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Ben Chananja · 1858-01-01 · 2 (1858) · p. Seite 51

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
2 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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— 51 — an den mehrsten Stellen eigentlich Vertrauen, Zuversicht, getröste Versicherung auf Zusage und Verheißung Dieser Protest gegen jede Glaubenöpflicht ist seitdem öfters wiederholt worden. Auf die sprachliche Schlnßbemerkung Mendelssohn's legt noch der neueste jüdische Religionsphilosoph, Dr. Steinheim, besonderes Gewicht 2). So, meinte man, sei es schon in der biblischen Sprache ausgeprägt, daß das alte Israel wol das Vertrauen auf geoffenbarte Zusage und Verheißung, nicht aber den Glauben an geoffenbarte Lehre und Wahrheit gekannt habe. Merkwürdig ist nun zunächst, daß man die in dieser Spaltung liegende Jnconsequenz nicht herausfühltc. Genau genommen ist nämlich der religiöse Glaube, wie bereits angedentet wurde, auch nichts anderes, als eine Frucht des Vertrauens auf die Zeugen der göttlichen Offenbarung. Warum sollte nun dieses Vertrauen minder gerechtfertigt sein, als das ans Zusage und Verheißung? Der Fromme, erkennet man an, handelt ganz seiner würdig, wenn er auf die ihm gewordenen göttlichen Verheißungen baut, ohne die der Erfüllung günstigen oder ungünstigen Chancen abzuwiegen. Warum sollte er nicht seiner würdig handeln, wenn er auf die Wahrheit der geoffenbarten Lehren mit gleicher Zuversicht baut? WaS giebt der geoffenbarten Zusage eine größere Autorität als der Aussage? Entspringen ja beide einer und derselben Quelle, und ist ja der Glaube als assensus, gegen den man sich so sehr sträubt, seinem innersten Wesen nach nichts als kcluvis oder acquiescentia, deren Verdienstlichkeit zugestanden wird? Rücksichtlich des hebräischen Sprachgebrauches, auf welchen man sich beruft, hat die neuere linguistische Forschung dargethan, daß sLdrn innerlich festhalten, an Etwas glauben bedeutet^). Vertrauen im engem Sinne drückt der Hebräer bekanntlich mit בטה aus, ein Verbum, das merkwürdiger Weise im Pentateuch gar nicht vorkommt. '1 Äerus. Werke, III. S. LSI. ff. ') Glauben-l. d. Sy». S. 17. '1 Fürst Conc. s. v. Meier Wrzlwrtrb. S. 280. 4*

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