Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 1 (1858)
- Issue
- 1 (1858)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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wean man die Inschrift von der Rechten zur Linken liest. Dieselbe lautet dann: N, d. i.: Dies der große Siegelring, die sogenannte das bedeutsamste Symbol der Gnostiker; (Matter, Hwtoirs eritiyus äu Knostioisms I, 202.). Es ist merkwürdig, wie man das so nahe Liegende so lange übersehen konnte! Lorresjwndenz Schul- und Lehrerbriefe von Josef Tomler. i. Geehrter Herr Redakteur! Ich habe die Ehre, seit einer langen Reihe von Jahren, noch aus der Zeit Ihres segensreichen Wirkens in Groß- Kauischa, in Ihnen einen Mann hochzuschäzen, der sich um die Erziehung der jüdischen Jugend, um Schule und Unterricht, unvergängliche Verdienste erworben hat. Auch waren Sie als Freund des Lehrerstandes stets bedacht, denselben zu fördern. Ich hoffe daher keine Fehlbitte zu thnn, wenn ich für meine „Schul- und Lehrerbriefe" um ein bescheidenes Plätzchen bei Ihrem „BeN-Chananja" anklopfe. Der väterlichen Fürsorge unserer hohen Regiernug verdankt in neuerer Zeit auch das jüdische Schulwesen sowohl in qualitativer als in quantitativer Rücksicht einen Aufschwung, der das Herz eines jeden denkenden Juden freudig erhebt und mit Dankbarkeit erfüllt; aber unwillkürlich übermannt uns auch die Angst, daß schon in nächster Zukunft sich Mangel an Lehrern sichtbar machen dürste. Die Zeit ist vorüber, wo der Ausschuß der so zahlreich gewesenen Thalmudschulen das Contingent lieferte zum Jugendunterrichte. Die Anforderungen an den heutigen Lehrer sind strenger geworden. Ausschließliches Studium, förmliches Heranbilden wird heut zu Tage schon von dem Jünglinge gefordert, der-- sich einst dem Lehrerberuse widmen will. Nun fragt sich aber, ist dieser Beruf einladend genug, um ihm Fleiß, Kraft und Jugend zu opfern? Mit welchen Schwierigkeiten hat nicht der Lehrer zu kämpfen! Sind seine Bemühungen von Erfolg gekrönt, wie wirft sich da der stolze Vater, die eitle Mutter des Zöglings in die Brust! Sie ermüden nicht, von dem Riesengenie ihres Wunderkindes zu erzählen, das bei tüchtigem Unterrichte noch ganz Anderes leisten könnte! Ist ein Kind von der Natur vernachlässiget, haben die Eltern unterlassen, den Privatsteiß desselben zu überwachen, und kommt es durchaus nicht vorwärts; wie muß da der arme Lehrer herhalten! da war er parteiisch, gewesen, hat sich mit des reichen Nachbars Söhnlein mehr beschäftiget, hat aus Persönlichkeit das Kind ganz vernachlässiget, überhaupt sich nur einige Paradepferde ausgewühlt, um mit denselben bei der Prüfung glänzen zu können! Rücksichtlich der Gehaltsbezüge stehen zwar die jüdischen Lehrer an Volksschulen in