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Der Israelit · 1938-11-03 · Heft 44 (3.11.1938) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 44 (3.11.1938)
Date
1938-11-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 44 Oer Israelit 3. November 193Ö . Die im britisch-amerikanischen Verlrag vom 3. Dezember 1924 festgelegten Rechte seien: keine Unterscheidung zu IJngunsten amerikanischer Bürger in Handelsfragen; keine Beeinträchtigung amerikanischer Vermögensrechte; Berechtigung amerikanischer Bürger zur Gründung und Aufrechterhaltung von religiösen, philantropischen und Erziehungsinstituten in Palästina; Sicherung im Rech tsverfahren; und im allgemeinen Gleichberechtigung mit Angehörigen fremder Staaten. Die Erklärung zitiert ferner die Klausel des Vertrages mit England in Bezug auf da? Palästina-Mandat, aus der hervorgeht, daß etwaige Aenderungen im Mandat nur mit der Zustimmung der amerikanischen Regierung vorgenommen werden dürfen. * * * Eine aus führenden jüdischen Persönlichkeiten aller Richtungen zusammengesetzte Abordnung sprach auch beim britischen Botschafter in Washington Sir Ronald Lindsay vor und überreichte eine Denkschrift, in der England aufgeforder wird, die Verpflichtungen in Bezug auf Palästina zu erfüllen. Der Text des Memorandums l&üteti „Im Vertrauen auf das Wort der britischen Regierung haben die Juden Amerikas sich mit Begeisterung und Selbstaufopferung der Aufbautätigkeit in Palästina angeschlossen. Glaube und Vertrauen zu Englands demokratischen Idealen und seinen hohen Begriffen von Gerechtigkeit und von Gesetz und Ordnung, haben die amerikanische Judenheit bewogen, die jüdische nationale Heimstätte unter dem Schutz des britischen Weltreiches zu bauen. Trotz vorübergehender Zweifel und Enttäuschungen hat die amerikanische Judenheit ihre Mitarbeit fortgessetzt, in dem Glauben, daß der Vertrag mit England nicht nur für eine Regierung bindend war, sondern für alle nachfolgenden Regierungen, von denen mit Zuversicht erwartet werden konnte, daß sie der britischen Tradition die Loyalität und den britischen Versprechungen die Treue wahren würden." Die Denkschrift erinnert ferner an die britischen Verpflichtungen, die im Weißbuch vom Jahre 1922 niedergelegt wurden, und unterstreicht, daß die jüdische Bevölkerung Palästinas seit April 1936 trotz aller Gewaltakte inre' friedliche Arbeit fortgesetzt hat, Der Lohn für diese heldenhafte Selbstbeherrschung sei unglaublich ungerecht. Es heiße nun, daß, ohne Rücksicht auf die tragische Lage von zahllosen Juden, die heimatlose Wanderer geworden sind, die Mandatarregierung beabsichtige, die Türen des Gelobten Landes Vor dem Volke zu verschließen, dem das Gelöbnis gegeben wurde. Das Memorandum schließt mit den Worten: „Dankbar für den Geist der Teilnahme und des Verständnisses, der in der Balfour-Dekiaratlon seinen Ausdruck gefunden hat, fordern wir nunmehr die Verwirklichung dieses Geistes in einem positiven und konkreten Programm, damit die jüdische Einwanderung fortgesetzt werden könne und die unerträgliche Last von jüdischen Massen erleichtert werde, indem man eine große Anzahl von Juden eine Heimat und Existenzmöglichkeiten in Palästina finden läßt." Nichtjüdische Stimmen in Amerika. Erzbischof Michael Curley in Baltimore, ein führender katholischer Geistlicher, drückte in einem Briefe an Dr. Harry Friedenwald, ehemaligen Vorsitzenden der Zionistischen Organisation Amerikas,, die Hoffnung aus, daß Großbritannien nichts in Bezug auf Palästina unternehmen werde, das geeignet wäre, die Lage der Juden noch mehr zu erschweren.. Da Palästina das einzige Land zu sein scheine, in dem die Juden aus Europa Zuflucht finden könnten, würde die Sperre der Einwanderung nach Palästina eine Verschlimmerung ihre Schicksals bedeuten. Joseph