Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 44 (3.11.1938)
- Date
- 1938-11-03
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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■-. ........... .,! mm AiM.m JitMii'- ,:w,, , - ferner: über ein rjeicfees Material gedruckter Namen listen und wird, soweit das Material nicht selbst aus reicht, die. fehlenden* Unterlagen besorgen. Anfragen sind entweder schriftlich an , das GesamiarchiV' der Juden in -Deutschland,' Berlin N. 4, Oranienburger Straße 29, 'zu richtehy oder in Sprechstunden, Montag und Donnerstag von 9—12 Uhr, zu stellen. Soweit es sich um gesetzliche Vertreter von Minderjährigen oder Entmündigten handelt, dürfen auch sie nicht verabsäumen, die Unterlagen zu beschaffen auch alle Personen, die in Anstalten untergebracht sind, müssen in den Besitz einer Kennkarte ge langen. f, Jüdische Konsulenten. ..... Berlin, 30. Okt. Zu der 5. Verordnung zum ReiehsbürgergeSeta vom 27. Sept. 1938, betrefend das Ausscheiden der Juden aus der Rechtsanwaltschaft, über die wir be reits berichtöten, sind inzwischen durch den Reichsjustizminister am 13. und 17. Okt. 1938 nähere Anordnungen erlassen worden, über die im Berliner „Jüdischen Gemeindeblatt" v/ie folgt berichtet wird: In der ersten Allgemeinen Verfügung wirdfestgestellt, daß die Aufgaben der Ausgleichs stelle durch die Reichsrechtsanwaltskammer wahrgenommen werden, welche die dieser'Stelle'zu fließenden.Beträge' als Sondervermögen verwaltet." Es wird ferner die Vergütung der jüdischen Konsulenten im einzelnen geregelt, insbesondere auch unter dem Gesichtspunkt der Beträge, die dieser Ausgleichsstelle zuzuführen sind. }; Bezüglich der U n .t e r h a*! t s z u s c h ü s s e ergehen nähere Bestimmungen, wohin diese Gesuche* zu richten und wie sie zu begründen sind. Unterhalts Zuschüsse körinen im Einzelfall bis zum Höchstbe trage von RM. 200.— monatlich bei ledigen Gesuchstellern, RM. 25(3.— monatlich bei verheirateten, verwitweten oder geschiedenen Gesüchstellern gewährt werden. Neben den Unterhaltszuschüssen können für jedes Kind bis zum Ablauf des Monats,, in dem es das 16. -Lebensjahr vollendet, RM. 10.— monatlich bewilligt werden. Etwaige andere Einkünfte des r£*esuchstellefs Wörden gemäß näherer Anordnung entsprechend angerechnet. . * In der S nächsten Allgemeinen Verfügung des Reichsjusfizministers werden dann die Angelegenheiten der jüdischen KonsulettUii eingehend geregelt. Als jüdischer Konsulent wird grundsätzlich nur zugelassen, wer auf Grund des § 1 der 5. Verordnung zum Reichsbürgergesetz voriv 27. September 1938 aus der Rechtsanwalt&chaft ausgeschieden ist. Gesuchsteller, die als Frontkämpfer eine schwere Kriegsbeschädigung erlitten haben, werden bei der Auswahl in erster Linie berücksichtigt. Weitere' ausführliche Vorschriften finden sich über. Form, Inhalt usw. der Gesuche um Zulassung als jüdischer Konsulent sowie über die Pflichten, die der zugelassene jüdische Konsulent zu erfiillen. hak. Hier , ist -.u., a.. vorgesehen, daß weibliche Hilfs-i kräfte deutschen oder, artverwandten Blutes jJurtth' den jüdischen Konsulenten nur beschäftigt Werden; dürfen, . .s.ofern, diese das. 45. Lebensjahr vollendet, haben.; , , ■ .. . . . . Endlich wird das Auf sichtsrecht über die judischen Konsulenten geregelt, und es ergehen darüber "hinaus weitere Anordnungen, von denen,.nur noch folgendes' für die; Allgemeinheit von Interesse sein dürften Zur Gewährleistung eines reibungslosen Uebergang.es inj den durch die 5. Verordnung des Reichsbürgergesetzes geschaffenen Rechts2ustand werden' die. Ober-, ländesgerichtspräsidenten" ermächtigt, an den Orten,; an. denen künftig jüdische Konsulenten "zugelassen werden,,Rechtsanwälte, die. auf