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Der Israelit · 1938-11-03 · Heft 44 (3.11.1938) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 44 (3.11.1938)
Date
1938-11-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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*l Niehl Mitleid, sondern Mittel und Menschen braucht der Jischuw. if ortsetsung von Seile 1.) jzelne jüdische Menschen und Niederlassungen richten, sondern g-e gen die ewige Hoff nung Israels. Verstehen und bestehen wir den Kampf nicht, laufen wir Gefahr, unsere Hoffnung zu verlieren. Ueber zweieinhalb Jahre steht nun der Jischuw in schwerem Kampfe auf der ganzen langen, breiten Front. Wenn die Ueberfälle von 1929das M i 11 e i d. der jüdischen Welt erregten, so brauchen wir im Kampfe, in dem wir h e u t e stehen, kein Mitleid, sondern M i t a rb e i t, Mitkämpfer! Wir brauchen neue Menschen und Mittel, denn jüdische Arbeit und jüdischer Schweiß von 60 Jahren ist in Gefahr. Wir sind, des sicher, daß sich die politische Lage einmal bessert. Gerade die neuen Jischuwpunkte werden guten Einfluß auf die Machtiaktoren ausüben, die es in der Hand haben, die Lage zu verbessern. Erweisen sich, die großzügigen Staatspläne Großbritanniens als unausführbar, so werden wir eben in kleinerem Maßstabe weiterarbeiten müssen, und «dann gilt es erst recht, über unsere Positionen zu wachen! Wir brauchen zur Stunde mindestens noch tausend junge Menschen, um diejenigen abzulösen, die Uebermenschliches geleistet habet! und deren Hand in schwerem Dauerkampfe erschlafft ist. Wir brauchen noch ein paar Dutzend „Chanitas". , Hättenwir heute eine Million Juden im Lande und eine bessere ökonomische Lage, wir würden mit unseren Gegenspielern, auf friedliche Weise, ganz anders fertig werden. Es wäre kindisch, an einen billigen Frieden mit den Arabern zu denken. Sie fordern von uns den höchsten' Preis: unsere Hoffnung, und diesen Preis werden wir nicht zahlen. So haben wir durch Vernunft, Besonnenheit und Disziplin, durch: Mut und Tatkraft, durch Aufbau an Stelle der angerichteten Zerstörung, die andere Seite zum Frieden zu zwingen! Man wird sich mit diesen Ausführungen im ganzen einig wissen, — vorausgesetzt, daß sie nicht 'im Sinne des absoluten Vertrauens auf eigene Kraft gedacht sind. Tausend neue Menschen brauchen wir zur Stunde in Palästina, und unter ihnen müssen zumindest ein paar Hundert sein, die mit dem Psalmsänger wissen, daß all unsere Kraft versagt, wo der vertrauensvolle AufbhVk zu G'tt fehlt; daß, „wenn G'tt das Haus nicht baut, sich vergebens die Baumeister mühen; wenn G'tt die Stadt nicht bewacht, alle Wachdienste des Hüters unnütz sind." Diese Erkenntnis muß zur kräftigen Förderung einer g e s e t z e s t r e u e n A 1 i j a h führen. jüdisches Gut und Leben zu schützen, sich in London und anderen europäischen Großstädten auf Universitäten vorbereiten, um in einem späteren, ruhigeren Palästina als Aerzte, Rechtsanwälte, - Ingenieure usw. zu wirken. Wie aber, wenn man später fragen wird: „Wo seid Wochenrundschau. Die neue Schedule — „Wenn die Brüder im Kampfe sind" — Zweierlei Tascbiich. Die : bekanntgegebene S c h e d u 1 e kann gewiß unseren Erwartungen nicht entsprechen. „Wir brauchen allein zur. Ablösung der im heldenhaften Ab» wehrkampf stehenden jungen Menschen in den Kolonien und Siedlungen tausend neue Kräfte," sagte Smilanski, einer der besten Kenner Palästinas, in einem Referate, dessen Inhalt wir an anderer Stelle unserer Nummer wiedergeben. Aus den bewilligten zweitausend Zertifikaten für Kapitalisten und tausend für Arbeiter, zu denen noch 800 Zertifikate für Verwandtenforderung kommen, werden wir jene Ablösung nicht 'bestreiten. Wir brauchen aber die jüdischen Menschen in Palästina nicht in erster Reihe für den Kampf, sondern