Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1938)
- Date
- 1938-10-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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27. Oktober 1938 Der Israelit Nr. 43 Seite 5 Kein jüdisches Haus ohne die KEREN HATORAH Sammeldose! ßi'tte.Dosen bei der Zentrale anfordern : Hamburg .13, B o g e n s tr a ß e 1 5, I. Stock aus dem sich ergibt, daß es sich ium einen jüdischen Arzt handelt. Ueber die Teilnahme von Juden an der k a s sen ärztlichen Versorgung wird folgendes bestimmt: Di© Verordnung gibt die Möglichkeit, Juden, denen die Ausübung des Aerzteberufs nach § 2 der Vierten Verordnung zum Reichsbürgergesetz widerruflich gestattet ist, an der kassenärztlichen Versorgung jüdischer Versicherter und deren jüdischer Familienangehöriger zu beteiligen. Ihre Beteiligung kann nur mit Genehmigung der Kassenärztlichen Vereint- Jung Deutschlands (KVD.) erfolgen. Deren Genehmigung kann jederzeit widerrufen werden. Während der IDauer der Ausübung der behandelnden Tätigkeit unterstehen diese Juden der KVD. in gleicher Weise "wie Aerzte. Soweit die besonderen Verhältnisse dies erfordern, kann die KVD. ihre Rechte und Pflichten jedoch abweichend von den allgemeinen Vorschriften regeln. Die Verordnung tritt mit Wirkung vom 1, Oktober in Kraft. Sie gilt zunächst noch nicht für das Xand Oesterreich. Jüdische Rechtskonsulenten. Berlin, 24. Oktober. Zum Ausscheiden der jüdischen Rechtsanwälte aus dem Anwaltsstande wird bekanntgegeben, daß jetzt vom Reichsjustizminister eine Liste derjenigen jüdischen Konsulenten aufgestellt wurde, die in Zukunft die Rechtswahrung für Juden übernehmen können. Es sind zunächst 172jüdische Konsulenten in 72 Städten in Aussicht genommen. Auf Berlin entfallen 46 Konsulenten. Weiter teilt die Kultusgemeinde mit: Zur Einreise nach Nicaragua ist kein Visum erforderlich, es empfiehlt sich aber trotzdem die Pässe vidieren zu lassen, da sich ansonsten leicht Schwierigkeiten ergeben könnten. Die Vidierung erfolgt gebührenfrei. Bei der Berliner konsularischen Vertretung sind einzureichen; Reisepaß, Führungszeugnis, ärztliches Attest mit Impfvermerk. Das Vorzeigegeld beträgt 100 Dollar. Besondere Aufenthaltsbewilligung ist nicht erforderlich; bemerkt muß werden, daß Nicaragua keine nennenswerte jüdische Einwanderung aufnehmen kann. Wer auswandern will. Berlin, 22, Oktober. Die Chinesische Gesandtschaft Berlin teilt mit: Fremdenpässe für Staatenlose aus Deutschland können mit einem chinesischen Einreise-Sichtvermerk nicht vergehen werden. Einwanderungsanträge von Inhabern deutscher Pässe, jüdischer Konfession, können nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn die Antragsteller in der Lage sind, ein polizeiliches Führungszeugnis und eine Devisengenehmigung zur Mitnahme von RM. 5000.— pro Person vorzulegen. Vorstehende Mitteilung gilt nicht für Shanghai. Von der Auswanderungsabteilung der Israelitischen Kultusgemeinde. Wien, 20. Oktober. Die Auswanderungsabteilung der Israelitischen Kultusgemeinde Wien teilt mit: In der Zeit vom 2. ~bis 7. Oktober 1. J. wurden von der Auswanderungsabteilung der Kultusgemeinde 577 Personen, sonach seit Beginn der Aktion bisher insgesamt 10.178 Personen abgefertigt. Holländ. Neuregelung des holländischen Fremdenrechts. D e n H a a g , 19. Oktober. Der. holländische Justizminister kündigte in der Zweiten Kammer die baldige Einbringung eines Gesetzentwurfes über die Neuregelung des Fremd enrechts. Die Zulassung