P. Tumulty, der von 1913 bis 1921 Sekretär des Präsidenten Wilson war, richtete an Präsident Roosevelt ein Telegramm, in dem er ihn auffordert, das von Wilson gemachte Versprechen in Bezug auf das jüdische Nationalheim in Palästina zu erfüllen. Tumulty erklärt, daß die Gerüchte über die Möglichkeit einer Abänderung der Palästina-Politik einen besonders starken Eindruck auf diejenigen machen müssen, die sich des lebhaften Interesses erinnern, mit dem Präsident Wilson der Idee der Rückkehr der heimatlosen Kinder Israels gegenüber stand. Im Jahre 1917 habe Wilson monatelang mit dem britischen Kriegskabinett über die Frage korrespondiert, in welcher Weise die Balfour-Deklaration abzufassen sei. Er habe fortwährend darauf gedrängt, daß die Rechte der Juden im Heiligen Lande so weitgehend als möglich festgesetzt werden sollen, um das Aufbauwerk zu erleichtern. Im Oktober 1917 habe Wilson an die britische Regierung seine Zustimmung zum revidierten Text der Balfour-Deklaration gekabelt, der am 2. November veröffentlicht wurde. Ein Jahr später, sowie im März 1919 habe er wieder seiner Ueberzeugung Ausdruck verliehen, daß das historische Unrecht am jüdischen Volke gutge- Schild Abrahams und Schild Davids. Ein allbekannter Midrasch: ^ns "ab -jtfvxi „Und ich mache Dich zur großen Nation", daher im, Achtzehngebet fcamas '»pV« „G'tt Abrahams". ns-OHi „Und ich segne Dich", daher pns1 ■'pis „G'tt Jizchaks". -[13V ntniKi „Und ich mache groß Deinen Namen", daher apy 'piw „G'tt Jakobs". Schließen soll aber der Segensspruch nur mit Dir, Abraham. Du wirst Träger des Schlußsegens sein! mm ''»n im? tj bn "■isa ■wn "1,T> bw- Wir verstehen diese Midraschstelle nach einer Erklärung S. R. Hirschs zu einem anderen Satze der Sidra etwa folgendermaßen; Abraham verkörpert die Periode des höchsten Glückes in der jüdischen Geschichte, da man den Juden ehrt und achtet, nicht obwohl, sondern weil er Jude ist. Jizchak ist schon der Titel einer Geschichtsperiode, in der der jüdische Name weniger hoch in Ehren steht. Jakob schließlich . ist der Name für Galuth und Ghetto. Im Auf und Ab der Geschichte und Geschicke des jüdischen Volkes ist einmal der elfte, ei» ändere? Mal der andere Stammvater bezeichnend für die Lage. Der Schlußsegen knüpft aber an den Namen Abraham an. Am Ende der Zeiten steht Israel als abrahamitische Segensquells für die Welt und die Volker. * * Weniger bekannt ist ein ähnlicher Midrasch zu Tillim, der König David zum Mittelpunkt seiner Betrachtung hat. Auch David äußerte den Wunsch, gleich Abraham im Achtzehngebet an hervorragender Stelle erwähnt zu werden. G'tt aber sprach: „Du kä*nnst*Dir die Kröne Abrahams nicht anmaßen, denn jener wurde zehnfach geprüft und hat alle Prüfungen bestanden." „So prüfe auch mich," sprach David -3031 'n »Jana. Es geschah nach seinem Wunsche. Aber schon die erste Prüfung bei dem Zusammentreffen mit Bat Schewa, dem Weibe des Uria, bestand er nicht. Eine Reihe von herrlichen Kapiteln, die allen Späteren den Weg der Buße und Einkehr zeigen, danken wir jenem unerfreulichen Zwischenfall. Er erlangte durch seine demütige Reue ein reines Herz und neuen festen Geist. ■>;npa vin paa ivm D'pVs 'V «la ">int> aV- Wurde aber König David jener Wunsch, im Achtzehngebet verewigt zu werden, nicht erfüllt, so wurde ihm stattdessen ein .Denkmal in dem Segensspruch nach der Haftora gesetzt. Darum sagen wir in 'in "w -|vd- Wir segnen G'tt, der Schild und Schutz für David ist. Auch für die Geschichte gibt es eine Haftora, einen Schlußgesang, einen Nach- und Ausklang. Und dieser ist ein davidischer Gesang. Der Messias, als Erlöser Israels und der Welt, kommt aus dem Hause Davi d s. Die Haftora der Geschichte hat David zum Mittelpunkte. So spricht es auch der Prophet Hosea in Kap. 3 aus. eaa^n im n«i fcarvj^s "\ t-is j?an t->».