Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 4 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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— 186 — Wissens zu sammeln '); von hebräischem Wissen aber, von religiöser Erkenntniß ist er bar und blank bei seinem Aus-, wie bei seinem Einzuge *). Solchen Leuten vertraut man den Religionsunterricht, den Urquell des geistigen Lichtes, das initimn sapientiae, das einzige Band, welches mit seinen, wenn auch gelockerten Fasern das Judenthnm noch zusammen hält, die Wissenschaft des Herzens, welche eben so klar erfaßt, als tief und innig empfunden werden muß. Bei der Betrachtung dieses gefahrdrohenden Zustandes drängt sich uns unwillkürlich der Warnungsruf des Profeteu auf: ויחיו מאשלי חעס חוח מתעים ומאשליו מבלעים (Jesaj. 0, 15)! Sollen daher unsere Schulen in dem Maße der Veredlung und Verbesserung sortschreiten, in welchem sie sich bis jetzt erhoben; wollen wir nicht an die Stelle der früheren Verbildung der Jugend den Jndifferentismus der Unwissenheit gesezt sehen: so möge eine Pflanzstätte angelegt werden, aus welcher wir die Lücken älterer Lehrer durch uene, würdige Schößlinge ersezen können; jedoch durch solche Schößlinge, die auf heimatlichem Boden, d. h. ans dem Gebiete der Religion und Glaubenslehre großgezogen wurden; man möge ein Lehrer-Seminar, ein jüdisches Pädagogikum errichten, in welchem tüchtige, jüdische Lehrer herangebildet werden. In einer solchen Lehranstalt soll außer den Glaubens- und Pflichtenlehren, außer der biblischen Geschichte sammt ihrer religiösen und moralischen Nutzanwendung die Bibel selbst in ihrem Urterte und Gesammtumfange gelehrt werden, hebräische Grammatik und die wichtigsten Kommentarstelten, jedoch nur solche, die nicht zu weit in's thalmudische Gebiet streifen, hebräische Stilistik und Literatur. Erschrick nicht, lieber Leser! es ist kein Gigantenwerk, zu dem wir hier ausrusen; Deine finanzielle Kraft soll nicht in einem gemeinnützigen Werke erschöpft werden; kein Prunkgebäude, das auf Aktien gegründet werden soll; kein Prachtsaal, mit Katheder und Baldachin verziert: es soll vielmehr eine ganz bescheidene, in ihren Räumen beschränkte Werkstätte im Geiste des Herrn werden; eine einfache Stube, welche nnr Ein Buch, aber das Buch aller Bücher in sich bewahre; eine bescheidene Räumlichkeit, in welcher die erhabene Tendenz des Menschen gelehrt werde, immer vollkommener zu werden, Heller im Geiste, reiner im Gemüte und frommer im Glauben. Gebet in einer solchen Stube, im Kreise wißbegieriger Jünglinge einem gottbegeisterten Manne die Ermächtignng, das Licht des Herzens und des Geistes unter seine Jünger zu verbreiten, 0 Ueber die Aufnahmsbedingungeu, von deren Erfüllung der Eintritt in die Präparandie abhängt, scheint unser Correspondent nicht gut unterrichtet zu sein. ' Heb. a) Dieser Passus dürfte schwerlich dem Vorwürfe der Uebertreibung entgehen. tzed.