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Der Israelit · 1938-10-07 · Heft 40-41 (7.10.1938) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 40-41 (7.10.1938)
Date
1938-10-07
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 40/41 Der Israelit 7. Oktober 1938 Der alte jüdische Friedhof in Mannheim. Noch wenige Tage, und es wird keinen „alten" jüdischen Friedhof mehr hier geben. Am Schiwo ossor betamus kamen die Ansehe Chewra Kadischa, Rabbiner, Synagogenräte, Gemeindevertreter und einige wenige Teilnehmer auf dem alten Friedhof zusammen, um mit Gebet, Psalmen und einer Ansprache Herrn Rabb. Dr. Lauers Abschied zu nehmen vom jüdischen Friedhof des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Am ersten Tag Selichos versammelten sich die Mitglieder der Chewra Kadischa auf dem neuen Friedhof an der Stelle, wo nun in einem großen gemeinsamen Grab die Gebeine der Toten des alten Friedhofs wiederum ihre Ruhestätte gefunden haben. Zwischen jenem 17, Tamus — dem Beginn der drei Trauerwochen — und dem ersten Tag Selichos 5698 — dem zu den Jomim nauroim hinführenden besonderen Tage — liegt ein ernstes und schweres Werk. Nach entsprechenden Vorarbeiten wurden Tag um Tag Gräber freigelegt, die Gebeine der dort Bestatteten (den religionsgeseizlichen Vorschriften entsprechend) gesammelt, zum neuen Grab überführt und dort wieder (jeweils in Anwesenheit eines Mitgliedes der Chewra Kadischa] in vorgeschriebener Weise beigesetzt. Freilich wurde die Ruhe der „im Staube Schlummernden" gestört. Freilich geht es bei der Umbettung von über 2000 Bestatteten nicht ohne technische Nebenarbeiten, ohne nüchterne Arbeitertätigkeit, aber die Leitung, die Dr. ing. Kaufmann (Hamburg), mit «.dflem Stab geschulter Helfer und der gewissenhaft und emsig schaffenden Arbeitergruppe, in Händen hatte, verbürgte diejenige Durchführung, die erwar tet wurde und die der ganz besonderen Aufgabe entsprach. Es wird noch Gelegenheit sein, von den mit der Umbettung gleichzeitig durchgeführten Maßnahmen zu berichten, die u. a. photographischen Aufnahmen der wichtigsten Grabdenkmäler galten; von der Ueberführung besonders wichtiger Mazewot nach dem anderen Friedhof, wo sie teils am Gesamtgrab, teils auf einem besonderen „Feld der Grabdenkmäler des alten Friedhofs" aufgestellt werden. Auch wichtige Feststellungen historischer und familiengeschichtlicher Art, die wir bei der Lesung der Grabinschriften machen konnten, solUft bald einmal näher behandelt werden. Und eines Tages wird, wenn nach dem Winter sich die Erdmassen auf dem neuen Grabe gesenkt haben, dort ein Grabhügel entstehen, alte Steine werden reden, ein schlichter Gedenkstein wird berichten, und die Vorübergehenden wissen! was einmal alter Friedhof war, was einmal die Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Mannheim von ihren Anfängen bis zu den Vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts, widerspiegelte, wird - künftighin eingeschlossen sein in dem „Grab des alten Friedhofes", wie wir es nennen möchten. In den Tagen, da wir der „J'schene chewron" gedachten — w'hem jaalu l'sikoron — ist der Abschied vom alten jüdischen Friedhof in Mannheim einbezogen. Die Ruhe der Toten mußten wir stören. Soweit menschliche Hand es vermochte, taten wir unsere Pflicht, betteten wir sie, wie es uns vorgeschrieben wurde, zu neuer Ruhe. Das "Werk ist beendet. Wir werden es aufzeichnen in die Chronik der jüdischen Gemeinde — das Werk an den Toten zur Erinnerung für die Lebenden. D. \W ■ x Rabbi Mosche Tuwje aus Sontheim (Sondheimer), Oberrabbinei von Hanau, starb am 3. Tischri 5593 Zitrusfruchternte in Palästina. Orangen, Zitronen und Ethrogim werden sorgfältig sortiert und verladen. D'^tt nrna ab nbi nso >*iin bv iin 'r*™ nr>sa t|« "n|p_ mso* •nlirtfaff IT^l? 3j?n nb ja rnes» icn f k ä'3f?3 'Ö'3j?! nivtfi o»£iofl3 "3j?;>-r^iDS" » - rnsin niiD3 •ä»Mto 'ow •nvpj? bv 'insn -t"*a ni3*lS? 3^ A3 ääV» wa» 3^. '"71» olp»i bW 3313 Jtf38-)*T'B^W^ •an-iiiKS •«]üi trttftj fi£ OKI üj? nsün D1M tirb «jiprri 2Wn tjK — tsb prn löfrtf D30 U3X3 apxn m Die hebräisch-deutsche Pentat euch-Ausgabe des Chief Rabbi Dr. Hertz vollendet. Mit dem soeben vom Jüdischen Verlag, Berlin W. 50, Nürnbergerstr. 