Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 1 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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— 44 — was weiß ich von der Geschichte? Was nur den Namen von Geschichte hat: Naturgeschichte, Erdgeschichte, Staatsgeschichte, gelehrte Geschichte, hat mir niemals Ln den Kopf kommen wollen; und ich gähne allezeit, wenn ich etwas historisches lesen muß, es müßte mich denn die Schreibart aufmnnLern. Ich glaube die Geschichte ist eines der Studien, welche nicht ohne Unterricht erlernt werden können ')." Auf gleiche Weise hatte auch Moses Majmonides, an dessen Werken sich Mendelssohn zum Philosophen herangebildet hatte, das Studium der Geschichte für nutzlosen Zeitvertreib erklärt^)! Die Medelssohn'sche Schule blieb in der That allen historischen Forschungen fremd. Der ״Sammler" nahm zwar ״Biografien großer Männer Israel's mit in sein Programm auf, und sprach in seinem ersten Hefte über den Nutzen-der Geschichte (Jänner 1782); alles dies war jedoch nur von geringem Belange. Die im Sammler enthaltenen Biografien Moses Raphael d'Aguilar's, Isak Orobio's und Jakob Juda Leon's von David Franko Mendez; die Majmuni's von Simon Bras; die stilistisch meisterhafte Biografie Mendels so hn's von Isak Euchel haben das historische Wissen wenig bereichert, die historische Forschung gar nicht angeregt. Erst nachdem in Deutschland nach Beendigung des Freiheitskrieges die historische Wissenschaft überhaupt einen neuen Aufschwung genommen hatte, wurden einige jüdische Gelehrte zu historischen Untersuchungen anfgemuntert. Isak Markus Jost wagte sich sogleich an die Bearbeitung einer allgemeinen ״Geschichte der Israeliten seit der Zeit der Makkabäer bis. auf unsere Tage" (1820). Die Geschichtsforschung befand sich noch so sehr in der Kindheit, daß Jost die Nothwendigkeit vorauszuschickender monografischer Arbeiten nicht klar einsehen konnte. Solche Lieferten in der ״Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums" (1822) Eduard Gaus und Leopold Zunz. In Österreich war die jüdische Geschichtsforschung zu jener Zeit durch Ignaz Jeitteles, Salamon Löwisohnund Moses Kunitzer reppäsentirt. Lezterer entwickelte viel Sammlerfließ auf thalmudischem Gebiete; Erstere, mit der Kenntniß der klassischen Sprachen ausgerüstet, bearbeiteten die politische Geschichte. Aus dem Gebiete der Literaturgeschichte war die Monografie §״Salomon Isaak, genannt Raschi von Zunz (Zeitschrift S. 277 ff.) Epoche machend. Der Chacham Bernays in Hamburg, dessen ״Biblischer Orient" in der Zeitschrift scharf reeensirt worden war äußerte zwar oft, die ״Seder ha- Daurans-Gelehrsamkeit" werde nicht von langer Dauer sein. Er hat sich aber darin sehr geirrt. Die Zunz'sche Arbeit wirkte besonders anregend in Galizien. Salomo n Bloch, der dieselbe ins Hebräische übersetzte, brachte in seiner ') Werke V. S. 432. ף Mischna-Kommeutar Sauh. 10,0... כגון אלה הספרים הנמצאים אצל הערב מספור דברי הימים וחנההח המלכים ויהגסי הערבים.... שאין בהם הבמה ולא תועלת גופני אלא אבור הומן בלבד.