Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 4 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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— 171 — haben, um daselbst sowol Wohnhäuser als auch die der Wohlthätigkeit gewidmeten Gebäude aufzuführen. Der Rabbiner Sarchi bestätigt, daß sich der in bester Rechtsform ausgefertigte Kausvertrag in seinen Händen befinde. Der Vorstand bittet nun die europäischen Glaubensgenossen flehentlich, der Gemeinde in der Ausführung ihres Vorhabens behülflich zu sein, und dieselbe bei den vorzunehnlenden Bauten großmütig und im Hinblicke auf den ewigen Belohner jeder Wohlthat zu unterstützen. Dem Vorstande gegenüber, der im Namen der ganzen Körperschaft das Wort führt, behauptet Herr Josef Schwarz, die von demselben verfolgten Zwecke seien ״nichtige und falsche Spekulationen." Hr. Schwarz hat sich um die Beschreibung des heiligen Landes Verdienste erworben, die wir zu würdigen wissen; und er erfreut sich bei seinen Brüdern in Europa auch sonst eines guten Rufes. Wenn aber Hrn. Schw. Urtheil in praktischen Fragen nicht reifer ist als auf dem Gebiete der Literaturgeschichte, so wären wir nicht geneigt, auf sein Votum Gewicht zu legen. Jedenfalls scheint uns die Berufung aus Sir Moses Montefiore nicht am rechte» Orte zu sein. Der edle Baronet hat für die jübischen Einwohner des gelobten Landes überhaupt und für die Jerusalems in's Besondere viel, sehr viel gethan. Die Israeliten aller Länder zollen ihm dafür gerne ihre Dankbarkeit und Verehrung. Wer wird aber behaupten wollen, daß Alles, was nicht durch Sir Moses Montefiore geschieht, ״nichtige und falsche Spekulation" sei? — Das jüdische Spital in Jerusalem ist kein Werk Montefiore's; ist dessen Gründung und Erhaltung nicht gleichwol ein sehr heilsames, segenreiches, Gott wohlgefälliges Werk? — Im Laufe des vergangenen Jahres hat das Spital 573 Kranke ausgenommen. Die Zahl der Ordinationen belief sich auf 21,000. Die Erhaltungskosten betrugen 15,000 Frank's 1). Es ist bekannt, daß diese Anstalt frommer Bruderliebe ihre Eristenz der Familie Rothschild verdankt, welche sich bei den Opfern, die sie für die Juden im Oriente bringt, offenbar von einem höhern Gesichtspunkte leiten läßt, einem Ge- ') Arch. israel. Märzhest S. 158.