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Ben Chananja · 1858-01-01 · 4 (1858) · p. Seite 189

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
4 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 189 (sequence 45)
Language
German
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— 189 gen, wenn man ihnen erzählt, daß die ursprüngliche Mittheilnng nicht einmal auf die Söhne einen Eindruck machte; denn sie waren ja auch noch nach dem Tode des Vaters uneins? L. H. Gv4-Beeskerek, Mitte März. Vielleicht ist es der geschazten Redaktion nicht unwillkommen, wenn ich über die Zustände unserer Gemeinde, die freilich nicht zu den zahlreichsten des Vaterlandes gehört, von Zeit zu Zeit Mittheilungen mache '). Die jüdische Bevölkerung, eingerechnet jener der nmliegenden Ortschaften, beträgt 140 Familien, die zwar zum großen Theil unter der Fahne des Merkur dienen, wovon aber nicht wenige sich mit Oekonomie befassen. Das alte Vorurtheil, es sei der Jsraelite dem Ackerbau abhold, findet bei uns die schlagendste Widerlegung; wo keine äußeren Hemmnisse den Erwerb von Grundstücken erschweren, da wird es der Jude nie verschmähen, hinter dem Pfluge herzugehen. Davon hatte ich die Ueberzeugung wahrend meines Aufent- Haltes in Toskana und in der Lombardie. Da aber die Agrikultur in Oesterreich einen früher nie geahnten Aufschwung nimmt, und unsere h. Regierung die Idee der Befreiung der Produktion von jeder beengenden Last und die Zulaffung einer natürlichen Konkurrenz planmäßig verfolgt, so läßt sich mit voller Zuversicht erwarten, daß die Erwerbsfähigkeit von Grund und Boden — wenn auch momentan aufgehoben — wieder restituirt wird. Ein von der Natur so reichlich, durch menschliche Betriebsamkeit aber so wenig gesegnetes Krottland, wie das Banat, bedarf der Hände gar zu sehr. Seit der Uebernahme des hies. Rabbinates durch den ehrwürdigen Herrn Dav. Oppenheim — vormals zu Jamnih — ist in unserem religiösen Leben ein neues Sprossen und Keimen erwacht. Nicht blos in seinen gehaltreichen Synagogal-Vorträgen wirkt Hr. Oppenheim erfrischend und belebend; auch die Schule, welche von drei sachkundigen Lehrern geleitet wird, erfreut sich seiner unausgesezten Theilnahme. Ist es doch kein geringes Verdienst, daß endlich der Jndifferentismus, dieser nagende Wurm am Lebensbanm unserer heil. Religion, ein für allemal zerstört wurde! Es sei aber gut* Ehre des Kultus - Vorstandes erwähnt, daß in wenigen Gemeinden die Absichten des Seelenhirten so thatkräftig unterstüzt werden, als hier. Wäre doch endlich die ״brennende Frage" wegen Beseznng der Kantorstelte erledigt! Seit dem Abgänge unseres unvergeßlichen Weiße hatte sich keiner der von allen Enden der Windrose herbeiströmenden Aspiranten des allgemeinen Beifalls zu erfreuen. Weder das sentimental-mystische Gegurget der alten Chasanim, noch das monotone Herableiern der modernen Vorbeter mundet unserem musikalischen Gaumen, man will eben ex omriibus filiquid; vielleicht daß die Wahl nach erfolgter Aufstellung der Orgel nicht so viele Schwierigkeiten bieten wird. Jüngst ist auch ein Kreuzer-Verein entstanden, um dessen Begründung sich die geräuschlos Edles wirkende und durch seltene Herzensgute hervorragende Frau Sofie Freund eine unverwclkliche Red. ') Ihre Beiträge werden uns stets willkommen sein.

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