Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 5 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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— 202 chergestalt wären wir genöthiget, alle Resultate unserer Forschung als unhaltbar aufzugeben! Allein Frankel hat für seine Darstellung kein anderes Zeugniß, als eine Legende im Midrasch *), deren historischer Charakter erst nachgewiesen werden müßte. Und gesezt, dies wäre geschehen, so müßte noch für die Identität des mischnischen Jose mit dem des Midrasch ein gültiges Zengniß beigebracht werden. Dies dürfte aber um so weniger geschehen können, als der Midrasch, indem er seinem Jose den Titel Rabbi vorsezt, deutlich genug zu verstehen giebt, daß er einen andern, einer viel später» — etwa der hadrianischen — Zeit angehörenden Jose im Sinne hat. Den Namen der älteren, vor der Zerstörung des zweiten Tempels lebenden Autoritäten wird nämlich gar kein Titel vorgesezt; sie werden einfach bei ihrem Namen genannt. Merkwürdig ist es, daß Jost, während er das Kriterium des Rabbititels in Beziehung ans die Mischna Edujoth 8, 4. geltend macht, und hier daher einen jüngern Jose findet, gleichwol in der Midrasch-Legende den Titel übersieht, und dieselbe aus den ältern Jose beziehta). Gegen den Schluß der Legende ist allerdings der Titel ausgefallen; darauf ist aber kein Gewicht zu legen. Auch in manchen Mischna-Ausgaben fiel das Rabbi ans, was sich sehr leicht aus dem Umstande erklärt, daß den Abschreibern ein Jose ohne Titel aus den Väterspräche» geläufig war. Frankel identificirt zwar auch den Jose der Edujoth-Mischna mit dem ältern Synodialhaupte; das Irrige dieser Identification ist aber schon aus dem Tadel zu ersehen, welcher daselbst über Jose ausgesprochen wird (יוסי שריא)• Ein so harter Tadel hätte Jose ben JoLzer I., der als chaßidäischer Priester gerühmt wird * * 3), unmöglich treffen können. Ein gleiches, tadelndes Urtheil traf in späterer Zeit allerdings R. Jehuda, den Mischnasammler 4); gegen diesen hatte stch aber schon bei Lebzeiten eine Opposition gebildet, die, so vorsichtig sie auch in ihren Aeußerun- ') Ber. r. 65. *) Gesch. d. Judenth. S. 125 3) Chag. 18, b. I. Sabb. 1, 4.