Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 3 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 182 Lorresjimdenz. Schul- UN- Lehrerbriefe von Josef Tomler. 11. Mit wahrer Befriedigung ersehe ich aus dem zweiten Hefte dieser geschäzten Blätter, daß meine zu Gunsten verlassener Lehrerfamilien gemachte Anregung nicht spurlos verhallt sei. Indem ich nun die Diskussion darüber ersahreneren, die Realisirnng der zweckmäßig befundenen Vorschläge aber einflußreicheren Männern überlasse, gestatte ich mir heute, unsere jungen Präparandisten darauf aufmerksam zu machen, wie dringlich nothwendig es für dieselben sei, während der Vorbereitungszeit für ihren künftigen, wichtigen Beruf dem Hebräischen den erforderlichen Fleiß znzuwenden. Die Zeiten, wo es den Anschein hatte, als ob eine ungarisch-jüdische Schule nichts als eine Sprachschule wäre, und wo es an den meisten Schulen nur Lehrer eines gewissen Sprachfaches gab, — diese Zeit ist, Gottlob vorüber. Mit der Erhebung der Realien zum Hauptgegenstand des Unterrichtes geht die Einführung des Klaffensystems Hand in Hand. Will nun ein jüdischer Lehrer seinen Platz in Ehren ansfütten, so muß er die Fähigkeit besitzen, in seiner Klaffe auch einen wirksamen hebräischen Unterricht zu ertheilen. Ueberdies sollten die Lehramtskandidaten erwägen, wie nachtheilig es ans ihre künftige Stellung einwirken muß, wenn man sie in ihren künftigen Gemeinden mit dem Namen Am Ha-Arez (הארץ ----- Idiot) belegt. Denn alle Achtung, welche der Jude der Kunst und Wissenschaft zu zollen gewohnt ist, alle Anerkennung, welche er der höher» Begabtheit angedeihen läßt, hält ihn nicht ab , den einen Am Ha-Arez zu nennen, der kein Hebräisch versteht, und auf dem Gebiete des eigentlich jüdischen Wissens ein Fremdling ist. Und wer einmal für einen Am Ha-Arez gehalten wird, kann in einer Gemeinde nicht die Achtnng und das Vertrauen genießen, welche der Jugendlehrer genießen soll, um mir gedeihlichen Erfolge wirken zu können. Daher, meine jungen Freunde, trachtet, daß keiner von Euch die Präparandie als Am Ha-Arez verlasse! Lin Wort über die jn gründende Aabbmerfchnle in Ungarn. MtpfeN/ l-4-ten Februar. — Die Huld unseres erhabenen Kaisers und Herrn hat den ungarischen Israeliten die sichere Aussicht auf die Gründüng eines Institutes eröffnet, in welchem künftige Rabbinen ihre Ausbildung erhalten sollen. Der allerhöchste Witte, eine solche Anstalt ins Leben zu rufen׳ wurde mit der beabsichtigten Gründung von fünf israelitischen Musterhauptschulen zu gleicher Zeit kundgegeben. Von diesen Lehranstalten sind bereits zwei, in Pesth und in Temeswar, in voller Wirksamkeit. Im Ödenburger Verwaltnngsgebiete soll, wie wir vernehmen, die Gemeinde zu Fünfkirchen Hoffnnng haben, die Musterhauptschüle des Distriktes in ihrer Mitte aufblühen zu