Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 3 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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— 138 aus einem Guße geflossen, von einerlei Mischung und Gehalt; dieses verräth gar bald die zweite Hand, die nicht in alten Lesestücken die Sprache so flüsstg und den Inhalt so angemessen machte. In manchen der Lesestücke übersteigt der geistige Inhalt schlechterdings den Horizont des Auffassungsvermögens der Schüler, für die sie berechnet sind, und der Lehrer ist beim besten Willen nicht im Stande, die Anwendung der darin enthaltenen Moral — was doch Hauptsache bleibt — den Kindern nahe zu legen; in andern sind die Perioden zu lang, zu verschlungen, voll von eingeschachtelten Sätzen, die das klare, lichte Berständniß des Gelesenen ungemein erschweren. In seinem Lesebuche aber, das Schülern in die Hand gegeben wird, die erst die Schwierigkeiten des mechanischen Lesens überwunden haben, müssen die Lesestücke so gehalten sein, daß sie der begabtere und aufmerksame Schüler auch ohne Beihülfe des Lehrers logisch lesen könne. Auch muß der Inhalt vielfach gesichtet und geprüft werden, ob er denn vollkommen wahr, und wenn dies, ob es angemessen sei, ihn den Kindern in so zartem Alter schon mitzutheilen. In zwei Lesestücken kommen sogar Abweichungen von der Quelle vor, woraus sie geschöpft sind. Wir werden uns jedoch nicht lange bei diesen allgemeinen Bemerkungen aufhalten, sondern zu den einzelnen Nummern übergehen, und auch loben, was zu loben ist, damit wir nicht müßiger Tadelsncht beschuldiget werden. Mit Nro 25 beginnt die Reihe der specielt jüd. Lesestücke. Der Vers, hat in dieser Erzählung einen Zug aus dem Originale (Tanith 21, a.) weggelaffen, wodurch dieselbe nicht nur einer Schönheit beraubt wird, sondern auch theilweise nnmotivirt erscheint. Lehrer und Schüler werden es schwer begreifen, wie einer der Hofleute von der Wunderkraft der Erde Abraham's zu erzählen wußte; — eine Sage, die weiter nicht mehr vorkommt und ganz unbekannt ist. In der Quelle heißt es dagegen, daß der Profet Elia in der Gestalt einer der Hoflente erschien, um als rettender Engel zu interveniren. Historisch-kritische Bedenken können doch den Berf. nicht abgehalten haben, diesen Zug in die Erzählung aufzunehmen, da in Nro 60 das Erscheinen des Profeten Elia in außerordentlichen Fällen zugegeben wird. — In diesem Stücke schon sind manche Sätze zu laug, wie z. B. der, in dem der Hofmann spricht, der über sechs Zeilen enthält, und den Kindern wie eine lange Rede vorkommt. Auch sind Participial-Construktionen, wie: „wegen dieses von ihm oft gebrauchten hebr. Wahlsprnches," oder Einschachtelungen, wie: „schlichen in der Nacht, als er schlief, sich ein" für diese Lesestufe nicht sehr zu empfehlen. — Nro 31. Auch in dieser Erzählung blieb der Berf. nicht der Quelle getreu, ohne daß wir die Ursache wüßten. Denn nicht die Lampen brannten immer fort, wie es da heißt, sondern der Segen kam in den Öhlkrug , um die Lampen jeden Tag aufs Neue füllen zu können, wie es der alte Tempelbrauch erforderte, da auch sonst die Lampen nur bis am Morgen zu brennen pflegten, und wenn sie zufällig länger brannten, bis auf zwei sogar ansgelöscht wurden. (Schabbath 21. a; Tamid 3, 9.) Außerdem ist der aus acht Zeilen bestehende