Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 2 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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85 — Corresporl de»;. Arad, Io. Jänner. — Vor uns liegt: Bericht des Ausschusses an die vierte General-Versammlung des Arader israelitischen Unterstützungs-Vereines für Gewerbe und Ackerbau. Abgehalten zu Arad am 30. Dezember 1857. Der ehrenwertste Ausschuß har nicht nur dem Wortlaute, sondern dem Geiste der Statuten des Vereins Rechnung getragen Um die Anerkennuugswürdigkeit dieses Wirkens aus das gebührende Maaß zu bringen, genügt eine kurze Darstellung der Vereittsteudenzen, welche darin besteht: 1. Die Anfdingnng, zünftige Freisprechung und Aufnahme in den Gesellenverbaud Arader israelitischer Lehrlinge zu besorgen. 2. Solchen hiesigen unbemittelten Professionisten, die nach ordnungsgemäß und tadellos znrückgelegten Wandecjahren sich etabliren wollen, zur Erreichung rhres Zweckes, theits durch persönliche Vermittlung, theils durch Vorschüsse behilflich zu sein. 3. Hiesigen jungen Israeliten, die sich einer Kunst oder dem Land bau in hiesiger Gegend widmen, durch Geldvorschüffe an die Hand zu gehen. 4. Den hier befindlichen israelitischen Lehrlingen zur Erlangung der für ihren Stand nöthigen allgemeinen und besonderen Vorkenntniße und Fertigkeiten zu verhelfen, und sie zur Aneignung und Führung eines sittlichen und wohlanständigen Lebenswandels aufzumuntern. Zur Durchführung dieser lezten Aufgabe wurde bestimmt: Jedes Vereinömitglied übernimmt in der Eigenschaft als Schutzmann eine ihm zugewieseue Anzahl von Lehrlingen zur Überwachung und Beschntzung; und 5) wurde eine Sonntagsschule organisirt, die mit einem Kostenaufwands von 375 fl. 4 kr. für das verflossene Vereiusjahr 95 Schüler aufnahm, die bereits am 4. Oktober v. I. ihre erste, höchst befriedigende öffentliche Prüfung ablegten. Indem wir dein gottgefälligen Vereine ein blühendes Gedeihen seines Werkes wünschen und profezeien; das uneigennützige Streben und Bemühen in dieser Richtung allen israelitischen Gemeinden unseres Vaterlandes zur Nachahmung anempfehlen: können wir uns denn doch einer Bemerkung nicht enthalten. Wir vermissen nämlich mit Bedauern in dem heurigen Berichte den detaitlirten Rechyungsausweis, wiewohl derselbe ohne Zweifel der Generalversammlung vorgelegt wurde. Eine Veröffentlichung desselben aber dürfte am Meisten geeignet sein, auswärtige hochherzige Israeliten zu einem nnterstüzenden Beitritte zu bewegen. Auch wäre es in statistischer Hinsicht wünschenswertst zu ersehen, wie viele Lehrlinge in jedem Jahrgänge von dem Vereine unterstüzt, aufgedungen, und wie viele derselben freigesprochen wurden, welchen Gewerben sie sich zuwendeteu, und inwiefern die Thätigkeit des Vereins in seinem Bestreben tüchtige Landwirthe zu etabliren sich bewährte. Wie viel Gewicht aber der verehrt. Ausschuß, wie billig, dem leztge§ nannten Zweige seiner Wirksamkeit beilegt, beweiset der Umstand, daß er ein