Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 3 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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110 — Wanderung war, ״an den Zeitgenoffen unbemerkt vorübergegangen sei?" 8. Der Lapidarstyl der thalmudischen Historik. So wenig nun auch die von Zunz versuchte Zeitbestimmung befriedigt, so hat sich doch dieselbe, chronologisch genommen, der Wahrheit um ein Bedeutendes genähert. Hätte man sortgefahren, die Spuren der großen Synode in der griechischen Zeit zu suchen, die Wahrheit wäre nicht lange unentdeckt geblieben. War ja schon Berthold in die makkabäische Zeit hineingerathen! Leider schlug aber die neueste Forschung den entgegengesezten Weg ein. Statt abwärts zu gehen, ging ste aufwärts. Statt die ältesten Quellen für maßgebend zu halten, legte ste aus spätere Kombinationen zu großes Gewicht. So blieb ste in die Perserzeit gebannt, und kam aus der Successions- Hypothese nicht heraus. Merkwürdiger Weise trug hier sogar die Philosophie der Geschichte zur Befestigung des Jrrthumes bei. Man betrachtete es nämlich mit Recht als eine Forderung historischer Kontinuität, den glorreichen Makkabäertagen, wo der bessere Theil der Nation für Religion und väterliche Sitte einen Kampf auf Leben und Tod wagte, eine präparative Zeit vorangehen zu lassen, in welcher die Gemüter für jene höchsten Lebensgüter entflammt, und zu dem großen Kampfe vorbereitet worden waren. Wie sehr freute man stch daher, diese vorbereitende Rolle der großen Synode überweisen zu können! Wie befriedigend mußte man eS finden, das fast leere Geschichtsblatt zwischen Mehemiah und den Makkabäern auf eine Weise ausfüllen zu können, die dem Pragmatismus der Geschichte so sehr zu entsprechen schien! Noch mehr. Die Mischna bewahrt drei Wahlsprüche der großen Versammlung. Nun liegt allerdings die Vermuthung nahe, daß diese Sprüche nicht ohne Beziehung auf die Zeit ihrer Entstehung sein mögen, und nicht ohne Berührungspunkt mit den Interessen und Bestrebungen, welche die Genossen jener Zeit beschäftigten. Um diese Beziehungen und Berührungspunkte mit Gewißheit, oder doch nur mit Wahrscheinlichkeit herausfinden zu können, müßte die Forschung zuvörderst über die Zeit, der sie galten, vollkommen in's