Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 44 (3.11.1938)
- Date
- 1938-11-03
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Tunis 2× ep/1048155
- Amiens 1× ep/1044016
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j^^p^^^^^^^^^p^^^^^^^^^S^^^^w^^^?^^^!«^PPW Hiippss*? 3. November 1938 Der Israelit Nr. 44 Seite 5 Wenn jeder, der die Keren Hatorah-Ziele begreift, in die Keren HotOTah - SammeldoSe täglich wenige Pfennige legt* dann können wir allen unseren Aufgaben gerecht werden. Dosen a nfordern bei: Keren Hatorah, Hamburg 13, Bogenstraße 15, I. Stock „Ich habe volles Verständnis für die Besorgnis in Bezug auf die Lage in Palästina, die in ihrem Telegramm zum Ausdruck kommt. Ich habe bei zählreichen Gelegenheiten meine Teilnahme für die Schaffung einer nationalen Heimstätte für die Juden in Palästina bekundet. Trotz der Stockungen, die durch die Unruhen in den letzten Jahren verursacht wurden, bin ich durch den erzielten Fortschritt und durch die bewundernswerten Leistungen der jüdischen Siedler in Palästina ermutigt worden. Im Laufe der Besprechungen, die vor etwas mehr als einem Jahr in London stattfanden, haben wir die Zusicherung erhalten, daß die britische Regierung uns über etwaige Vorschläge betreffend eine Aehderung des Palästina-MaadatSj die dem Völkerbund vorgelegt werden sollten, genau informiert würde. Wir sehen also der Gelegenheit entgegen, der britischen Regierung unsere Stellungnahme in Bezug auf etwaige Vorschläge auf Mandats-Aehderung, die infolge des demnächst erwarteten Berichtes der Palästina-Teilungskommission gemacht werden mögen, auseinanderzusetzen. " Andererseits ist mir bekannt, daß nach dem Wortlaut unseres Vertrages mit Großbritannien in Bezug auf das Palästina-Mandat wir nicht in der Lage. sind, Aenderungen im Mandat zu verhindern. Das Aeußerste, was wir tun könnten, wäre, uns zu weigern, etwaige Aenderungen, die amerikanische Interessen betreffen, als für solche Interessen gültig anzuerkennen, "wenn wir nicht vorher unsere Zustimmung hierzu gegeben haben. Sie können versichert sein, daß wir nach wie vor die Lage sehr genau verfolgen." Die islamitische Weif. Man ist leicht geneigt, die mohammedanische xmd die arabische Welt zu identifi2ieren. Tatsächlich aber decken sie sich durchaus nicht. Abgesehen davon, daß nicht alle Araber Muselmanen sind, bilden die arabisch sprechenden Völker nur etwa ein Sechstel der Masse, die sich zum Islam bekennt. Der mohammedanischen Religion gehören etwa 250 Millionen Menschen an, die arabisch sprechenden Völker umfassen etwa 40 Millionen Menschen. Arabisch sprechen rund 500.000 Juden, und zwar 170.000 in Marokko, 100.000 im Irak, 85.000 in Algier und ebenso viele in Tunis, 80.000 in Aegypten, 50.000 in Temen, 20.000 in Syrien und 18.000 in Tripolis. Dann zählte man 800.000 arabisch sprechende Christen, sowie 120.000 Drusen und 20.000 Angehörige anderer Volksstämme, die sich ebenfalls der arabischen Sprache bedienen. Man kann demnach sagen, daß ungefähr eineinhalb Millionen Menschen, die nicht Mohammedaner sind, arabisch sprechen. Somit sind 96 Proz. der arabisch sperchenden Völker Muselmanen. Rassenmäßig am reinstendürften die ungefähr sieben Millionen Einwohner der arabischen Halbinsel sein. Dagegen sind in Palästina und in Transjordanien die Beduinen die einzigen Einwohner rein arabischen Ursprungs; ihre