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Ben Chananja · 1858-01-01 · 2 (1858) · p. Seite 94

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
2 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 94 (sequence 46)
Language
German
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— 94 — der Tod del Medigo's Epoche machend, während die Verbreitung des Sohar's, des Schutchan-Aruch und des Sabbathäismus unerwähnt bleibt. Ob nun auch diese Anschauungsweise ihre Berechtigung haben mag, so wird sich doch die jüdische Theologie mit derselben niemals befriedigt suhlen. Wenn daher manche jüdische Theologen es noch immer vorziehen, bei philologischen und literärgeschichtlichen Untersuchungen stehen zu bleiben, so wollen wir ihnen diese unverfängliche Beschäftigung, die jedenfalls auch ihren Nutzen hat, durchaus nicht verleiden. Die philologischen und literärhistorischen Arbeiten sind aber bereits so weit gediehen, daß das innere Heiligthnm eigentlich theologischer, insonderheit religionsgeschichtlicher Forschung betreten werden kann, und auch betreten werden muß, wenn die jüdisch-historische Theologie ihre Ausgabe lösen soll. Die vorbereitende Zeit mit ihren Präliminararbeiten muß doch auch ihre Grenze haben! „Pflügt denn allezeit der Pflüger, furchet und egget er allezeit sein Erdreich, um zu säen? Nicht wahr, wenn er die Fläche geebnet hat, so streut er Dill und wirft Kümmel aus, und pflanzt Weizen in Reihen und Gerste an den bezeichnten Ort, und Spelt an seine Stelle (Jesaj. 28, 24. 25)!" — Im Sinne dieser Betrachtungen schrieb schon Nach man Kr och mal sein von Zunz edirtes Buch, dessen Studium wir jungen Theologen nachdrücklich empfehlen. Auch in Deutschland fühlt man immer lebhafter das Bedürfniß, die eigentliche Religionsgeschlchte auf eine den Forderungen der Wissenschaft entsprechende Weise zu bearbeiten. Namentlich entwickelt der gelehrte nnd geniale Breslauer Rabbine Abraham Geiger eine unermüdliche Regsamkeit auf diesem Gebiete. Das neueste Erzeugniß seiner Forschung ist das uns vorliegende Werk. Dasselbe zerfällt in drei Bücher: I. Geschichte der Bibel von der Rückkehr aus dem Erile bis zu den Makkabäern. (S. 20—101). II. Geschichte der Bibel von den Makkabäern bis zur hadrianischen Zeit. (S. 101—231). III. Ursachen und Gründe der abweichenden Tertesrecensionen, (S. 231—499). Das Problem, das sich der Vers, zur Lösung gewählt hat, ist sehr alt, und die Lösung desselben wurde oft versucht, ohne daß man zu einem befriedigenden Resultate gelaugte. Bei der treuen Pietät, mit welcher über die Reinhaltung des Bibeltertes gewacht wurde, ist es nämlich auffallend, daß die ältesten Bibelübersetzungen, wie namentlich die I,XX. von unserm mafforetischen Terte bedeutend abweichen, und unter einander nicht übereiustimmen, und daß sogar die recipirteu Thargume in manchen, wenn auch nicht wesentlichen Stücken, Abweichungen von dem uns vorliegenden Terte enthalten. Scheinbar ist dieses Problem nur für den Kritiker und Eregeten von besonderm Interesse, so daß es jeder, der nicht Kritiker und Ereget von Fach ist, leicht ignoriren könnte. Allein durch die originelle Lösung, welche Geiger versucht, gewinnt dasselbe eine hohe religiousgeschichtliche Bedeutung, und kein Theolog von wissenschaftlichem Geiste darf davon unberührt bleiben. Denn mit einem so gelehrten Apparate, wie ihn das vorliegende Buch enthält, ist die Lösung des Problems noch nicht versucht worden, aber auch nicht mit so herausfordernder Kühnheit. „Die Bibel, — sagt der Verfasser, nnd diese Worte drücken in Kürze Inhalt und Tendenz des ganzen Buches aus, — ist und war zu allen

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