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Ben Chananja · 1858-01-01 · 1 (1858) · p. Seite 5

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Journal
Ben Chananja
Volume
1 (1858)
Issue
1 (1858)
Date
1858-01-01
Page
Seite 5 (sequence 11)
Language
German
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5 — als zufrieden. Höchst bedenklich findet er schon die Gleichgiltigkeit vieler Vater gegen den Unterricht ihrer Kinder im Hebräischen und ihre ungebürliche Vorliebe für das Französische und Italienische. Noch unverzeihlicher erscheint ihm der Besuch deS Schauspiels, der Komödie und der Oper. Seine scharfe Rüge trifft vollends die Thalmudisten, die sich die Kenntniß der Sabbatgesetze nicht arteignen, und selbst die Rabbinen, die das (damals geltende) rabbinische Civilrecht studiren, weil es ihnen Brod bringe, während sie das Studium des Ceremonialgesetzes hintansetzen und vernachlässigen *). Die Thatsachen, die diesen Klagen zu Grunde liegen, sind leicht erklärlich. Sie hatten theils in der sich allmälig hebenden sozialen Stellung der Juden ihren Grund, theils verdankten sie ihren Ursprung der Bewegung, zu der die sabbathäische und noch mehr die Mendelssohn'sche Schule den Anstoß gab. Ist aber die Anklage der Zeit überhaupt als Erzeugniß dieser Einflüsse zu betrachten? — Nimmermehr! Sie ist viel älter. Auch frühere Geschlechter sahen ihre Quellen nicht versiegen. Im 17. Jahrhundert tadelt R. Me!r Schiff in Fulda die profanen Gespräche, die sich allmälig in die Synagogen einschleichen ^); klagt R. Lipmann Heller, der zu Prag, Wien, Vladimir und Krakau Rabbiner war, über die in den Gemeinden herrschende Willkür und über Hinneigung zu karaitischen Jrrthümern 4); und findet R. Hirsch Koidenower in Frankfurt am Main zu seinem tiefsten Leidwesen an der Toilette der jüdischen Frauen seiner Umgebung nichts, wodurch sie als Jüdinnen kenntlich würden °). Im 16. Jahrhundert geißelt R. Salomo Loria die deutschen Juden, die es ihren Reichen hingehen lassen, wenn sich dieselben von der Beobachtung mancher Speisegesetze dispenstren, dagegen ein Zetergeschrei erheben,' wenn Jemand das Erlaubte .') L. Deb. ll. 27, d. 47, Ä. 67, a. Der. WaSthch. Eduj. 8, 7. ') L. Cham. 9. °) Kab Ha-Jascher.

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