Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 1 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 51)
- Language
- German
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— 45 — hebr. Geografie verschiedene biografische und literarhistorische Notizen, welche von der neuen Studienrichtung Zeugniß gaben. Vielversprechende Blüten, mitunter auch Früchte dieser Studien brachten die Biografien von Salomon Löw Rapoport in Lemberg. Diejenigen jüdischen Gelehrten in Galizien, welche den tiefsinnigen Nachman Kroch mal als ihren Lehrer und Meister verehrten, wendeten sich der historischen Forschung um so eifriger zu, als ihnen dieselbe blanke Waffen zu ihrer Selbstvertheidigung in die Hand gab. Die Beschäftigung mit Wissenschaft und Literatur wurde nämlich von manchen Rabbinen Galiziens als religionsgefährlich verdammt. Was konnte den angefochtenen Forschern, zu denen auch Rapoport gehörte willkommner sein, als sich unter die schützenden Fittige eines Saadias Gaon, eines Samuel Jbn Chofni, eines Chananel b. Chuschiel und eines Nissim b. Jakob zu stellen?—Nicht minder freute man sich, dem so sehr um sich greifenden Chaßidäismus gegenüber den Nachweis liefern zu können, daß die hervorragendsten Autoritäten des 10. und 11. Jahrhunderts die Kabbala nicht kannten oder nicht achteten. Diese beiden Tendenzen die apologetische für die Wissenschaft und die polemische gegen die Kabbala, treten in den älteren Arbeiten Rapoport's ganz deutlich hervor. Rapoport und Zunz, bis ans den heutigen Tag durch die Bande einer innigen Freundschaft verknüpft, sind in neuester Zeit öfters zusammen genannt worden. Auch Prof. A. Fr. Gfrörer stellt sie zusammen, um ihnen den Tribut seiner besonder» Anerkennuttg darznbringen: In der That kann ihnen, ganz abgesehen von den in ihren Werken niedergelegten Resultaten, niemand den Ruhm streitig machen, einen Umschwung in der jüdischen gelehrten Welt herbeigeführt zu haben. Denn während die Schule Mendelssohns die Geschichte gänzlich ignorirte, herrscht seit dreißig Jahren bei dem bessern Theile des Nachwuchses der jüdischen Forscher eine besondere Vorliebe für geschichtliche Studien; eine Vorliebe, welcher wir trotz der Profezciung des Chachams Bernays bereits eine Achtung gebietende Literatur zu verdanken haben. (Fortsetzung folgt.) Statistisches. i. Statistische Übersicht der Anzahl der israelitischen Schüler an den österreichischen Gymnasien z» Ende des Schuljahres 18^/^. Niederösterreich.121 Tirol und Voralberg ... 1 Küstenland.28 Dalmatien Böhmen Mähren. 7 . 325 . 143