für die friedliche Arbeit, durch die allein wir den Gegner zur Raison bringen können, und so können wir Wert oder Unwert der neuen Quote nicht unter dem Ge" Sichtspunkte des Abwehrkampfes beurteilen. Der hohe Wert der jetzt bewilligten Schedule muß nach anderen Gesichtspunkten bemessen werden. Nach den neuerdingsr: aufgetauchten Vorschlägen und Lösungsversuchen, die Verwirrung im Jnnern und eine Irreführung der öffentlichen Meinung zur Folge hatten- und: zu allerlei alarmierenden Gerüchten über ^völlige'Einstellung1 der-Emwaride führten, wirkt es geradezu -erlösend, daß nun doch; noch im Prinzip wenigstens, .von England die Notwendigkeit einer jüdischen Einwanderung eingesehen und anerkannt wird. Etwa 5000 jüdischen Menschen (die 2000 Kapitalistenzertifikate schließen auch die Familienmitglieder: ein), öffnen sich, die - Tore der alten Heimat, Mit Hinblick auf die allgemeine jüdische Wandernot, die sicli auf Hunderttausende erstreckt, mutet diese Zahl so an, als wollte man dasiMeer mit Eimern ausschöpfen. Ein neues Ventil ist mit dieser . Schedule nicht geschaffen, ein neues Bett dem reißenden f Wakiderstrom nicht gewiesen, den von Sehnsucht nach einem Heime, ihrem Heime, getriebenen Zehntausenden ist damit das Zie'lnicht nähergerücktr Nur s y m:b o I rs c h,! behält diese".*Schedule in dieser Stunde ihren Wert, und alsi|Symbol( und eine H o f fn u n,|s \i ü r di e Z u k u n f t wollenwir . sie begrüßen. ' ' '* ,] -.('-.:-"-- - •* .,.■_■ <■-. * ■ :^ . :f.|V. 'r-J-- Im Londoner -,iJewish.ij\S7eekly'iji: finden wintern paar ( beachtenswerte Zeilenan die Adresse derer, die in Palästina ' beheimatet sind,- > ■ aber in-, dieser schWerenf Zeit, statt in Ere*z Israel! zu ,arbeitete tmd Ihr in der kritischen Zeit gewesen, in den Jahren, da es nicht galt, goldene Frucht zu ernten, sondern Tränensaat auszustreuen?" Haben Tel Awiw, deigtsalem, Haifa und selbst die Kolonien Mangel virn Aerzten, Advokaten und Ingenieuren? Wer in der Arbeits- und Abwehrfront gefehlt hat, hat keinen Anspruch, später Wegweiser und Kulturträger zu sein. Nichts kann man der Jugend im Galuth anr haben, die vielleicht recht gerne ihren Brüdern im Heimatlande zu Hilfe käme, wären ihr nicht die Tore geschlossen, aliein gegen „die palästinensischen Akademiker in Europa" scheint dieser Vorwurf nicht unberechtigt. Man könnte, so schreibt auch „Haolam", milder darüber urteileji, widmeten sich die jungen Leute nur solchen akademischen Berufen, die der Erforschung der Bodenarbeit, der Viehzucht usw. dienen. Der Bedarf: des Landes an Akademikern auf geistigem Gebiete ist aber zur Zeit mehr als gedeckt. * *= * Ein Taschlich in Tel Awiw am ersten Roschhaschana-Tage wird in der Festnummer des „Hazofeh" anschaulich geschildert. Auf Allenby ergießen sich ganze Menschenströme nach dem Meere. Die Zugänge zum Strande sind stellenweise verstopft. Einmal, am ersten Tage des Jahres, sehen das Meer und die Zu^angsstraßen Tausende und Abertausende von frommen Juden als Besucher. Im Laufe des Jahres meiden diese Menschen das große Wassel-, das Schauplatz von Vergnügungen und Attraktionen ist, vor denen sie mit Abscheu die. Augen schließen müßten. Hier am Strande wird das Jahr hindurch Woche für Woche auch der Sabbat mit Füßen getreten, Der gläubige. Jude, zu dem die Sabbatklänge vom Strande hinübertönen, fragt sich oft wehen Herzens: Wie schütze ich meine Kinder vor dieser Stelle, die Mittel- und Ausgangspunkt aller unjüdischen und antijüdischen Erscheinungen in der jüdischen. Stadt ist? Nun strömt die fromme Masse am heiligen Tage, hochgestimmt und festlich gekleidet, an den Strand. Als gälte es der Stelle Abbitte zu leisten, die sich Leichtsinn und Gedankenlosigkeit als Schaubühne gewählt haben. Wer die betende Menge an dem an diesem Tage von allem Unjüdischen