Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 3 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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113 10. Simon der Hasmonäer. Auf dem herkömmlichen Standpunkte kann von einem solchen Verhältnisse gar nicht die Rede sein, indem sich von Simon dem Hasmonäer in den thalmudischen Quellen gar nichts findet. Dieses Stillschweigen ist aber viel zu auffallend, als daß es nicht erklärt zu werden verdiente. Im ersten Makkabäerbuche wird Simon der Hasmonäer als der größte unter den großen Söhnen Mathatia's dargestellt. Er vollendet die Befreiung Jsrael's. Er ist der Schöpfer einer glücklichen Zeit, ein Priesterfürst, der sich im Kriege und im Frieden mit unsterblichem Ruhme bedeckt. Indem der Geschichtschreiber, ein Zeitgenösse, die Rcgierungszeit Simon's schildert, treten ihm unwillkürlich die Bilder der alte» Geschichtsbücher vor die Seele, und er erzählt, daß während der Herrschaft SimonS ein Jeder unter seinem Weinstocke saß und unter seinem Feigenbäume, von Niemand gestört (1. Makk. 14, 12). Besonders wird seine Gerechtigkeit, seine Wohlthätigkeit, sein Eifer für des Herrn Heiligthum hervorgehoben. ״Er unterstüzte die Armen seines Volkes, wachte über das Gesetz,... verherrlichte das Heiligthum und vermehrte dessen Geräthe (Das. 14, 15)." Und solch ein Priesterfürst, solch ein Vater des Vaterlandes, soll aus dem Gedächtnisse der Nachwelt gänzlich geschwunden sein? Ist dies auch nur denkbar? Geiger glaubt entdeckt zu haben, daß der Verfasser des ersten Makkabäerbuches ״der Reichshistoriograph der hasmonäischen Dynastie," war^). Möglich. Allein die offenkundigen und unleugbaren Verdienste Simon's, — die Vollendung der Unabhängigkeit Juda's, die Erweiterung der Reichsgrenzen, die Befestigung wichtiger Plätze, die Verherrlichung des Tempels und die Ausübung des Münzrechtes, — bleiben selbst bei der strengsten Beurtheilung groß und eclatant genug, um es unbegreiflich zu finden, wie Simon aus der nationellen Erinnerung, welche durch die thalnmdische Literatnr repräsentirt wird, so spurlos verdrängt werden konnte. Dies bleibt auch dann unerklärt, wenn man, ganz abgesehen von dem ersten Makkabäerbuche, nur den Bericht des Josefus ins Auge faßt. Dieser zieht bekanntlich die Geschichte Simons sehr in'S Kurze; ') Urschrift Md Übersetzung der Bibel. S. 206. Ben-Chananja 1858. lll. 8