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Der Israelit · 1938-09-29 · Heft 39 (29.9.1938) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 39 (29.9.1938)
Date
1938-09-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 39 Der Israelit 29. September 1938 und das Volk des Irak erwarten, daß die Teilung nicht als Lösung lür die Paläsinafrage angewandt werden würde. Weiterhin erklärte der Minister, daß er hoffe, daß die Britische Regierung die Opposition der arabischen Welt gegen die Teilung berücksichtigen werde, und daß die neue Palästinakommission zu dem Ergebnis komme, daß die Teilung weder durchführbar noch praktisch sei; sie werde — so hoffe er — eine Lösung vorschlagen, die die Rechte der Araber wahre. Ferner sprach in der Völkerbundversammlung der Vertreter des Iran im Namen seiner Regierung die Hoffnung aus, daß eine LÖstmg des Pälästinaproblems gefunden werde, die gerecht und durchführbar sei. Die Sechste (Politische) Kommission der Völkerbundsversammlung erörterte am 20. - September den Bericht der Permanenten Mandatskommission, der vom Rat des Völkerbundes gebilligt worden ist. Der Parlamentarische Unterstaatssekretär des Britischen Auswärtigen Amtes, Mr. Butler, vertrat die Mandatsregierung. Die Debatte behandelte hauptsächlich die Frage der Teilung, wozu wiederum der Außenminister des Irak ablehnend Stellung nahm. Er schlug an Stelle der Teilung die Schaffung eines souveränen Staates in Palästina vor, der in seinem Innern ausgedehnte lokale und religiöse Autonomie gewähren sollte. — Der französische Delegierte Paul Boncour betonte, daß angesichts der Entwicklung der Judenfrage in der Welt eine Befriedung in Palästina besonders erwünscht sei. Er widersprach der Behauptung des irakischen Außenministers, wonach das 1922 angenommene Mandat heute nicht mehr zeitgemäß sei. Aus der übrigen Debatte, an der sich die Vertreter von Dänemark, Albanien, Haiti und Rumänien beteiligten, betonte der rumänische Delegierte das starke Interesse seiner Regierung an einer möglichst weitgehenden Erleichterung jüdischer Einwanderung nach Palästina. Unterstaatssekretär Butler wiederholte seine Erklärung, daß die britische Regierung nach wie vor für die Teilung eintrete und unmittelbar nach Veröffentlichung des Woodhead-Berichtes eine Entscheidung treffen werde. * * * Genf, 25. Sept. Am 21. September wurden in der Völkerbundsversammlung die allgemeinen Debatten zu Ende geführt. Sie schlössen mit einer längeren Rede des ägyptischen Außenministers, der betonte, daß die Unruhen in Palästina auch in Aegypten große Aufregung verursachten, da sich die Aegypter als ein Brudervolk der palästinensischen Araber empfinden. Alle Hoffnungen auf eine Verständigung zwischen Juden und Arabern wurden getäuscht und die Lage habe sich statt sich zu beruhigen noch verschärft. Aegypten, so sagte der Minister, gibt die Hoffnung nicht auf, daß England Mittel und Wege findet, um „die gerechten Forderungen der Araber" zu erfüllen. Ein selbständiger Judenstaat würde weit über das den Juden in der Balfourdeklaration versprochene Nationalheim hinausgehen. Für die Interessen und Bedürfnisse der Juden zeigte der Minister keine Spur von Verständnis. Die Gerüchte um die Teilung. Tel Awiw, 22. Sept. Die Tageszeitung ,.Dawar" in Tel Awiw befaßt sich in einer ihrer letzten Nummern eingehend mit dem auch vöti uns wiedergegebenea Berichte des „Evening Standard" und bemerkt, daß das englische Blatt das Sprachrohr einer Gruppe sei, von der man nicht weiß, ob sie rein britische öder arabisch-englische Interessen vertrete. Einige Tage nach der Totsagung des Teilungsplanes hat „Evening Standard" zu melden gewußt, daß Ibn Saud eine Vertagung aller Palästina-Pläne für zehn Jahre wünsche. Diese Meldung wurde sogleich dementiert, aber; wie „Dawar" sagt, hatte sie den Zweck, die Meinung der der Redaktion nahestehenden Kreise zu lancieren. In Wirklichkeit hätte weder Ibn Saud noch irgend eine andere arabische Regierung ein Interesse daran, durch den Mufti in Verwicklungen mit England hineingezogen zu werden. Die arabischen Regierungen seien zur Zeit mit ihren eigenen Sorgen sehr beschäftigt, und da England eine Preisgabe des jüdischen Nationalheims im Sinne der radikalen arabischen Forderungen nach wie vor ablehnt, wollen sich eben Gruppen, die hinter dem „Evening Standard" stehen, bemühen, Zeit zu gewinnen, bis man wieder davon sprechen kann, daß die arabische Welt „aktionsfähig" sei. Ausführungsbestimmungen zu einem Einwanderungsgesetz. Die Ausführungsbestimmungen zu den Einwanderungsdekreten vom 20. August und 4. Mai d. J. in Brasilien sind dieser Tage bekanntgegeben worden. Sie stellen zunächst die