Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 2 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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— 83 neuerer Zeit haben sich Zunz, Rapoport und Luzzatto daran versucht. Ersterer übersezt die Worte יש אם לפלקדא ויש אם למסרת (Pes. 86, b. und die Parallelst.) folgender Maßen: Sowohl die Aussprache und die danach eingerichtete Schreibung des Wortes, als besten überlieferte Tertbeschaffenheit erzeugt Regeln der Eregese (Gottesv. Vortr. 325, Anm. cl). Daß אם Regel bedeute, will Zunz aus dem. Buche Jezira beweisen. Allein die אמות dieses Bnches sind nicht Regeln, sondern Elemente. Auch ist in den fragliche» Thalmudstellen gar nicht von Regeln die Rede. Wäre dies der Fall, so wurde es nicht אם sondern מרה heißen. Unbefriedigt von der Erklärung seines Freundes sucht Rapoport folgender Ansicht Eingang zu verschaffen. Er faßt mit Wolf Heidenheim אם als mster leclionis auf. Diese Bedeutung des fraglichen Wortes kann er nun zwar nicht Nachweisen; aber er meint, die malres leclionis der christlichen Grammatiker müsfett jüdischen Ursprunges sein. Er erklärt daher יש אם למקרא die Aussprache der betreffenden Sylbe verrathe eine Lesemutter, die in der Prouunciation Beachtung findet, ohne im Terte verzeichnet zu sein; so liest man שבעים’, ohne daß שבועיים geschrieben stünde (E. Millin I. 408, b. ff). Befreundet man sich mit dieser offenbar harten Erklärung, so bleibt noch immer unerklärt, was י' א?!בוסרית bedeute, da hier von einer mater leclionis natürlich nicht die Rede sein kann. Rap. hilft sich hier mit einer pilpulistischen Wendung, indem er sagt: ונקט אם נם אצל המסרת...איידי דנקט אצלמקרא אם Luzzatto möchte das Wort אם als ״Quelle" auffassen (Wick. S. 92. Anm. 2), ohne jedoch diese Bedeutung überzeugend nachweisen zu können. * י?י Nach so vielen mißlungenen Versuchen wird es wol gestattet sein, das אם mit nach der Analogie von E3=ya[4.f1a zu vergleichen. Hieraus ergiebt sich folgende Auffassung: י׳ א' למקרא, die Lesung hat eine Fessel, d. h. die traditionelle Pronunciation ist bindend, nach ihr muß sich die Schriftauslegung richten; 'י' א לכיס ו־ ת die recipirte Schreibung hat eine Fessel, die Erklärung der Schrift muß sie als normativ anerkennen. Die soiplio plen» war nämlich im 2. Jahrhundert so allgemein üblich, daß man z. B. die Aussprache von defektiv geschriebenen Sylben wie °3ת nicht als aus dem Terte (מסרת) sondern als ans der traditionellen Leseweise (מקרא) fließend betrachtete. So konnte die Meinungsdivergenz entstehen, ob für die Erklärung der Schrift Mikra oder Mafsoreth bindend und maßgebend sei. 6*