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Ben Chananja · 1858-01-01 · 3 (1858) · p. Seite 133

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
3 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 133 (sequence 37)
Language
German
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— 133 — sehen. Die Preßburger Gemeinde ist, wenn wir gut unterrichtet sind, geneigt, den Besitz der zn gründenden Musterhanptschule einer ihrer Schwestergemeinden abzutreten. Im Großwardeiner Verwaltungsgebiete kann die Wahl nur zwischen zwei Gemeinden schwanken: zwischen Arad und Großwardein. Jedenfalls wird die Pentas der k. k. israelitischen Musterhauptschulen in nicht gar ferner Zukunft vollzählig sein. „I m l e u ch t e n d e n Antlitze d e s Kö - nigs ist Leben, und seine Huld gleicht einer Wolke des Spätregeus (Spr. Sal. 16 15)!" Solchergestalt rücken wir mit jedem Tage auch der Gründung der Rabbiuerschnte naher, über deren Nützlichkeit und Notwendigkeit bei den Einsichtigen seit langer Zeit kein Zweifel obwaltet. Ein Bedenken läßt sich jedoch nicht selten rückflchtlich derselben vernehmen. Dieses Bedenken verdient aber um so reiflicher erwogen zu werden, als dasselbe in den meisten Fällen einer lautern und achtenswerthen Gesinnung seinen Ursprung verdankt. Ihre Leser in Ungarn errathen wol selbst, daß die Pflege und das Studium des Thalmnds Gegenstand des Bedenkens sei. Wir sind überzeugt, hört man öfters äußern, daß aus der neuen Rabbiuerschnle geschickte, wissenschaftlich gebildete Männer hervorgehen werden; werden aber dieselben auch tüchtige Thalmudisten sein? Werden sie ausgerüstet sein mit ausgebreitetem Wissen in Gemara und Poskim (Kasuisten)? Werden sie sich „innerhalb der vier Elten der Halacha" selbstständig zu bewegen verstehen? Der Voraussetzung, von welcher dieses Bedenken ansgeht, daß nämlich ein Rabbiner tüchtige thalmudische Kenntnisse besitzen müsse, stimme ich aus ganzem Herzen bei, ohne bedeutenden Widerspruch zn fürchten. Thalmudisches Wissen ist dem Rabbiner allenthalben unentbehrlich; am unentbehrlichsten in denjenigen Ländern, wo, wie in Ungarn, jede größere Gemeinde Mitglieder zählt, die Jeschiboth (Thalmudschulen) frequentirt, und sich zu tüchtigen Dilettanten der thalmudischen Wissenschaft herangebildet haben. Wie soll da ein Rabbiner, der sein thalmudisches Wissen nothdürstig ans Kompendien zusammengestoppelt hat, und daher bei mancherlei Veranlassungen Blößen geben muß, in Ehren wirken? Daß der Rabbiner ein gründlicher und gewandter Thalmudist sei, ist daher eine gerechte, unabweisbare Forderung. Dagegen scheint mir die Besorgniß, als würden aus einer den Forderungen der Wissenschaft entsprechend eingerichteten Rabbinerschule schwache Thalmudisten hervorgehen, gänzlich unbegründet zu sein. Das Beispiel des jüdisch-theologischen Seminars in Breslau beweist hinlänglich, daß ein systematischer Lehrgang in den jüdisch-theologischen Wissenschaften, dem Thalmnd die gebührliche Sorgfalt und Pflege schenken könne. Aus dem. am 27. Jänner dieses Jahres ausgegebenen Jahresberichte des Semiars, welches mir vorliegt, ist zu ersehen, daß der obern Klasse der Seminaristen im vergangenen Jahre von dem Direktor Dr. Frankel folgende thalmudische Vorlesungen gehalten wurden: Thalmud statarisch: Gittin vom vierten Abschnitte ab bis Ende des Traktats; kursorisch: Megilta von Folio 25 bis Ende. Sucea bis Fol. 42, Rituelle Lehre: Eben Ha-Eser, Gittin, Mischna, Orchung - Seraim zu Ende.

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