Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 40-41 (7.10.1938)
- Date
- 1938-10-07
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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7, Oktober 1938 Der Israelit Nr> 40/41 Seite 15 Die Frankfurter Woche. Lehrer Mendel Katz y'XV Ein Ehrengeleite, wie wir es noch^ selten in letzterer Zeit erlebt haben, versammelte sich, am letzten Sonntag um die Bahre von Lehrer Mendel Katz in der Friedhofshalle der Israelitischen Religionsgesellschaft. Es galt, von einem Manne Abschied zu nehmen, der in nur wenigen Jahren Frankfurter Aufenthalts sich so viel Liebe und Verehrung erworben hat, daß sie in dieser Stunde in ergreifender Weise nach Ausdruck, rangen. Ein Menschenleben wirkte Mendel Katz an der jüdischen Volksschule in Nentershausen, wo er ganze Generationen für Judentum und edles Menseheniumr großgezogen hat, wo er als Vorbeter und Lehrer auch der Großen seine Gemeinde zu g'ttlichen Höhen hinanführte, wo er aber auch so viel Ansehen und Vertrauen bei der nicht jüdischen Bevölkerung genoß, daß ihm mannigfache Ehrenämter im Orte übertragen wurden. Er hatte h&i Lehrerkonferenzen das führende Wort und war väterlicher Freund und Vorbild der jungen Kollegen. An der Seite einer edlen, ebenbürtigen Gattin erzog er vier Kinder, zwei Töchter und zwei Söhne, die alle den' Geist des elterlichen Hauses in ihre Häuser verpflanzt haben. Vor etwa drei Jahren entschloß sich Lehrer Katz in den Ruhestand zu treten und verlegte mit seiner Gattin seinen Wohnsitz nach Frankfurt a. M„ um in der Nähe der Kinder »zu weilen. Aber dieser verdiente Lehrerveteran kannte keine Ruhe noch Rast. Wiewohl dem geräuschvollen Großstadtleben abhold, fand er sich rasch und-mit ganzem Herzen in unsere Kehilla hinein, in der er eine zweite geistige Heimat hatte. „Habe ich mein Lebenlang gelehrt, so fange ich jetzt noch einmal an, richtig zu lernen," sagte er, und versäumte buchstäblich "keinen Vortrag, keinen Lehrgang, organisierte mit gleichartigen Kollegen neue Schiutim unier fachmännischer Leitung, und war bei all dem der Eifrigste unter den Eifrigen, der Jüngste unter den Jungen, der es stets verstand, aus der Fülle seines Wissens die Lernstunde zu beleben und zu bereichern. Und die eine Jugendliebe nahm er mit in den Ruhestand hinein: die Liebe zum Kinde, und es war eine tätige, produktive Liebe. Nicht zuletzt aus seiner und seines Sohnes Initiative wurde vor einigen Jahren der „Kleine Israelit" als Kinderbeilage zu unserer Zeitung ins Leben gerufen, und er blieb der Hauptmitarbeiter dieser Beilage und sprach zu seiner großen kleinen Lesergemeinde von Nummer zu Nummer in einer Sprache, die ihm die Herzen der jungen Leser zuführte. Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß diese Arbeit für das jüdische Kind die letzte Freude seines Lebens war. Wie diese jungen Leser und Leserinnen an ihrem „Emka" hingen, bewiesen die vielen. Dankschreiben und beweisen nun die Beileidsbriefe, die den letzten Dank aus jungen .Herzen enthalten. 