Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 4 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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— 178 ahnend, streng angeordnet, ihn streng nach den jüdischen Gebräuchen zu beerdigen. Der von ihm vorausgesehene plötzliche Tod erfolgte zur Betrübniß der Stadt und der Umgegend am 2. Jänner dieses Jahres. Die ehrenwerthe Gemeinde, die ihr Gefühl von Achtung, Liebe und Erkenntlichkeit für ihn durch entsprechende Worte ausdrücken wollte, berief hiezu den ehrwürdigen Rabbincn ans Arad, Hrn. Steinhart, um am 5. Jänner, dem Begräbnißtage, am Sarge des Verblichenen Worte des Trostes und der Weihe zu sprechen '). Und o! wie würdig hat dieser herrliche Redner seine Aufgabe gelöst! Die tausend und abermals tausend Zuhörer aus allen Ständen und Konfessionen, die hieher gekommen waren, um diesem würdigen Verblichenen die lezte Ehre zu erweisen, waren von der Leichenfeier tief ergriffen. Der Redner verstand es, alle Saiten der Herzen aller Anwesenden auf einen Ton zu stimmen, was der Verblichene als Mensch, Arzt und Jude war; alles ward hervorgehoben und gewürdigt. ״Er hat es nicht Andern gleich gethan — sprach er unter Andern! — die da warten, bis sie sich als Nullen den Einen anschließen, um etwas zu gelten, und oft selbst dies verabsäumen; und auch denen nicht, die die Höhen des Lebens durch' hochfahrendc Wünsche und hochfliegende Entwürfe, anstatt auf der Stufenleiter ernsten Wirkens und wahren Verdienstes erreichen möchten. Der ganze Segen seiner vieljährigen Wirksamkeit ist dem reichen Born seines eigenen Herzens entströmt; was er geworden, ist er unter Gottes Beistand aus sich selber geworden, seinen Wirkungskreis hat er sich selber geschaffen, seine Stellung selber begründet. Und so wie er nicht gewartet, bis fremde Gunst ihm einen Platz zn nützlicher Thätigkeit angewiesen, sondern selbst eine segenvolle Anstalt geschaffen und sich darinnen selber eine ehrenvolle Anstellung gegeben; so hat er nicht gewartet, bis die Gelegenheit zum Wohlthun ihm entgegengekommen; er hat der leidenden Menschheit die Gelegenheit gegeben, seine Wohlthaten zn empfangen." ״Er hat durch sein Beispiel gezeigt, daß der Israelit hoch stehen kann, ohne hochgestellt zu sein, daß er bei seinem engen Lebenskreis einen weiten Wirkungskreis haben kann, daß man reichen Segen spenden kann, ohne reich zu sein, wohlthätig. ohne wohlhabend zu sein." Er schloß die Rede mit folgenden Worten: ״Wol bleibt dem Sohne Israels hienieden oft die Bürgerkrone versagt, bis er ein Bürger des Himmels wird; doch die Krone, mit der der König aller Könige die Seinen lohnt — Du hast sie verdient, und Du wirst sie finden. — Was auf Erden glänzt, ist Staub; diesen Staub hast Du abgeschüttelt, verklärte!׳ Geist,!עלה (הצלח so schwinge Dich auf und werde selig." Stgm. Krauß. - ') Vor dem Rabb. St. hielt der Ortsrabbiner Landesberg eine Leichenrede. Beide Reden sind gedruckt erschienen. Red.