Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 4 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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— 190 — Aureole errang; die Mildthätigkeit, dieses alte Erbe Israels, ist noch immer rege und ermüdet nicht, um diesem segenreichen Unternehmen die ausgedehnteste Wirksamkeit zu sichern. So schreiten wir hier, im fernen Osten, allmälig vorwärts, und es steht zu hoffen, daß diese Kommune unter Gottes Beistand zum üppigen Zweige im Kranze der ungarischen Gemeinden emporblühen werde. 6r. Tviesch, im März. Hier wurde durch die Energie des wackern Hrn. Vorstehers I. L. eine 3-klassige hebräisch-deutsche Schule beim Beginne dieses Semesters organisirt. Bei der Jnstallirung der Herren Lehrer hielt der Herr Vorsteher eine recht gelungene Ansprache an die Versammlung und an die Herren Lehrer. Zu diesen sagte er unter andern: ״Sie werden es wissen, daß diese unsere Schule eine jüdische ist, wo vor altem die Grundsätze der jüdischen Religion, und die Obliegenheiten, welche dieselbe uns zuweist, durch einen zweckmäßigen Vortrag und durch fieißigen Unterricht im Urterte der Bibel gelehrt und gepflegt werden sollen. Nicht minder werden Sie die Anforderungen der Jeztzeit kennen; daher Ihr Wissen und Ihren Fleiß auch all jenen für das bürgerliche Leben zum Theil unerläßlichen und zum Theil nützlichen Lehrgegenständen widmen, welche wir gemeinschaftlich mit Ihnen bestimmt und als obligat Ln unfern Lehrplan ausgenommen haben. Dabei mögen Sie nicht außer Acht setzen, daß wir auch auf die äußere Ausbildung unserer Kinder großes Gewicht legen, und Sie werden sichs daher angelegen sein lassen, Ihre Schüler auch außer den Unterrichtsstunden zur Ordnung, zur Reinlichkeit, und auch dazu auzühalteu, daß sie sich auch im Umgänge einer richtigen Sprache bedienen und angewöhuen. Dies alles wird die Ihrer Stellung als Lehrer gebührende Achtung begründen und dauernd erhalten." Pesth, im März. Das in ungarischer Sprache erscheinende protestantische Kirchen- und Schulblatt führt Nro. 9, Ln der Uebersicht der neuesten theologischen Literatur, auch die seit 1854 erschienenen zwei Bände von Herzselds Geschichte an. Der 1847 herausgekommene Band scheint dem Herrn Daru nicht bekannt geworden zu sein. Derselbe begleitet die Anführung des Herzfeld'schen Werkes mit folgender Bemerkung: ״Wir können in neuerer Zeit unter den jüdischen Gelehrten eine große wissenschaftliche Regsamkeit wahrnehmen, und ein Theil ihrer Werke ist so wichtig, daß christliche Theologen, wenigstens solche, die sich mit dem Alten Testamente angelegentlicher beschäftigen, nicht versäumen sollten, sich mit diesen Werken, deren Lektüre ihnen nur nüzlich sein kann, bekannt zu machen. Zu diesen ausgezeichneten Werken gehört auch die vorliegende Geschichte, die Frucht 18-jährigen mühsamen Fleißes." Sehr gut! Die Unparteilichkeit, mit welcher das Kirchen- und Schulblatt seinem Leserkreise die Werke jüdischer Gelehrten empfiehlt, ist nur zu loben. Deutsche Schriftsteller schenken seit längerer Zeit den Erzeugnissen jüdischer Forscher ihre volle Aufmerksamkeit. So sagte Gfrörer schon im Jahre 1838: ״Zum Glück für mich haben neuere jüdische Gelehrte sehr gute und gründliche Untersuchungen über das Alter ihrer gottesdienstlichen Bücher angestellt; ich begnüge mich,