8, ausgegebenen fünften Band des „Pentateuch und Haftaroth mit Kommentar des Chiefrabbi Dr. J. H. Hertz, London" liegt nunmehr dieses Standardwerk abgeschlossen vor. Es enthält auf über 3000 Seiten Großoktav rechts den hebräischen Text der Fünf Bücher Mosis und der Haftaroth (Abschnitte aus den Propheten), links die deutsche Uebersetzung nach Zunz und auf beiden Seiten unter dem Text, sowie in einer großen Zahl in sich geschlossener Kapitel den Kommentar des Chiefrabbi. Das Werk ist eine .modern ausgestattete komplette Ausgabe des . Schrifttextes bei traditioneller Grundhaltung des Kommentars, der auch dem Laien leicht verständlich ist. Wie uns der Verlag mitteilt, kann der ermäßigte Subskriptionspreis von je Mk. 3.85 für den durchschnittlich 600 Seiten umfassenden Leinenband (für das Gesamtwerk also von RM. 19.25) nur noch kurze Zeit aufrechterhalten werden. Jüdischer Geist u. Humor. Im Beshamidrasch spricht der Maggid (Volksred- ■). Er spricht lang und gut, vielleicht mehr lang als gut. Der Gabt© (Vorstehe!') hält ihm diskfef die Uhr vor und zeigt mit dem Finger auf die Stunde. Da ruft der Maggid schlagfertig: „Die Uhr ist gut, aber der Zeiger taugt nichts." In Riga las man folgende Bekanntmachung: „Der Vortrag über das Thema: »Wie erhalte ich mich gesund?" mußte wegen Erkrankung des Redners zum zweitenmal verschoben werden." Rabbi Jecheskel Banett predigte vor seiner Gemeinde: Der Kohen bekam in alter Zeit drei Gaben, nämlich Arm, Backenstück und Magen. Auch ich verlange von der jungen Generation diese drei Priestergaben: smtn Tefillinlegen, D"»rrtn, Einhaltung des Rasierverbots na'pm und genaue Beachtung der Speisegesetze. Der alte Brisker Raw pflegte zu sagen.' „Das Gehinom möchte ich sehen, in dem die Gelehrten büßen, die am neunten Aw Thora gelernt haben." Im alten Jerusalem pflegte man zu sagen: Rabbi S a 1 a n t und Rabbi D i s k i n kannten keine Nacht. Ersterer* lernte bis nach Mitternacht und ging dann zu Bett. Letzterer stand nach Mitternacht auf und fing schon wieder zu lernen an. Der Chofsz Chajim trat an einen reichen Mann heran, um ihn zu veranlassen, daß er sich einige Zeit für Thoralernen abringe. „Unmöglich," winkte dieser ab, „ich habe keine Minute Zeit." „Dann," seufzte . der Chofez Chajim, „sind Sie weit ärmer als ich. Ich habe nur kein Geld. Sie aber armer, bedauernswerter Mann, haben nicht einmal Zeit!" # Zu Rabbi Meir Simeho in Dwinsk kam einmal ein kleiner Kaufmann und klagte: „Gar nicht zu verstehen, mein Nachbar und ich haben ihre offenen Ladengeschäfte nebeneinander./ Sein Geschäft ist immer voller Kunden und zu mir kommt kaum jemand ins Haus." „Woher wißt Ihr es, daß Ihr Nachbar so überlaufen wird?" „Das beobachte ich doch den ganzen Tag." „Dann," sagte der Rabbi, „kann ich es wohl verstehen. Auf das Geschäft Eures. Nachbars passen zwei Menschen gut auf: er unef Ihr, während Euer Geschäft von gar keinem beachtet wird, nicht einmal von Euch selbst." Bekannt ist der Grundsatz ddV ">xm "ib ">xn (zur Hälfte gehört der Feiertag G'tL zur anderen-Hälfte uns selbst). Forscher haben herausgefunden, daß die Hälfte von "ib (in seinen geschriebenen Buchstaben) 28 und die Hälfte von dsV 45 zusammen die Summe von 73, wie den Zahlenwert von aio caiv ergeben.

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