Grund des § 1 dieser. Verordnung ausscheiden, für die Dauer eines Monats/ längstens-i jedoch .bis zum 31...Dezember 1938* als jü-i dische Konsulen,ten weiterhin, zuzulassen.; Von der^'Jüdischen Winterhilfe. ::v "." " B er lln, 1. Nov." | " Im Berichte 'der Zentral wohlfahrtssteile über die- Jü d i s c'h e W int e r h i I f e 1 937 / 3 8 , , den',' wir bereits besprochen.haben,- sind noch folgende Zahlen' von Interesse: .? - - Nach Spendenzweigen verteilte sich das Aufkommen der JWH derart, daß monatliche und einmalige Spenden 79,8 Proz, des Gesamtaufkommens ausmachten; die Eintopfspende erbrachte 12,9 Proz. der Gesamtspenden, Die Gesamtzahl der unterstützten Personen betrug im Berichtsjahre! 77 231 Seelen; dies; bedeutet; daß nach den für die.JWH gültigeij. Rieht-; Knien eiti reichliches Fünftel der jüdischen B.e.y.ölke-; rurig hilfsbedürftig war.. Nach Gebieten betrachtet,; stand an der Spilze^der Hilfsbedürftigkeit die jüdische | Bevölkerung in Pommern, wo auf .100 Seelen 32 Hilfsbedürftige; entfielen,-,,. An . zweiter Stelle stand: dfer Anteil der Hilfsbedürftigen im/Bezirk Schleswig-; Holstein,;-wo ebenfalls mehr. als .40 Proz, der-.jüdi-; sehen Bewohner auf die Jüdische Winterhilfe^ an-;- gewiesen-; waren.-. Beachtung verdient jdle -Verteilung .der Hilfsbedürftigen;' nach' den fGrößenklässeti der j Gemeinden. Grundsätzlich kann m^n 'sagen^ däß. Üyz { Winterhilfe um .so,;stärl^r j^lig w^d^'mötf.le.kiel- \ nef-*.<die gemeinden sin^.. Die Hil^b^dürftig|eh!_' der .;. jüdischen Bevölkerung in «den Gemeinden Idier^'Xjro-' ßenklasse .vpn mehr als 500 Seelen lag etwas unter dem Reichsdurchschnitt; in den Gemeinden von 100 bis 500 -Seelen und in den Gemeinden von weniger als 100 Seelen lag sie erheblich darüber. Mehr und mehr trat bei der Arbeit der Jüdi sehen Winterhilfe das Alter, ältere" Ehepaare nämlich und alleinstehende ältere Personen, in den Vor dergrühd. Mehr als 50 Proz. aller unterstützten Par teien bestanden nur aus einer Person. Fast 80 Proz. der unterstützten Parteien hatten keine Kinder; bei 17 Proz. aller Parteien wurden bis zu zwei Kinder mitunterstützt, und nur 3 Proz. der von der JWH betreuten Parteien hatten drei und mehr winterhilfsbedürftige Kinder. 45 Proz. der männlichen,-39 Proz der weiblichen Unterstützungsbedürftigen waren ledig. Etwa je ein,Drittel der männlichen und weib liehen- Hilfsbedürftigen* standen im Alter von - 45 bis 65 Jahren, Außerdem zeigt der Anteil der über 65 jährigen die Tendenz zum Wachsen, vor allem bei den Frauen in der Gemeindegrößenklasse von bis zu 100 Seelen, wo er mehr als ein Füidtel ausmachte. Rechnet man, daß innerhalb der Altersgruppe der 45- bis unter 65jährigen etwa ein Viertel bereits das 60. Lebensjahr überschritten hatten, so ergibt Sich, daß etwa 19 000 b'is 20 000 Hilfsbedür'ftige. älter als 60 Jahre; waren. — Die Aufwendungen für,"'die Un terstütäung der Hilfsbedürftigen durch die JWH betrugen insgesamt ca. 3 316 000 Mark. Fast ein Zehntel davon wurde für die Kohlenvefsorgung aüfge wandt. ' - Der Bericht läßt in seiner nüchternen Form die seelischen Kräfte, die die Arbeit der Jüdischen Win terhilfe tragen, nur ahnen; dennoch ist er für alle, die mit dieser Arbeit verbunden sind, eine willkommene Belehrung. Aus der Repräsentantenversammlung. B erlin, 30. Oktober. In der Sitzung vom Donnerstag, den 6. Oktober, machte der Vorsitzende zu Punkt 2 der Tagesordnung: „Vorläge betr. Festsetzung der Umlage zur Errechnung der Mitgliederbeiträge für 1938" längere Ausführungen. Der Vorstand habe aus folgenden Gründen an der bisherigen Steuerquote festgehalten.' Mit Rücksicht auf die in diesem Jahr geleisteten Ausgaben müßte zu einer starken Erhqhung der Steuern geschritten