Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 1 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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— 42 — KöeössLadLiry, am 28. Dezember, Ich beehre mich, Ihnen die Eröffnung und Einweihung unserer hohen Orts genehmigten und nach Vorschrift ansgestatteten 3-flüssigen Schule (die erste wirklich öffentliche Schule im Beküser Komitate), die am 14-teu Dieses, im Beisein sämmtlicher Honoratioren des Ortes stattgefunden, umständlich zu berichten. Die Feierlichkeit begann mit einem eigens zu diesem Zwecke verfaßten deutschen Gebete, das sämmtliche Schüler und Schülerinnen, festlich gekleidet, im Chor vortrugen. Hierauf nahm der Lokalschulen-Direktor S. E. Herr v. K. das Wort, die Kinder aufmunternd, fleißig zu Lernen, fromm und sittlich zu leben; den Lehrer anspornenö , seinem heiligen Berufe mit Liebe und Ausdauer vorzustehen, den Eltern Trost und Hoffnung gebend, daß ihre Opfer ihnen reichen Segen bringen werden, endigre er mit dem Wunsch: daß die Zeit nicht mehr fern sein möge, wo die hohe Regierung unsere bürgerlichen Verhältnisse denen der übrigen Bürger gleich stellen werde. Nun kam die Reihe an mich als Vorstand in administrativer Hinsicht zu sprechen. Ich sprach also: „Gleich jener Engelsstimme, die der Hagar in der Wüste zugerufen: „Steh' auf, erhebe den Knaben und halte fest deine Hand an ihm, denn zu einem großen Volke werde ich ihn machen!" hat auch uns unsere hohe Regierung zugerufen: „Aus! bildet Schulen und lasset da eure Kinder erziehen, denn sie sollen ja zum Volke werden, würdig in die Völkerzahl des großen Vaterlandes einzutreten". Wie freudenvoll muß nicht das Herz eines jeden Menschenfreundes und*' besonders des treuen Anhängers unseres Stammes und Glaubens berührt werden bei der Wahrnehmung, wie unsere hohe Regierung Schritte thut, um unserm Stamme den Fortschritt auf der Bahn der Kultur und Civilisation zu erleichtern. Denn so wie der Mensch richtig und logisch ans seinem hohem Hoffen auf ein besseres Jenseits für ein solches geschaffen und bestimmt zu sein, zu schließen berechtigt ist (denn wozu sonst hätte die Allgüte in des Menschen Brust diese Hoffnung eingepflanzt?), ebenso, meine Freunde, können wir ans den Maßregeln unserer hohen Regierung, die die zweckmäßige Erziehung unserer Jugend zum Ziele hat, mit alter Zuversicht schließen, daß uns durch deren Milde die Stellung werde zu Theil werden, zu welcher eine gleiche Erziehung befähigt. Und darum ist man, willig dieser Aufforderung gehorchend, und keine Kosten scheuend, überall bemüht, Lehranstalten in's Leben zu rufen; und selbst hier in dieser kleinen Gemeinde von nur zwölf Familien, wollen wir nach dem Wahlspruch unseres huldreichen Monarchen Franz Äosefs I. „mit vereinten Kräften" dahin streben, unserer Jugend eine Erziehung zu geben, die sie Werth und würdig machen soll — Ln welcher Beschäftigung immer sie auf der Lebensbühne erscheinen werde — sich mit Stolz Bürger des großen, vereinten Vaterlandes nennen zu dürfen.