Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 1 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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— 39 — ferner Zukunft ein Mangel an Lehrern eintreten, wenn nicht bei Zeiten dafür gesorgt wird, die materielle Lage der Lehrer zu verbessern, und den Lehrerstand anziehender zu machen. Die Betrachtung, daß die ihnen zugewendete Thellnahine mehr ihrem Staude, als ihrer Person gelte, wird für die Lehrer hoffentlich, nichts Kränkendes haben, wenn sich die Theitnahme nur kund giebt. Auch schließt ja die Rücksicht auf den Stand als solchen die Anerkennung und Belohnung persönlicher Verdienste, wo solche vorhanden sind, gar nicht aus. Mögen diese- Verdienste sich mehren in allen jüdischen Schulen! Je mehr die Lehrer selbst an ihrem Theile beflissen sind, ihrem Berufe mit Treue und Gewissenhaftigkeit zu leben, desto leichter wird es den Lehrerfreunden werden, die Forderungen der Gegenwart zu realisiren, und das vorgesteckte Ziel zu erreichen. — Pveßbuvg. Ende Dezember. Selbst geleitet von dem Geiste, dem die vererhrte Redaktion des „Ben-Chattanja" zu huldigen verspricht: selbst ein Freund jener Mittelstraße, auf der der Weise nach allen Seiten versöhnend, belehrend und erleuchtend die Hand freundlich hinbeut; will ich in meinem ersten Correspondenz-Artikel eine mögüchst treue Darstellung der Gestaltung des Jndenthums in Ungarn, wie sie heute ersichtlich ist, versuchen. Möge der freundliche Leser auch dort die leitende Triebfeder nicht verkennen, wo zwar Wunden berührt werden, jedoch in der redlichen Absicht: der Natur die Heilung zu erleichtern. Unleugbar ist in lezter Zeit viel des Guten bei uns geschehenwovon ein großer Theil den heilsamen Verordnungen einer hohen Staatsregierung zu verdanken ist. Die edle Saat fand zumeist einen ergiebigen Boden,' und bildungsfähige, für das Judenthnm begeisterte Gemüter sehen einer freundlichen Zukunft entgegen. Noch aber ist Vieles nicht so, wie wir hoffen, daß es zum Frommen künftiger Generationen sein werde; allenthalben sind noch mehr oder weniger Mängel zu beseitigen, bei welcher Ausgabe jedoch der Umstand der schwierigste ist, daß in verschiedenen Gemeinden auch verschiedene Übel wurzeln. Die ungarischen Gemeinden sind nämlich nicht, wie die böhmischen, mährischen, von einem Guße. In Ungarn hat jede israelitische Gemeinde ihre Eigenthümlichkeiten, weshalb hier die Schilderung nicht leicht ist. Um jedoch eine tzar zu große Weitläufigkeit zu vermeiden, kann man drei Gemeindeklaffen unterscheiden. Die erste wäre ich geneigt, die patriarchalische zu nennen. Die Kunde von zeitgemäßen Bestrebungen ist zu ihnen wie ein Mährchen aus „Taufend und eine Nacht" gelangt. In diesen Gemeinden ist die Jngendbildung natürlich noch mangelhaft. Der Rabbi ist die höchste Autorität auch in nicht rein theologischen Fragen. Er ist ein Gegenstand allgemeiner Verehrung. Die öffentlichen Organe im Interesse des Jndenthums, welche Richtung sie immer einschlagen, finden hier weder Lob noch Tadel: man kennt sie nicht, man braucht sie nicht, Parteiungen sind hier nicht vorhanden; die etwaigen Meinungsverschiedenheiten betreffen blos loeale Persönlichkeiten. Während die Einen den A.... für den Reichsten in der Gemeinde halten, behaupten Andere dasselbe von B.. .; und