Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 4 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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— 155 — gebrauche von geringem Belange sind. Bei Beurtheilnng Maimuni's als Gesetzeslehrer kömmt es ja nicht auf die Größe der praktischen Differenz an, wodurch er sich von früheren und späteren Gesetzeslehrern unterscheidet, sondern auf die zwischen ihm und dem Thalmud herrschende Divergenz der Prinzipien, auf die Verschiedenheit der thalmndischen und maimonidischen Weltanschauung! eine Verschiedenheit, die aber durchaus nicht so unverfänglich ist, daß das Gebiet der Halacha davon unberührt bliebe! Und wenn ich Sie an eine alltägliche Sitte erinnere, die dadurch.akterirt wird, so thue ich dies nicht um dieser Spezialität willen, die allerdings nur untergeordnete Bedeutung hat, sondern wegen einer Bemerkung von allgemeinerem Interesse, die ich daran zu knüpfen habe. Die übliche dreimalige Begießung der Hände, im Thalmud dämonologisch motivirt J>, scheint fremden Ursprungs zu seinMaimonides, für den dämouologische Gründe nichts entscheiden, erwähnt der Observanz gar nicht. Die nachfolgenden Gesetzeölehrer, die ganz aus thalmudischem Standpunkte stehen, sanktioniren dieselbe ohne Bedenken^). Die hierbei von beiden Seiten befolgte Konsequenz bedarf wol keiner weitern Rechtfertigung. Was soll man aber von der neuorthodoren deutschen Romantik denken, die den Jünglingen und Jungfrauen Jsrael's einschärft: ״Dreimal begieße die Hand beim Erwachen H." Ich breche hier ab. Nicht als ob ich dächte, der Gegenstand wäre erschöpft * 2 * 4 5); sondern weil mir das Gesagte hinzureichen ') Sabv. 10S. a. 2) Die Worte des Athenäns: ö}a7T0/na^ajiUv06Öi> &eol didoaöiv a/ueivov. (Deipnosoph. I. p. 2, a) erklärten frühere Philologen: Loledam antea quam sacra attingerent lustrari terse lavando (Schweigh. ammado. I. p. 30). Spätere Philologen zeigen allerdings, daß Athenäns nicht von Waschungen spreche (I. 6.); das Alter des fraglichen Gebrauches ist nichtsdestoweniger als constatirt zu betrachten. J) O. Chajj. 4, 2. s. T. Sah. das. Lonsano Der. Chajj. 94. 4) Horeb S. 439. 5) In zwei Aufsätzen ״die Magie im Thalmnd" und ״das Thalmudstndium der Zukllnft" werden wir die Resultate unserer Forschung über das Verhältniß des M. Th. zum Thalmud weiter entwickeln.