befreiten Wasser nicht gesehen hat, hat ein grandioses Bild der Reinheit und Heiligkeit nicht gesehen. Könnte man nur all die Sünden des' Jahres mit diesem Taschlich ins Wasser werfen, daß sie in den Tiefen versinken und nie wieder auftauchen! . . . Das amerikanische Judentum zu den geplanten Experimenten in Palästina. Die Erregung über die angebliche Absicht der britischen Regierung, der arabischen Maximalforderung nach Stillegung der jüdischen Einwanderung nach Ercz Israel In weltgehendem Maße entgegen zu kommen, zeigte die enge Verbundenheit der amerikanischen Juden mit Palästina deutlich an. Aus jüdischen und aus nichtjüdischen Kreisen Wurden stürmische Proteste laut. Aus allen Aeußerungen tönte die Mahnung an England heraus, der heiligen Verpflichtung eingedenk zu sein, die Großbritannien mit der Balfour-Deklaration und mit dem Mandat der Judenheit gegenüber übernommen hat. Besonders eindrucksvoll ist der Petitionsstürm, dem Präsident Roosevelt ausgesetzt war. " Wie, das Palestine;Emergency;;Committee, eine Körperschaft, in der alle jüdischen Organisationen Amerikas vertreten sind und die geschaffen wurde, um eine Aenderung des Palästina-Mandats zu verKindern, rnitte$, liefen .bis am Morgen des 15. Oktober 6 4 22.2 T e l e - g r a m m e i m Weißen Haus u n. d im M: ininister.ium des Aeußern ein. Die Telegramme wurden sowohl von Einzelpersonen, als auch von Körperschaften, die viele tausende Mitglieder zählen, abgeschickt. Tags vorher erschien, das Mitglied des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten, Louis D. Brandeis, t>ei Präsident5 Roosevelt auf j,dessen Einladung im ^Weißen Haiis. Es wird allgemein angenommen,, daß dieser Besuch beim Präsidenten, der erste ^seit zwei Jahren, der Frage Palästinas galt. . ' . ■•<■■• ' Eine Delegation führender jüdischer Persönlichkeiten, in der sämtliche Organisationen der amerikanischen: Judenheit vertreten! •'■ waren, Süchte Staatssekretär Gördell Hull auf; Und forderte eine Intervention des .amerikafiisqhen Ministeriums des Aeußeren bei 3er britischen Reit gierung zwecks Verhinderung .einer drastischen Aenderung der Palästina-Politik, dieeinen Bruch des, zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien 1924 geschlossenen Vertrages in Bezug auf das Palästina-Mandat darstellen würde. Kurz nach dem Empfang der jüdischen Abordnung veröffentlichte Cordell Hull eine Erklärung, in der es heißt, daß sein Amt sämtliche notwendigen Maßnahmen ergreifen werde, um die Rechte und Interessen von Amerikanern in Palästina zu schützen und dann gesagt wird; Das amerikanische Volk habe seit langen Jahren, von Präsident Wilson an, an der Entwicklung der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina regen Anteil genommen. Jeder der Nachfolger des Präsidenten Wilson habe sein persönliches Interesse an der Idee der nationalen Heinistätte und seine Befriedigung über deren Fortschritte wiederholt zum Ausdruck gebracht. Die Teilnahme Amerikas sei überdies durch die Resolution des Kongresses bewiesen worden, die vom Präsidenten am 21. September 1922 unterzeichnet wurde und in der die positive Einstellung der Vereinigten Staaten gegenüber der Schaffung der jüdischen nationalen Heimstätte ausgedrückt wurde. Iii der Aufbauarbeit in Palästina haben amerikanische Interessen und amerikanisches Kapital ^eine führende Rolle gespiel, und die Regierung habe wiederholt ihre Ansichten in Bezug auf die Rechte amerikanischer Bürger in Palästina der britischen Regierung nahegelegt. Gewiß werde die amerikanische Regierung wieder Gelegenheit haben, der Regierung Großbritanniens ihre Stellungnahm« zu eventuellen Aende- . rüngen im Palästina-Mandat, die amerikanische 'Rechte .beeinträchtigen sollten, bekannt zu geben.; ' ...

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