Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 3 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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115 — Religion und M'ssenschafl. Thalnm-ische Aphorismen, von Dr. M. Zipscr, Rabbinen in Sttthlweißenburg. 1. Wer Wissenschaft erwirbt und die Religion verschmäht gleicht dem, der Lebensmittel sammelt, ohne sich deren Erhaltung durch das bewahrende Salz zu sichern '). 2. Wer gelehrt ist aber nicht gottesfürchttg, der besizt den Schlüssel zur Kassa, es fehlt ihm der Schlüssel zur Kammer, wo die Kassa bewahrt wird * 2). 3. Wem gleicht der Gelehrte, dem Gottesfurcht fehlt? Dem der eine herrliche Pforte errichtet, ohne ein Haus zu besitzen 3 4 5). 4. Der Gelehrte ist im Besitze der Kmist; das Werkzeug, die Kunst zu üben, giebt ihm die Religion in die Hand H. 5. Die Wissenschaft ist der Baum, die Religion des Baumes Wurzel. Je tiefer du wurzelst, desto sicherer trotzest du den Stürmen 8). 6. Wer Wissenschaft mit Religion verbindet, hat einen festen Bau aufgeführt, der ans Granitfelsen ruht. Keine Fluth vermag den Ban zu unterwühlen. Gelehrsamkeit ohne Gottesfurcht ist ein schwacher, von Thon getragener Bau, der kaum einem schwachen Regen widersteht 6). 7. Wissenschaft mit Religion gepaart, gleicht dem mit einem Gestelle versehenen Becher. Sicher ruht auf dem Gestelle der Becher, sein Inhalt ist wohlbewahrt 7). 8. Wer Wissenschaft ohne Religion besizt, gleicht dem Reiter aus ungezügeltem Pferde. Er läuft allezeit Gefahr, zu Boden zu stürzen 8). ■) Sabb. 31, a. ף Das. b. 30 ףm« 72, b. 4) Ab. d. R. Nath. 22. 5) Aboth. 3. ״) Ab. d. R. Nach. 24. ') Das. ') Das. 8*