von ausländischen Arbeitnehmern, die unter die für Europäer geltenden Vorschriften fallen, in Niederländisch-Indien ist ab 1. November insofern unter verschärfte Bedingungen gestellt, als diese nicht mehr, wie bisher, vorläufig zugelassen werden, wenn die Anträge auf Erteilung einer Arbeitsgenehmigung sich noch in Bearbeitung befinden. Einwandernde Arbeitnehmer müssen in Zukunft den Einwanderungsbehörden einen Auszug aus der dem Arbeitgeber für den fraglichen Arbeitnehmer erteilten Arbeitsgenehmigung vorlegen können. Sind sie hierzu bei ihrer Ankunft nicht in der Lage, so wird ihnen die Zulassung verweigert. Eindruck des Abends, den Herr Rabbiner Botschko in einer tiefgründigen und hinreißenden Rede noch kräftig unterstrich. Der neue Sman in Montreux beginnt am Sonntag 1^ 's » der, wie hier üblich, mit festlicher Aufmachung und im Beisein vieler Gäste eröffnet wird. Schweiz. »Montreux" in Zürich. Zürich, 20. Oktober. Ein „Verhör" der in Zürich beheimateten Jünger der M o n t r e.u xer Jeschiwa fand am zweiten Cholhamoedtage im Hörsaale der Züricher IRG. statt, das sich zu einer Manifestation der Thora schönster Art gestaltete. Zu dem Dutzend der „Verhörten" kamen fast alle früheren „Montreuxer aus Zürich" und eine ansehnliche Anzahl von Mitgliedern d©r IRG, und Gästen aus der Kultusgemeinde, Eine wahre minn tnnav war es für das .große Auditorium, zu hören, mit welcher Sicherheit selbst die Jüngsten Proben ihres Könnens ablegten. 60 Blatt Gmofo (in den älteren Gruppen mit Tossafot) aus Traktat i-ina mrn bilden die Frucht des abgeschlossenen Sommersemesters, und was sich die Jungen in mühsamer Arbeit unter Leitung bewährter Dozenten und der Oberleitung des Rektors, Rabbiner Botschko. errungen haben, sitzt in den jungen Gehirnen als unveräußerliches Gut. Eine neue, in einem bisher in der Schweiz nicht gekannten Maße thorakundige Generation wächst heran!. Das war der allgemeine Litauen. Lord Marley in Litauen und Lettland. K o w n o , 20. Oktober. Auf Einladung des Verbandes ORT-OSE besuchte der zweite Sprecher im englischen Oberhaus, Lord Marley, "im Zuge einer Reise durch die Länder Osteuropas auch Litauen. Unterrichtsminister Prof. Toonkunas erklärte bei einem Empfange, die Juden Litauens seien ein fähiges Element und für produktive Arbeit ebenso geeignet wie die übrige Bevölkerung. Sie seien als Gewerbetreibende* el^nso befähigt, wie als Handwerker und von Nutzen für das Land. Innenminister' L e o n a s versicherte Lord Marley seiner großen Sympathie für die jüdische Minderheit. * * * Anschließend an seinen Besuch in Litauen weilte Lord Marley in L e 111 a n d. Er besichtigte die ORT- OSE-Institutionen in Riga und stattete der OSE- Sommerkolonie in Jaundubulte, am Meeresufer in der Nähe von Riga, einen Besuch ab. Lord Marley wurde von dem Minister für soziale Angelegenheiten und stellvertretenden Außenminister Behrsins empfangen. Der Minister äußerte warme Sympathie für die Minderheiten im allgemeinen und die jüdische Minderheit im besonderen und teilte Lord Marley u. a. mit, daß die jüdische Jugend in Lettland dadurch, daß bereits eine stattliche Anzahl jüdischer Jugendlicher maritime Ausbildung genießt, ein neues produktives Arbeitsfeld betreten habe. Ausweisung von Emigranten. K o w n o , 20. Oktober. Im vorigen Sommer trafen, so wird offiziös berichtet, zahlreiche, vorwiegend jüdische Emigranten in Litauen ein auf Grund eines sogenannten Kurortvis'Ums, das zum Aufenthalt in Litauen während