76 Jahre wurde unser Freund Katz, die Kinder, die ihn von Angesicht nicht kannten, glaubten aber, ein Jüngling spräche zu ihnen. Er ging jung von dannen in der Nacht zu Freitag, nachdem er noch an beiden Raschhasclianatagen iitis als Köhen in der ihm eigenen Freudigkeit den Priestersegen erteilt hat, und sein Andenken wird sich zum Segen auswirken. An der Bahre zeichnete zuerst für das Rabbinat Herr R.-A. Dr. E. Posen mit trefflichen Worten das Bild dieser Lehrerpersönlichkeit. Herr Redakteur Schachnowitz schloß sich mit bewegten Worten des Dankes für die Redaktion des „Israelit" wie' als Freund und Leiter .der vom Heimgegangenen so fleißig besuchten Schiurim an. Für die Kollegen und engeren Freunde fand Herr Lehrer Gans, früher Niederaula, herzliche Worte des Gedenkens. Es wird der Gattin und den Kindern zum Tröste gereichen, daß so viele mit ihnen trauern. rraxjn Einreligiöses Merkblatt. Da bei', der Pflege kleiner Kinder vielfach aus Unkenntnis;' der einschlägigen Dinim Verstöße gegen Religionsgesetzevorkommen, hat der Orthodoxe Rabbinerverband Deutschlands ein Merkblatt über Dinim, die bei der Kinderpfr'ege am Schabbos und Jomtow zu beachtensind, herausgegeben. Interessenten wollen Exemplare — das Stück zu 5 Pfg. — bei Herrn Rabbiner Dr. S. Mannes, Frankfurt a. M., Hans Handwerkstr. 38, anfordern. Aerztliche Behandlung der jüdischen Bevölkerung. In einem vom Vorstand der Israelitischen Gemeinde und Vorstand der Synagogengemeinde Israelitische Religionsge.Seilschaft erlassenen Bekanntmachung wird die jüdische Bevölkerung Frankfurts von der Genehmigung für bestimmte jüdische Aerzte, jüdische Patienten zu behandeln, in Kenntnis gesetzt, Die Liste, die wir in der Hauptsache bereits auf der zweiten Seite der jüngsten Nummer veröffentlichten, bringt noch folgendes zur Kenntnis: Zur ambulanten Behandlung sind zugelassen, mit Sprechstundenstelle I. Nur im Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde, Frankfurt a. M.f Gagernstr. 36: 1. Dr. Ernst F-reimann, Sprechst. tägl. 11—13Uhr, 2. Dr. Karl Frenkel, Sprechst. tägl. 15—18 Uhr, 3. Dr. Ernst Höxter, Sprechst. tägl. 11—13 Uhr, 4. Dr. Max Kirschner, Sprechst. tägl. 10—12 Uli/, .5. Dr. Hugo Natt, Sprechst. täglich 15—18 Uhr, 6. Dr. Julius O h 1 m a n n , Sprechst. tägl. 15—18 Uhr, 7. Dr. Ernst Sonneber g* Sprechst. tägl. 11-14 Uhr, 8. Dr. A. V. Marx, Sprechst. tägl. 8.30—10.30 Uhr und Montag, Mittwoch, Donnerstag 18—19 Uhr. II. Nur im Rothschild'schen Hospital, Frankfurt a. M., Röderbergweg 97, Gemeinschaftlicher Telefon- Anschluß: Nr. 41144. — 1. Dr. Kurt Joachim, Sprechst, tägl, 1.1—13 Uhr, 2. Dr. Siegfried L e v i. Sprechstunde wird noch bekannt gegeben. 3. Dr, Julius Nußbaum, Sprechst. tägl. 16—20 Uhr, 4. Dr. Max Schwarzschild, Sprechst. tägl. 15—47 Uhr, 5. Dr. Friedrich Binswanger-Blum, Sprechst; tägl. 17—18,30 Uhr. Bettlägerige oder nicht gehfähige Kranke dürfen von sämtlichen zugelassenen jüdischen Aerzten in ihren Wohnungen behandelt werden. Jüdische Kranke, die einer reichsgesetzlichen Krankenkasse (Orts-, Betriebs-, Innungs- und Ersatzkassen) angehören, dürfen jüdische Aerzte nicht in Anspruch nehmen. Frankfurter Vereinskalender. Verein Mekor Chajim, Programm für flijo 5 6 9 9. Montag (1. Tag), abends, 1 Stunde vor Nacht im Hörsaal, „Unser Gebet um Hilfe". Herr Rabbiner Dr, Jos. Breuer. Dienstag (2. Tag), nachm. 