Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 3 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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— 117 — Räthsel gelöst, sehen, wie sie so oft die richtigsten, sinnigsten nnd einlenchtendsten Deutungen gegeben haben: so können und dürfen wir anderweitig nicht behaupten, daß ihnen so vieles von sich Klare und Offenliegende nicht eingeleuchtet habe, daß sie es nicht eben so wie jeder Andere eingesehen und erkannt hätten; es ist vielmehr in solchen Fällen unsere Pflicht und Schuldigkeit, einen Grund für ihre sonderbaren und abnormen Auslegungen zu suchen und zn finden. Es dürfte auch sein, daß daö wahre Verständniß ihrer Interpretation uns abgeht, und uns im ersten Augenblicke nicht recht klar ist„Können wir doch nicht läugnen — sagt dieser jüdische Weise zum König a) — daß die Rabbinen umfassende Kenntnisse irr der Astronomie nnd Physik besaßen und überall an den Tag legen, wie sollten wir ihnen Unsinn und Unverstand in der Auslegung der Bibel zumntheil wollen. Sie waren so vernünftig wie wir, gewiß liegt in den uns unnnd widersinnig scheinenden Auslegungen der Rabbinen tiefe Weisheit verhüllt und verborgen, die zu enthüllen nnd zu entdecken uns obliegt." — Majmunt* 2 3) spricht sich hierüber folgender Maßen auS: „Über die Auslegungen der Rabbinen gtebt es eine zweifache Ansicht, die Einen glauben, die Auslegungen der Rabbinen seien Eregese, nnd nehmen sie daher für nichts anderes, als für wirkliche Eregese an und auf; die Andern, denen eine solche Eregese mit den natürlichen Wortverstande unverträglich und zuwiderlaufend erscheint, verhöhnen und verspotten geradezu diese Auslegungen. Beide haben Unrecht; beide sehen nicht ein, und begreifen nicht, daß die Rabbinen solche Auslegungen gar nicht als natürliche Erklärungen ausgeben wollten, sondern dieselben gleichsam als poetische Erzeugnisse hinstellten, z. B. „Eine Schaufel sollst du haben bei deinen Waffen", daraus bemerken die Rabbinen: Lies nicht Asenecho, deine Waffen, sondern Osnecho, deine Ohren, wer etwas Unanständiges nnd Ungeziemendes hört, der stecke den Finger in die Ohren. Wer wollte da glauben, die Rabbinen hätten diese Erklärung als echte und rechte Deutung und Erklärung aus- ') Kasan, Ab sch n. 3., Ende. 2) Ibid. Abschli. 4., Ende. 3) More, 3, 43,