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Ben Chananja · 1858-01-01 · 2 (1858) · p. Seite 59

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
2 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 59 (sequence 11)
Language
German
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59 — ten Volke. Sie gräbt Gottes Hand in steinene Tafeln. Nur sie werden in der heiligen Lade aufbewahrt. Als das Wesentlichste der Gesetze Gottes werden sie schon in der Thora bezeichnetund auch die Benennung ״die zehn Worte," die so oft wiederkehrt, zeigt auf ihre hohe Bedeutsamkeit hin. Daß die zehn Worte nicht lose an einander gereihte Gesetze enthalten, sondern ein wohlgeordnetes Ganze bilden, ist nicht schwer zu erkennen. Schon für Philo °) war deren Zusammenhang Gegenstand der Reflexion; schon er bezeichnet die ersten fünf als Pflichten gegen Gott, die andern fünf als Pflichten gegen den Nebenmenschen. Unter den rabbanitischen Auslegern, widmet Aben Esra der Anordnung des Dekalogs zuerst seine Aufmerksamkeit, wie er denn auch der Erste ist, der die in demselben enthaltenen Verbote nicht nur in legalem, sondern auch in ethischem Sinne anffaßt und erklärt. Ewald schließt seine Erläuterung des Dekalogs mit den Worten: ״Nichts ist also an Inhalt und Anordnung vortrefflicher und einziger als diese zehn Gebote der zwei Steinplatten * 2 3)". Die Anerkennung der Fundamentalität der zehn Worte spricht sich in verschiedenen alten liturgischen Einrichtungen aus. Mit den zehn Worten eröffnete man im zweiten Tempel die tägliche Verlesung einiger Thora-Abschnitte 4 *). In den Synagogen soll diese Einrichtnng deshalb keinen Eingang gefunden haben, weil man besorgte, die Irrlehre, daß nur der Dekalog göttlichen Ursprung hätte, würde darin Bestätigung suchen3). Das Wochenfest, welches die Synagoge als den Tag der Offenbarung der zehn Worte feiert, wird in den Gebeten als Zeit der Verleihung der Thora 6) bezeichnet. ') 5. B. M. 11, 13. 2) De vita Mosis. 3) Gesch. II. S. 153. ') Tamid 5, 1. ') 1. Ber. 6, d. babli das. 12, a. יום התן תלרתנל ל. Der berühmte Kirchengeschichtschreiber Neander, ein geborner Jude, identisicirt dieses Fest mit שהתת תורת (Gesch. d. christl. Kirche I. S. 7)!! Er hat wol in seiner Kindheit keinen jüdischen ReligionSunterricht genoffen.

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