werden; durch eine kleine Erhöhung der bisherigen' Quote sei ein den Bedürfnissen der. Gemeinde entsprechender steuerlicher. Erfolg nicht zu erwarten. Der. Vorstand, beabsichtige daher durch einen in^ nächster Zeit zu, erhebenden .Sonderbeitrag einen Ausgleich1 der Finanzen Für ,das Jahr 1938 ZU schaffen, und;zwar: nach vorheriger Fjihlungnahme' Und Im Benahmen mit der Reichsvertretungi der Juden i"ni'£>eutschland, mit der dietBesprechungen hier- 'über bereits 'begonnen hätten. —^ Die Vorlage wird a n S e n'omm en;. i ".Bei der Besprechung des nächsten Punktes:"- VerabScbjfedü$g des- Etäfs1 '-jfür 1938 in1 erster und zweiter t^eiung^ab, der Vorsitzende' des Gemeinde Vorstandes ^Uhfphst : einen Uebörbli'ck über die Etatsarbeiten. ^r.,'l>e3Eetichtet 'zunächst* Mäie1- Gründe, aus denen sich für den Etat des Jaltfes1'' 1938 ein 'Zuschußbedarf ergeben hat. Sie liegen in den Auswirkungen des. Gesetzes über die Rechtsverhältnisse -der Jüdischen KuHusyereinigungen, die für die Gemeinde eine auf etwa IV« Million geschätzte. Mehrbelastung mit sich gebracht hat, wovon, ein Teil bereits, im Laufendes Jahres; veranlagt .und bezahlt worden" ist, während der Rest jedenfalls , für?die Wirtschaftsführung des Jahres-. 1938 zusätzlich in.Rechnung gestellt werden muß. . .Ferner ist .eine erhebliche Ve-mehrung der Kosten, für die ^Wanderung eingetreten durch Beteiligung an den Kosten für den Hilfsverein, die in diesem Jahre, gegenüber ,dem" Voranschlag voraussichtlich;.verdoppelt... werden müssen,, da bekanntlich; der Hilfsverein in diesem Jahre in.weit stärkerem Mäße für die. Auswanderung, ieingesefzi.Twerden müßte, als dies leider-bei dem Palästinaamt der Fall sein konnte. Weitere, ^Zuschüsse verlangte* mit. Rücksicht auf die Entwicklung der ganzen. Lage die tJnterbrihgung von: Kranken im Jüdischen Krankenhaus' und endlich müssen für •Berufsumschichtung, für Zwecke der" Er-{ riehtüng. neuer Ausbildungsstätten und damit zur För- < derung der Auswanderung ebenfalls weit höhere Mittel als bisher bereitgestellt werden. In dieser Frage habe man auch, durchdrungen von der Notwendigkeit, neue Wege zu gehen, sich mit der „ICA" in Verbindung gesetzt und dieser unsere Vorschläge unterbreitet, Wir sind, so fährt Herr Direktor Stahl fort, hierbei von dem Grundgedanken ausgegangen,, daß, eine Umschichtung der '■ Menschen aus*>den verschiedensten Gründen nicht mehr, in Deutschland, sondern allgemein1 im Ausland erfolgen sollte. Da unsere durch die Finanzlage der Gemeinde gebotenen Bemühungen.-: einen Plan für weitere Einsparungen :an;! dem Etat-) entwurf- .aufzustellen, auch, durch ,die von dieser Versammlung '-■ gewählte . Kommission nicht entschei- ' dend gefördert werden konnte, so,. habjen;wir durch! unser Mitglied, Herrn Rosenthal, ,^ein ^Sparprogramm ' eiifwörfen; 'das wir einigen" von Ihneni;zur,, Kenntnis ) gebrächt haben. Wir haben .uns.davon leijten lassen, j daß schnelle Und durchgreifende Arbeit i^ottut,'T um "ilen'Bestand defc Gemeinde .auf lange. Sichf,. sicherzustellen?1^ ' . - rt: , /-i ■ a '; . , In der Diskussion über diese Vorlage richtet Herr Dr. B e r 1 a k an den Vorstand die Aufforderung, einzelne Mitglieder der RepräsentantenVersammlung zu der Aufstellung des Etats heranzuziehen, um sich'ihre Anregungen nutzbar zu maghen, Nach einer weiteren formalen Aussprache wird der Etat für 1938 in erster und zweiter Lesung von der Repräsentantenversammlung angenommen. Zum Schluß richtet der Vorsitzende der Versammlung Abschiedsworte an das Mitglied der Versammlung, Herrn Locker, denen sich der Vorsitzende des Vorstandes anschließt. In der Sitzung vom 2 0. Oktober wird als neues Mitglied des Gemeindevorstandes an Stelle des aus* geschiedenen Herrn Schmeidler Herr Dr. Moritz Landau gewählt. Im weiteren Verlauf der Sitzung werden noch einige sächliche Vorlagen beraten und erledigt. " •"'' r * Das Laadheim Herrlingen. Berlin, 30. Oktober. Die Schulabteilung der Reichsvertretung teilt mit; „Das Landschulheim Herrlingen (bei Ulm a. D.