4.45' Uhr (anschl. an Mincho) im Hörsaal, „Die Hütte der Zukunft". Herr Rabbiner Herrn. Mayer. Am »-rrm r-ow alles wie üblich. nachm. 4.45 Uhr (im Anschluß an nru-r) im Hörsaal, „Gedanken zu n>np" Herr Rabbiner Dr. M. Schlesinger. . Samstagabends, Sl/2 Uhr im Vereinslokal: am rusnn -Lernen. (Kein Unkostenbeitrag!) Am fvcmna naw findet zum erstenmal der Mik'roschiur Freitagabend nach Schul im Hörsaale Friedbergeranlage statt. Jahrzeitsstiftungen. Schabbos, 8. Oktober: Abraham Ries, Michelbach- Stiftung. Sonntag, 9. Oktober: Rabb.-Ass. Gerson Posen-Stiftg. Montag, 1, Tag Sukkaus: Emanuel Landau-Stiftung. Montag, 1. Tag Sukkaus: Nathan Homburger-Stiftung. Mittwoch, 19. Oktober: Johanna Bickhardt geb. Frank-Stiftung. Mittwoch, 19. Oktober: Bertha Benjamin geb. Leiter- Stiftung. Freitag, 21. Oktober: Jacob L. Sänger-Stiftung. Liwjath Chen. Sabbat nach Mincho, 4.45 Uhr, im Hörsaale Friedbergeranlage, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz über „Die Freude, die mit uns geboren ist". Gebetzeiten. unKn nnp Freitag Abend 5.20 Samstag n»S(W 6.50 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 4.30 Samstag Abend 6.35 fttott ä*W " Hauptminjan in der Synagoge 6.30 An G'ttesdienst anschließend: Lernen des o"n npa-Vereins im Hörsaal Tefillinlegen am Morgen 5.50 MDO Sonntag Abend 5.35 Montag u. Dienstag nnsirn 6.35 i. „ morg. 8.00 „ „ nachm. 1.00 u. 4.30 Montag Abend 6.30 Dienstag Abend 6.30 -nnnn bm Hauptminjan in der Synagoge 6.30 An den G'ttesdienst anschließend: Lernen des D"n "ipn -Vereins im Hörsaal Nachmittags 5.00 isnan ^in Freitag Abend 5.05 Samstag nastcn 6.50 Samstag morg. 8.00 Samstag nachmittag 1.00 und 4.30 Samstag Abend 6.20 sm niv-wm Hauptminjan in der Synagoge 6,15 mm nnöwi rmy Tnw Sonntag Abend 5.20 Montag u. Dienstag ,i»3t?n 6.50 morg, 8,00 Montag morg. Predigt Montag u. Dienstag nachm. 1.00 u. 4.30 Montag abend 6.15 Dienstag Abend 6.15 Wocheng'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6.30 An G'ttesdienst anschließend: Lernen de* o',,n ->j?» -Vereins im Hörsaal Nachmittags 5.00 Tefillinlegen am Morgen 6.00 Briefkasten. H, H. in Tel Awiw. Das Rabbinat der IRG. in Frankfurt a. M. hat Trockenmilch, die ohne Aufsicht hergestellt wird, wegen der bestehenden Bedenken niemals zugelassen. FRANKFURTS HANDWERK u. EINZELHANDEL VON A BIS Z |—| | Auiovermietung | | Fußpflege ) ] Kosmetik ~~| | Polstermöbel | | Tapeten | Auto -Vermietung Bernhard Rosenberg BLEICHSTRASSE 4 Telefon 2 718 5 WILLY ARNDT kommt zu Ihnen ins Haus und behandelt Ihre FüBe schmerzfrei, bei maß. Preisen. Liehtensleinstr. 2 Tel. 58287 | Gardinen | Kosmetik der Dame Gesicht-Hand-FuBpflege. Unterricht in all. Fächern. Diplome mit Internat. Gültigkeit. Sophie Stent) Steinweg 5, Tel. 24016 | Oplik | G-MUHLFELDER Hans Handwerkstr. 63-Telef. 29724 Stahlrohr- und Holzkautschs Sämtl. 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