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Ben Chananja · 1858-01-01 · 4 (1858) · p. Seite 184

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
4 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 184 (sequence 40)
Language
German
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184 — Lassen Sie uns daher meine verehrten Glaubensbrüber und Berussgenoften diese weise zur Verbesserung des hebräischen Unterrichtes anspornende Maßregel der h. Regierung dankbar anerkennen. Vereinigen wir unsere geistigen Kräfte, um diese höchst wichtige Frage zum Heile der uns anvertranten israel. Jugend und zum Frommen des Judenthums zu lösen, damit die herrlichen Worte eines berühmten Kulturhistorikers und Pädagogen auch bei der Gegenwart sich einst bewähren: ״Frömmigkeit als Familienliebe und zugleich als Gottesfurcht war als die Wurzel für die Erziehung des einzelnen Israeliten, so wie der ganzen Na- Lion gepflanzt, und sie hat ihre edlen Früchte gebracht." Dies wolle Gott! Ketskemvt, im Feber. Das jüdische Schulwesen hat in den lezten Jahren in Oesterreich überhaupt und in Ungarn in's Besondere einen erfreustchen, vielversprechenden Aufschwung genommen. Die Schale ist nicht mehr die verachtete Magd, die jeder Laie hohnlachend tadelt; sie nimmt atlmälig in der öffentlichen Anerkennung den Rang und die Stellung ein, welche ihr die Civilisation als Genius der Menschheit eingeräumt hat. — Freilich erheben noch manche Pessimisten den halblauten Einwurf, daß sich der heilsame Erfolg, der veredelnde Einfluß der Schule aus das praktische Leben noch immer nicht zeige. Wie thöricht! als ob Saat und Ernte je gleichzeitig erscheinen könnten! genug, der strotzende, lebensfrische Keim bürgt uns für eine veredelte, gesunde Frucht; der Boden, iu welchem dieser Keim gedeihet und reift, ist ein sorgsam gepflegter, und so wir der Pflanze nur ihre vier Nahrungsstoffe: Feuchtigkeit, Licht, Wärme und Lust in gehörigem Verhältnisse und Maße zu ertheilen wissen , so können wir einen glücklichen Erfolg erwarten. Als Feuchtigkeit bezeichnen wir den Thau des Himmels, das belebende Wort Gottes in die Seele des Kindes übertragen, als wirksames Bildungsmittel zur Beförderung ächter Religiosität, znr Weckung und Erzeugung eines bessern Geistes in Israel. Unter dem Lichte verstehen wir das Licht des Geistes, das den Pfad des Lebens einst erleuchten soll, die Entwickelung der Selbstthätigkeit, welche man von Innen heraus wirken lehre, und diese so lene, daß sie eine allgemeine, d. h. alte Fähigkeiten bildende, eine harmonische und der Geistesnatur entsprechende werde. Die Wärme, welche die herrlichsten Blüten der geistigen Pflanze hervor lockt, ist die Liebe des Lehrers, die zum Herzen des Kindes spricht, und alle bessern und edleren Gefühle in diesem erweckt. Bei der Luft endlich verlassen wir unsere figürliche Redeweise, und meinen die materielle, frische Lebenslust, die in heiteren, Helten und lichten. Räumen wehet, nicht in jenen dumpfen, finstern Zwangzetlen der früheren Winkelschulen, welche auf die Entwickelung des Körpers eben so nachtheilig wirkten, als auf die des Geistes.

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