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Ben Chananja · 1858-01-01 · 3 (1858) · p. Seite 134

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
3 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 134 (sequence 38)
Language
German
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— 134 — Einleitung des Rambam zu Taharot. Ich frage nun jeden Sachkundigen, ob diese Leistungen nicht ehrenwerth seien? Dabei werden die Seminaristen im Deutschen, Lateinischen, Griechischen und Französischen, in Mathematik, Physik und Geschichte unterrichtet! „Ans den alten Ieschiboth sind doch ganz andere Lamdanim hervorgegangen!" — Vielleicht. Aber was die Heranbildung brauchbarer und tüchtiger Rabbinen betrifft, so sprechen unsere Erfahrungen nicht sehr zu Gunsten des alten Jeschibawesens. Trotz der blühenden Jeschiba zu Preßburg und an anderen Orten, wurden seit 25 Jahren in die bedeutenderen ungarisch-jüdischen Gemeinden meist mährische und ausländische Rabbinen berufen. Wir Altofner haben uns hiezu noch nicht entschließen wollen; wir find aber auch nicht im Stande, unser Rabbinat zu besetzen. Die Thatsache, daß die alten Ieschiboth in Ungarn die ungarischen Gemeinden mit keinen Rabbinen versahen, wie ihrer die Zeit bedarf, ist unleugbar. Das auf das Thalmudstudinm bezügliche Mißtrauen Mancher gegen ein modernes Institut ist ungegrüudet. Daher wird jeder einsichtsvolle ungarische Jsraelite die Gründung der Rabbinerschule mit wahrer Freude begrüßen. Schließlich erlaube ich mir noch die Mittbeilung, daß der Besuch des Breslauer Seminars auch Österreichern erlaubt sei. wie aus dem vorjährigen Berichte deutlich zu ersehen ist. In dem gegenwärtigen Schuljahre studieren sechs Österreicher an dem Seminar. Die israelitische Kultusgemeinde zu Prag hat ein jährliches Stipendum von 100 fl. B. V. für einen am Seminar studierenden Prager bestimmt. Belgrad, Ende Jänner. Wann sich in hiesiger Stadt zuerst Israeliten angesiedelt haben, ist nicht leicht zu ermitteln; jedenfalls sind seitdem mehr denn zwei Jahrhunderte verstoßen. Die jüdischen Ansiedler waren Deutsche, daher auch die ältesten Grabschristen deutsche Namen tragen. Später erhielten jedoch die Sefardim oder spanischen Inden das Uebergewicht; im Jahre 1770 wählten sich dieselben ihren ersten Rabbinen: Salomo Salem aus Adrianop el, der von hier nach Amsterdam ging '). Gegenwärtig sind ungefähr 300 sefardische und 10 deutsche Familien hier ansäßig. Dieselben bilden eine Gemeinde;' den sabbathlichen Morgeugotteödienst verrichten die Deutschen getrennt von ihren sesardischen Brüdern. Wohlhabende Familien gibt es etwa dreißig; die übrigen leben in ärmlichen Verhältnissen. Die Gemeindeangelegenheiten werden ‘) R. Salomo war einer der gelehrtesten Thalmndisten seiner Zeit. Die Belgrader Gemeinde erkannte ihn auch nach seiner Berufung nach Amsterdam als ihr geistliches Oberhaupt an. In Amsterdam war er Rabbiner der sefardischen Gemeinde. In der Vorrede zu seinem Leb Salem (Amsterd. 1773) rühmt er die Belgrader als wackere, gottesfürchtige Männer. Das Leb Salem hat für Diejenigen, denen große Bibliotheken zugänglich sind, keinen geringen Nutzen, indem daselbst nach der Ordnung der ersten zwei Theile des majmonidischen Iad, und zwar bei jeder Halacha angemerkt ist, in welchen Werken Leztere hesproHeu wird. Außerdem ist von dem Verfasser auch ein haggadisches Werk: „Dibre GHelomo" erschienen. Aed.

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