Einwanderungsquote fest, die auf die verschiedenen Auswanderungsländer entfallt. Diese Quote enthält z. B. für Deutschland insgesamt die Ziffer 4772, wovon 3817 auf die Landwirtschaft, 955 auf andeer Berufe kommen. (Wie bekannt, fördert Brasilien hauptsächlich die Einwanderung stammesähnlicher Elemente, d. h. Einwanderer aus den romanischen Ländern, vorzugsweise Spanien, Portugal und Italien.) Nicht erreichte Quoten können im folgenden Jahre aufgefüllt werden. Die Quote schließt alle Ausländer ein, die über ein Jahr alt sind. Die beabsichtigte landwirtschaftliche Betätigung muß dem Konsul glaubhaft gemacht werden, der das Visum erteilt. Als Nachweis wird ein Schreiben einer Öffentlichen Vereinigung, einer Gesellschaft oder glaubwürdiger Personen betrachtet. Die Verteilung der Quoten auf die Konsulatsstellen nimmt das jeweils ranghöchste Konsulat vor Für die dauernde Einwanderung ist in Brasilien erfordedlich; Ein gültiger Reisepaß, ein Leumundszeugnis -für fünf vorausgehende Jahre, ein politisches Führungszeugnis einer Polizeistelle oder zweier von der Konsulatsstelle für glaubwürdig gehaltenen Personen, Gesundheitszeugnis, Impfzeugnis, Beweis des angegebenen Berufes, Geburtsschein, Trauschein. Das Visum wird erteilt, wenn der die Einwanderung Beantragende den Bestimmungen zu entsprechen vermag. Was die Kollektiv-Einwanderung anlangt, so muß in jedem Falle eine besondere Lizenz erteilt werden, die der Einwanderungsrat (Conselho de Immigracao e Golonisacao) ausstellt. Es müssen mindestens 50 Landwirte in Familiengruppen von mindestens drei geeigneten Personen in der Familie vorhanden sein. Als geeignet erscheinen Männer und Frauen, im Alter von achtzehn bis fünfzig Jahren. Für mindestens vier Jahre muß die landwirtschaftliche Tätigkeit festgelegt werden. Die Einwanderer unterliegen bereits im Auslande der Untersuchung eines Arztes der öffentlichen Gesundheitsdepartements. Bei der Identif izierung der Einwanderer besteht für Landwirte die Erleichterung, daß sie von , der Einwanderungsbehörde in den ersten Tagen beherbergt werden. Von Bedeutung besonders für die jüdische Einwanderung ist ferner die Bestimmung, daß bei der landwirtschaftlichen Kolonisation kein Siedlungspunkt aus Ausländern einer einzigen Nationalität bestehen darf. Jeder Siedlungspunkt soll mindestens 30 Proz. gebürtige Brasilianer enthalten, wogegen er höchstens 25 Proz. Ausländer einer bestimmten Nationalität aufnehmen darf. Doch können auch Ausnahmen von diesen Bestimmungen getroffen werden, über welche die Regierung verfügt. Diese Bestimmungen zeigen, daß die Bestrebungen zur landwirtschaftlichen Gruppensiedlung in Uebersee, deren nachdrückliche Förderung der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten eindringlichst verlangt, durchaus gerechtfertigt waren und sind. Ohne, diese Sorge für Umschichtung und Vorbereitung zur Siedlung, die weit stärker sein muß als bisher, ist eine gesunde Gestaltung jüdischer Einwanderung in die verschiedenen Länder unmöglich. Es sei auch hier bemerkt, daß mit den Forderungen des brasilianischen Siedlungsgesetzes sich eine Gruppensiedlung, wie wir sie in der Agudas Jisroel wünschen, durchaus vereinen läßt. Die iüt die Bettetuing jüdischer Kranken zugelassenen jiid. Aerzte. Die Liste für Frankfurt a. M. Wie wir hören, wurden von der Reichsärztekammer folgende 28 jüdische Aerzte zur Behandlung jüdischer Patienten in Frankfurt a. M. bestimmt; I. Krankenhausärzte, „ . a) im Israelitischen Krankenhaus Gagernstr. 36r für Innere Krankheiten: Dr. I s a a c , für Chirurgie: Dr. Mannheim, für Frauenkrankheiten: Dr. Bernhard Rosenthal, für Hals, Nase, Ohr; Dr. Max M a i e r , für Augen; Dr. Horovitz, für Haut: Dr. C r a m e r , für Röntgen: Dr. Loewe, 4 Assistenten: (Frl. Dr. Katzenstein, Dr. Berliner, Dr. Hirsch, Dr. S t a m m.) b) im G. S. von Rothschild 'sehen Hospital, Röderbergweg 93—97, für Innere Krankheiten: Dr. Sally Rosenbaum. für Chirurgie: Dr. Lilienfeld,. für Frauenkrankheiten; Dr. Wallerstein, für ü&enw&g&i Dr. Adolf Löwentha 1, für Nerven: Dr. M e r z b a c h , 1 Assistent; Dr. S c h n e r b. II. Praktiker: a) Sprechstunde im Ambulatorium des Israelitischen. Krankenhauses Gägernstr. 36: Dr. Ernst Freimann, Dr. Karl F r e n k e 1, Dr. Höxter,. Dr. Kirschner, Dr. Natt, Dr. Ohlmann, Dr. Sonneberg, h) Sprechstunde im Ambulatorium des G. S. von Rothschild'schen . Hospitals, Röderbergweg 93; Dr. Joachim,'' Dr. Siegfried Levi, Dr. Nuß b aum , i Dr. S c h w a r z s c h i 1 d,! Einzelheiten über Sprechstundenzeiten der Krankenhausärzte und der Praktiker usw. werden noch bekanntgegeben. Schöne Festgeschenke Steinweg 9

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