-\V »aa MW in«- „Nachher kehren Israels Söhne zurück, und sie suchen G'tt ihren G'tt und David ihren König!" macht werden könne, indem ihm Gelegenheit gegeben werde,, seine Kultur in seinem Heimat- - lande' wieder zur Blüte zu bringen. Tumulty erklärt, daß er diese allgemein bekannten Tatsachen wiederhole, um z.u unterstreichen, daß die a m e r i kY-a n i sehe Regie r u n g an der modernen Geschichte P a1ä s t i - nas nicht uninteressiert sei. Wenn die Vereinigten Staaten sich um die Erfüllung eines Versprechens kümmern, an dessen "Gestaltung sie teilgenommen haben,-so geschehe dies nicht nur aus Bewunderung für den Idealismus. Wilsons, sondern in Waltung ihrer Rechte. Waad Leumi dankt Am er i k a. Aeußerungen Roosevelts, Senator Robert Wagner, der im Senat den Staat New York vertritt, besuchte am 20. Okt. Präsident Roosevelt in dessen Haus am Hyde- Park, um über die Palästinaf rag e zu beraten. Er gab nach dem Besuch folgende Erklärung ab: „Der Präsident teilte mir mit, daß er und die amerikanische Regierung dafür eintreten, daß Palästina als eine jüdische nationale Heimstätte ohne jede Begrenzung äufrecht erhalten wird. Er versicherte mir ferner, daß er die Lage genau verfolge, und daß alles geschehen werde, was in den Kräften der Regierung sfehX um eine Begrenzung der Einwanderung zu Verhindern. Jetzt sei es unbedingt notwendig, daß Palästina ohne Begrenzung den Juden offen bleibe, sonst gäbe es keinen Ort in der Welt, an dem sie Zuflucht finden könnten. Ich glaube, daß wir in der Lage sind, unseren Protest an die britische Regierung wirksam zu gestalten. Ich hege die starke Hoffnung — an das Gegenteil kann ich nicht glauben —, daß Palästina auch weiterhin das jüdische Nationalheim bleiben wird." Senator Wagner erklärte ferner, daß es dem Präsidenten nicht nur darum zu tun sei, daß die Tore Palästinas offen bleiben, sondern auch darum, daß eine große Einwanderung gewährleistet wird. Er fügte hinzu, daß Amerika mehr tun könne, als bei England formellen Protest gegen eine Begrenzung der Einwanderung einzulegen. Präsident Roosevelt hat fn einem offenen Briet an Thomas I. Spellacy, Bürgermeister von Hartford im Staate Connecticut, erneut seinem Interesse am Jüdischen Nationalheim und seiner Bewunderung für die bemerkenswerten Leistungen der jüdischen Siedler Ausdruck gegeben. Das Schreiben Präsident Roosevelts lautet wie folgt: ■ . . . Kleines Feuilleton. Die Bibel in der Kunst der französischen Wandteppiche. Paris, im Oktober 1938. Im Museum der Gobelins ist kürzlich eine neue Sammlung dem Publikum präsentiert worden: eine Ausstellung von Wandteppichen. Unter den Vorhängen befinden sich zahlreiche,- die Szenen aus der Bibel darstellen nach den Werken großer Meister der französischen Malerei vom 16. bis 18. Jahrhundert. Diese Werke, die ein eindrucksvolles dekoratives Ganzes bilden, sind nur zu geeignet, die Aufmerksamkeit der jüdischen Künstler von heute auf sich zu ziehen, Man hat im Laufe der letzten Zeit mit Bedauern feststellen können, daß die Wiedergabe historischer Vorgänge der jüdischen Geschichte immer weniger zum Gegenstand der modernen Schöpfungen jüdischer bildender Künstler geworden ist» Wenn es auch nur zu begreiflich ist, daß gerade an unserer Zeit der Umwertung und der Erneuerung des jüdischen Lebens und Strebens die Aufmerksamkeit sich vor allem den Problemen der Gegenwart und dem Bild der Umwelt zuwendet, so mag man nicht vergessen, welche ungeheuren Werte in unserer biblischen Geschichte heute wie. einst vorhanden sind. Um eine neue Tradition auf dem Gebiete der jüdischen Kunst zu schaffen, kann nichts geeigneter sein, als auf die bestehende Tradition zurück zu greifen. Ist es nicht immer wieder die Bibel, welche auf un-

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