Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 1 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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— 38 — Ungarn ihren christlichen Amtsgenoffen nicht nach. In größeren oder einsichtsvolleren Gemeinden giebt es nicht wenige Lehrer, die mit ihrem Geschicke zufrieden sind. Mein wie groß ist die Zahl der jüdischen Lehrer, die für die Zukunft etwas zurücklegen können? — Muß der Lehrer nicht mit drückender Bangigkeit seine Laufbahn auf Erden beschließen? — Er zählt die Lheuern Häupter seiner Lieben, und es fehlt ihnen Altes! Blos seinen heißen Segen kann er seinen Vielgeliebten hinterlaffen! Die Notwendigkeit und Heilsamkeit der Schule für alle Lebensbeziehungen, ist allgemein anerkannt. Die Ausgabe ist nun, neue tüchtige Lehrkräfte heranzubilden. Dies aber ist nur dann möglich, wenn die Stellung des Lehrers eine andre geworden. Unter dem Schutze Ihres „Ben-Chananja", geehrter Herr Redakteur, möchte ich mir erlauben, meine unmaßgeblichen Rarhschläge auseinander zu setzen. Für heute beschränke ich mich auf folgende Vorschläge. a) Es mögen sich alle israelitischen Kultus-Gemeinden Ungarns verbinden, um unter Beobachtung der gesetzlichen Normen und Vorschriften eine sogenannte wechselseitige Lehrer-Versicherungs-Anstalt zu gründen, die ihre Hauptagentie in Pesth hätte, natürlich unter Leitung von Wohlthätigkeits-Ausschüssen pro konoro. Zweck der Anstalt wäre, bei Ableben eines Lehrers an dessen Familie entweder eine gewisse Summe ein für allemal auszuzahlen, oder derselben eine verhältnißmäßig kleinere Jahres-Nente festzusetzen. Die Mittel zur Realistrnng dieses Vorschlages, dessen spezielle Besprechung ich mir Vorbehalte, wären theils durch die Gemeinden selbst, theils durch Schenkungen oder Jahresbeiträge einzelner Lehrerfreunde herbeizuschaffen. d) Will eine Gemeinde selbstständig für ihre Lehrer sorgen, so braucht sie bloß z. B. an die Affecuratione Generale in Triest die entsprechende Jahres- Prämie zu zahlen, um nach Ableben eines ihrer Lehrer für dessen Hinterbliebene eine anständige Summe zu sichern. Diese Opferwitligkeit setze ich bei all unfern Gemeinden voraus. Ich enthalte mich daher für den Augenblick alter weiteren Bemerkungen. „Ben-Chananja", von aller Welt freudig begrüßt, möge das Verdienst haben, dieses Colnmbusei der Welt zuerst übergeben zu haben. Möge der Erfolg ein segensreicher werden, ich würde mich glücklich fühlen, durch einen kleinen Anstoß mein Schärflein dazu beigetrageu zu haben. Nachbemerkung -er tte-aktion. Wir wünschen den Anträgen des Herrn T. die Aufmerksamkeit, die denselben gebührt. Jede auf sie bezügliche, eingehende Besprechung wird uns sehr willkommen sein. Wir fügen nur folgende Bemerkung hinzu. Die Theilnahme für die Hinterbliebenen der Lehrer, wie nicht minder die für die Lehrer selbst, muß ohne Rücksicht aus etwaige persönliche Sympathie oder Antipathie von einem höhern, allgemeinen Standpunkte angeregt und wach erhalten werden. Die Zahl der Väter, die sich entschließen, ihre Kinder zum Lehrerstande heranbilden zu lassen, ist außerordentlich gering. So muß in nicht gar