Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 3 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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— 112 eine Kluft von Jahrhunderten von einander getrennt sind, und verleiht ihmsdann wie zur Belohnung ein Pontifikat von vierzig Jahren J)! Nun versteht es stch zwar einerseits von selbst, daß es vergebliche Mühe wäre, für jede Specialität der Sage eine historische Rechtfertigung suchen zu wollen. Andererseits muß aber die kühnste Skepsis eingestehen, daß eine Persönlichkeit, minder sich die Volkssage so angelegentlich und mit so sichtbarer Vorliebe beschäftiget, eine geschichtliche, ja eine eminente Persönlichkeit sein müsse. Lezterer Umstand wird besonders dem einleuchten, der die Natur und Beschaffenheit der thalmndisch historischen Nachrichten genau kennet.ADieselben sind nämlich nur dem geringsten Theile nach aus schriftlichen Quellen geflossen. Größten Theils liegt ihneu traditionelle Erinnerung zu Grunde. Die thalmudischen Erzählungen sind der Ausdruck der im Munde des Volkes lebenden Geschichte. Das Gedächtniß des Volkes, eines jeden Volkes, beläfügt stch aber bekanntlich nicht mit vielen historischen Namen. Es genügt ihm, das Andenken einiger Auserwählten sestzuhalten, die ans ihre Zeit mächtig eingewirkt und sich durch ihre Thaten dem Gedächtnisse ihrerNatiou tief eingeprägt haben. Die Namen solcher Heroen sind dann der Nachwelt ״Nägel an einem festen Platze, woran sie hängt alle Herrlichkeit, Sprößlinge und Nachwüchstge, auch allerlei kleine Geräthe, von Geräthen der Becken bis zu den Geräthen der Krüge (Jesaj. 22, 23. 24)". Denn der Volksgeist verstehtAie Geschichte seiner Helden mit allerlei Anekdoten zu würzen, in Ebenen ■ wenn auch nicht historische, doch häufig phychologische Wahrheit liegt. Legt man nun diesen Maßstab an das, was die Geschichte von Simon I. und Simon II. erzählt, und die Sage von Simons dem Frommen dichtet, so wird man stch unmöglich mit dem Gedanken befreunden können, daß Lezterer mit einem der Ersteren identisch sei. Sollte also nicht der Versuch gerechtfertigt sein, das Verhältniß der thalmudischen Literatur zu Simon III., dem Hasmonäer, näher zn betrachten? — ') Fastenchron. IX. XI. Joma 6. a. Waj. rabba, XIII. XXI. Zer. Joma 1, 1. 5, L. b. 9, 3. 39, 3.