Zahl beträgt in Transjordanien 140.000, in Palästina 67.000. Von den restlichen 750.005 Mohammedanern dieser beiden Länder läßt sich die Abstammung sehr schwer feststellen. Sicher ist, daß nach der Eroberung dieser Gebiete durch die Muselmanen die Zahl der Eroberer im Verhältnis zu den Eingeborenen nicht mehr als 30 Proz. betrug. Die Eingeborenen wurden ja nicht vernichtet, sie wanderten auch nicht aus, sondern blieben in ihren Städten und Dörfern, während die Sieger die militärische und die administrative Schicht bildeten. Die Eroberer zwängen...jedoch dem Land ihren Glauben auf- Und so wurden alle Einwohner Mohammedaner. Im Laufe der Jahrhunderte erschienen neue Eroberer, die nicht Araber waren, Seldschuken, Mongolen, europäische Kreuzfahrer, Kurden, Mameluken und Aegypter. Von den 950 000 Mohammedanern dürften daher höchstens 300.000 arabischen Ursprungs sein. Aehnlich liegen die Verhältnisse in Syrien. Die Einwohnerzahl der Republik Libanon und der Republik Syrien zusammen macht etwa drei Millionen aus. Davon sind 350.000 Be- J duinen, die zweifellos von arabischen Vorfahren abstammen. Im übrigen setzt sich die Bevölkerung außer aus Arabern zweifelhaften Ursprungs aus Drusen und verschiedenen christlichen Bevölkerungssplittern, Chaldäern, Armeniern und Assyriern, zusammen. Einen hohen Prozentsatz von reinen Arabern hat Irak. Von den drei Millionen Einwohnern dieses Staates leiten 1,800.000 ihre Herkunft von arabischen Ahnen ab; der Rest der Bevölkerung des Irak sind Kurden, Chaldäer, Assyrier und Juden. Rechnet man die Ziffern von Palästina, Transjordanien, Syrien und Irak zusammen, so kommt man zu dem Schluß, daß die arabische Bevölkerung dieser Staaten vermutlich 3,200.000 Seelen zählt, von denen zwei Drittel Nomaden sind und nur ein Drittel seßhaft. Wie immer aber die Beziehungen zwischen Sprache und Herkunft sein mögen, unbestreitbare Tatsache ist, daß die Sprache allein kein hinreichendes Mittel ist, um alle diejenigen, die sie benützen, auch politisch zu vereinigen. Das Rote Meer und der Suez-Kanal teilen die beiden arabischen Sphären nicht nur in geographischer, sondern auch in ethnographischer Hinsicht. In Afrika sind die Araber eine Minorität, östlich vom Suez-Kanal und vom Roten Meer immerhin eine Majorität. In Aegypten z. B., wo die arabische Sprache und Kultur vorherrschen, gaben bei der letzten Volkszählung bloß 500.000 Menschen, in der Mehrzahl Beduinen, an, daß Araber ihre Vorfahren gewesen seien. Die anderen nannten sich schlechtweg Aegypter, womit sie wahrscheinlich sagen wollten, daß sie sich als zur „ägyptischen Rasse" ' gehörig betrachteten. Auch in Marokko, Algier, Tunis, Lybien und Tripolis" befindet -slck di©; Bovöücerung, die von Arabern abstammt, in der Minderheit. Der Einfluß der Berber, Neger und Phönizier macht sich hier noch stärker bemerkbar als in Aegypten. Die Menschen rein arabischer Abstammung dürften in diesen arabisch sprechenden Ländern nicht mehr als 10—15 Proz. der Gesamtbevölkerung darstellen. Von größerer Bedeutung als t die gemeinsame Sprache sind für eine politische Einigung die wirtschaftlichen und kulturellen Fragen. Sie blieben jedoch ein großes Hiedernis für eine Zusere Generation befruchtend wirken kann? Bietet sich eine bessere Gelegenheit, Neues zu gestalten, als an die Vergangenheit anzuknüpfen? Diese Wandbehänge im Museum