}( das unter Leitung von Hugo Rosen thal ein wertvolles Glied des jüdischen Erziehungswerkes in Deutschland geworden ist, stand bis vor kurzem in Gefahr, wegen des plötzlichen durch die Auswanderung der Eltern bedingten Abgangs einer größeren Anzahl von Schülern bereits Ende November schließen zu müssen. Durch das Eingreifen der Reichsvertretung und der süddeutschen Landesverbände ist es gelungen, die Weiterführung des Landschulheims sicher zu stellen. Das.Landschulheim ist in der Lage, noch eine gewisse Anzahl von Schülern aufzunehmen! Anfragen sind an die Leitung des Landsehulheims Herrlingen zu richten." Jüdische Wohlfahrtspflege. Berlin, 30. Oktober. ■ Die „Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik" haf ihrem soeben ausgegebenen Oktoberheft wieder eine besondere Prägung gegeben: den Blick auf die Aufgaben und Gedanken, die sich in unmittelbarer Zukunft der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland stellen. . ' Ihre ideenmäßige Bedeutung findet einen Niederschlag in Beiträgen von Dr. Max Grünewald, vDr. Georg L u bl n s k i und Dr. Georg Josephsfeh a 1, die aussprechen, was sie im Augenblick des Ausscheidens, ^aus. der, Arbeit infolge der Uebersiedlung nach Palästina "be-wegt. J b s. e^pih.tii.al zeichnet die „Aufgaben des jüdischen Jugendleiters", In seinen ."Ausführungen verlangt er' vor §41em Erziehung zur Realität, zur Wertung - der kleinen und kleinsten Aufgaben, die Belebung der Selbstarbeit der Jugendlichen. Der Jugendleiter selbst müsse der Gefahr "des, Funktionärtums entgehen.;. In unmittelbare Praxis führt dann Erich Saling e r (Zentralverband jüdischer: Handwerker Deutschlands) mit einer übersichtlichen Zusammenstellung von Umschichtungsberufen für Männer, für Frauen und für Aeltere, die in einem Zeitraum bis zu einem Jähre erlernbar und als für die Auswanderung ausreichend anzusehen sind. ,,Zum Problem der jüdischen Gruppensiedlung" bringt das Heft zwei interessante Beiträge, Erwiderungen auf Dr. Willy Katzensteins Frage: „Sind jüdische Gruppensiedlungen möglich?" (August-Heft der Blätter). Dr. Leo Löwenstein vertritt den Standpunkt des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, der schon 1919 in seinem Gründungsaufruf die Umschichtung a^uf- Landwirtschaft gefordert und sie in seiner Gruppensied-- lung Groß-Gaglow verwirklicht hat. Dr. Arthur Prinz untersucht das Für und Wider, Er gelangt zu einer Zusammenstellung: der - Voraussetzungen, bei deren* Befolgung ein Siedlungsplan früchtbar erscheinen würde. Der Gruppensiedlungsgedanke klingt auch ineinereingehenden Würdigung des-'Hope- Simpsori-Berichts von Dr. Walter Groß. : Die Schilder der Krankenbehandler. Wien, 29. Oktober. Die Aerzteberatung der Israelitischen Kultusgemeinde teilt mit: < In der Frage der weisungsgemäß zu führenden besonderen Schilder, bezw. des Aufdrucks auf. Rezepten, find Briefbogen der zugelassenen jüdischen Behandler ist eine endgültig behördliche Weisung noch nicht erfolgt. Nach Eintreffen der endgültigen Vorschriften wird die Aerzteberatungsstelle umgehend die zugelassenen Behandler von den zu treffenden Maßnahmen mittels Rundschreiben verständigen. Die Jüdische Winterhilfe in Wien. K Ii . i-i, Wien, 29, Oktober. Die Kultosgemeinde erläßt folgenden Aufruf an die Gemefndemitglieder: ' ■ .? '■'{, „Z^hntaaliwde; qnsere¥'" Brfider sind, /wenn wir hiien ''nicht rechtzeitig hblfen,^ dem Hunger- und der ."■lt;v-.r--'c. •itlü>:.,;i-.|-,Vy--