der Badesaison berechtigt. Die Emigranten ließen sich aber dann nach Ablauf der Saison in verschiedenen litauischen Städten nieder. Das litauische Innenministerium hat nun eine Verordnung erlassen, wonach alle auf Grund von Kurortvisa in Litauen eingereisten Ausländer, sofern sie nicht das Land vor dem 15. Oktober verlassen haben, ausgewiesen werden. Es handelt sich um mehrere Hundert deutsche und österreichische Emigranten. fiäiP^ Die Ausmaße der Arche Noahs. Ein Rechenexempel des Malbim. M a 1 b i m geht in seiner Erklärung der Ausmaße der Arche davon aus, daß wir mit den vier Buchstaben den Haschern G'tt als Schöpfer der ~W e 11 bezeichnen, während "«-< auf Seine Eigenschaft als Erhalter und Verwalter des Bestehenden hinweist, Das Geschlecht der Sintflut wandte sich von G'tt in jeder Beziehung ab, verkannte Ihn als 8T>3 und leugnete auch die nmwi kannte Ihn also weder als 'n noch als "»»• Die Arche,in ihren Länge-, Breite- und Höhenmaßen sollte eine neue Welt, nach Zusammenbruch der alten, im Gedanken an 'n und im Glauben an den Schöpfer und die g'ttliche Vorsehung verankern. - « Der erste Buchstabe von' Haschern 10, multipliziert durch den ersten von 'is , bleibt 10, der zweite von Haschern, 'n durch den zweiten von 'ns 20; zusammen sind es die 3 0 Ellen für die Höhe der Arche. 1 Multiplizieren wir die dritten Buchstaben der beiden Worte ( i und 3 ), so erhalten wir (6 mal 50) <die 3 0 0 E 11 e n für die Länge der Arche. Die letzten beiden Buchstaben beider Worte (n und , ) ergeben in der Multiplikation die 5 0 Ellen für die Breite der Arche. Zählt man alle Zahlen zusammen, dann hat die Gesamsumme von 380, entsprechend dem lenwerte von wbv , wenn man die vier des wie bei solchen Berechnungen üblich, noch nimmt. Der Glaube an nR'-n und nnsarn, an 'fi und '1K, miteinander verschlungen, trieb auf den Fluten — als Grundpfeiler einer neuen Welt und neuen Menschheit. man Zahdazu Kleines Feuilleton. Die Zahl der Juden in der Welt. In der Septembernummer der Warschauer Zeitschrift „Kooperative Bewegung" bringt M Linder, Mitarbeiter der Wirtschaftssektion des Jiddischen Wissenschaftlichen Instituts, eine Aufstellung über die Zahl der J u d e n in der Welt Ende .1937. Damals betrug diese Zahl 16 630 000. Seit Ende 1935 haben sieh die Juden um 320 000 Seelen vermehrt (160 000 oder 1 Proz. pro Jahr). Der natürliche Zuwachs unter den Juden wird immer kleiner. Den ersten Platz nehmen die Vereinigten Staaten Nordamerikas mit über 4% Millionen Juden ein. Es folgen Polen mit 3% Millionen, die Sowjetunion mit 3 Millionen, Rumänien mit übe - einer Million Juden. Deutschland stand 1935 mit 504 000 Juden noch an fünfter Stelle, während Palästina damals erst 310 000 Juden gezählt hat und an 15. Stelle stand. Ende 1937 lebten in Deutschland kaum noch 400 000 Juden, während in Palästina 416 000 Juden lebten, womit das klein© Land hinsichtlich seiner Judenzahl an sechste Stelle aufgerückt war. Was die Verteilung der Juden auf die Kontinente betrifft, so lebten im Jahre 1880 in Europa noch 90 Proz., heute leben in diesem Kontinent nur noch 60,5 Proz. aller Juden der Welt. Dagegen leben in Amerika heute fast ein Drittel und in Palästina mehr als 5 Proz. aller Juden. Wochenkalender. Vom 29. Okt. — 5. November 1938 / Vom 4. — 11. Marchesctawan 5699 •>nv *p MW Samstag Ok 29 /prmn 4 no na nat7 Sonntag 30 5 10 Montag 31 6 TD . Dienstag Nov. 1 7 no Mittwoch 2 8 bd Donnerstag 3 9 y Freitag 4 10 Ky ■p -jV rav Samstag 5 11 3V