, verführt werden. Bedenkt man aber, daß zwischen Josef und Herodot 1300 Jahre liegen, welche Revolntionen sind in Egypten während diesem langen Zeiträume vorgegangen? Welche Veränderung in der Kultur des Bodens? Konnte die zu Josefs Zeit noch blühende Weinkultur in Egypten bis auf Herodot nicht ganz vernachläßigt worden sein? Der Weinbau wurde im höchsten Alterthume in Palästina betrieben. Nichts ist wahrscheinlicher, als daß die benachbarten Egypter sich über Pelusinm Reben aus jenem Lande verschafften. Das Klima Egyptens ist dem Weinbau günstig, und die Abbildüngen verschiedener Weinpressen, die man in den Gräberhöhlen und in anderen Bauwerken Egyptens, die weit über das Zeitalter Josefs hinausreichen, findet, liefern den schlagendsten Beweis, daß im grauen Alterthume schon die Weinkultur in Egypten heimisch war 1). Somit ist die Einwendung der neuern Kritiker, die sie gegen das Alter des 1. B. M. aus dem Traume des Pharaonischen Mundschenken herholen wollen, auch nur ein — Traum. ') Vrgl. Hcngstenberg, die Bücher MosiS S. 15 ff., wo die hieher gehörigen Belege znsammengestellt sind. llcd.