der Gobelins lenken aller Augen auf sich, durch die Kühnheit ihrer Ideen, durch die Anordnung ihrer Gruppen, durch die Reichhaltigkeit in der Darstellung der Einzelheiten, durch die Vielseitigkeit der umrahmenden, Elemente und durch ihr strenges Ebenmaß. Um einen Teppich herzustellen, genügt es nicht, etwa ein getreues Abbild eines Gemäldes erzeugen zu wollen; (Die Reproduktion der acht Gemälde von Poussin zum Beispiel, die Sich mit der Geschichte von Moses befassen, wurden so sehr als mißlungen betrachtet, daß Napoleon I. im Jahre 1808 ein ausdrückliches Verbot erließ, bildliche Darstellungen auf Wandteppichen zu machen, die mit den Originaldarstellungen doch niemals wetteifern könnten.) Es müssen vielmehr spezielle Entwürfe vorliegen, die der Technik der Teppichweberei und -Stickerei angepaßt sind. Was für herrliche Ergebnisse alsdann erzielt werden können, beweist diese Ausstellung. Nach den Entwürfen von Simon Vouet wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in dem Atelier •des Louvre die Szene „die Tochter Jephtas" auf einen Wandbehang gestickt. Man sieht Jephta von seiner berittenen. Leibgarde umgeben 'mit einer Bewegung der Verzweiflung seine Kleider zerreißen beim. Anblick seiner Tochter, die auf ihn zustürzt. Aus derselben Epoche stammt ein zweiter Teppich; „Simson bei dem Festmahl der Philister". Simson ist im Begriff, eine der Säulen des Saales umzustürzen. „Das Opfef Abrahams" ging aus den Werkstätten von Saint-Marcel hervor, die bis zum Jahre 1662 in Betrieb waren, dem Zeitpunkt der Gründung der königlichen Manufaktur der Gobelins. In den Ateliers von Amiens wurde ein Gobelin „Elias wird auf einem feurigen Wagen entführt" hergestellt. Nach Werken von Charles le Brun wurden die Teppiche geschaffen: „Moses wird ausgesetzt" und „Moses wird im Wasser gefunden". Nach Entwürfen von Antoine Coypel wurden 1711 weitere biblische Szenen in Wandbehängen ausgeführt, unter denen sich befinden: ,,Das Urteil des Salomo", „Tobias", „Laban", „Esther", „Die Wiedererkennung des Joseph" ... In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß der jüdische Maler Henri Lehmann im 19. Jahrhundert ein Bild „die Tochter Jephtas" malte, das lange Zeit in der Galerie der Herzogin von Orleans hing., Die Manufaktur der Gobelins besitzt ferner eine» Serie von Teppichen, auf denen die Geschichte der Esther gestickt ist; „Esther wird ohnmächtig", „Mordechai's Triumph", „Die Gefangennahme von Haman" usw. Im Louvre befindet sich noch ein Wandteppich,. „Vasti und Assyrus", im CIuny-Museum ist auf 2ehn Teppichen die „Geschichte von David und Bathsabee" für die Nachwelt aufgestickt. Esch. Briefkasten. Plauni, In den Großgemeinden ist durch die Volks- und Mittelstandsküchen im Sinne Ihrer Anregungen bestens gesorgt. Dr. B. in M. Der Aufsatz kam für diese Woche zu spät ■ und kann daher erst in nächster Nummer erscheinen. Schneesternchen. Von Said Maus, Viele weiße Sterne spielen glitzernd in der Luft. Viele, die schon herniederfielen, ruhen in der Gruft. Neue kommen, kreisen, fliegen Manche werden Eis. Bleiben welche länger liegen, scheint die Erde weiß. Wochenkalender. Vom 5. — 12. November 1938 / Vom 11. — 18. Marcheschwan 5699 "W» ip ms? Samstag Nov. 5 psm» 11 as? Sonntag 6 12 iy Montag 7 13 ty - Dienstag 8 14 ny Mittwoch 9 15 iy Donnerstag 10 26 ry Freitag 11 17 ny Samstag 12 18 oy •)b *\b na»