Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 38 (22.9.1938)
- Date
- 1938-09-22
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 122 halten. Wenn sie ernst, ja sogar traurig sein sollten, sind sie froh und wohlgemut, wenn sie froh und wohlgemut sein müßten, sind sie ernst» und traurig. Der Pn steht vor der Türe, nur noch wenig Tage, und das vergangene Jahr ist Vergangenheit geworden. Wiederum ist der Lebensweg, der uns zugemessen ist, um ein Stück kürzer^-wiederum sind wir jenem Tag, da wir nicht mehr sein werden, ein Stück näher gerückt. Sollte uns das nicht ernst und traurig stimmen? Sollten wir da am T~\"*~\ nicht Klagelieder singen müssen und uns auf die Erde setzen? Nein, das tun wir nicht. Im Gegenteil, obgleich — Jomim nauroim — feiern wir diese Tage in froher Stimmung wie Pessach und Sukkaus. Freilich, wenn wir uns sagen müßten, das vergangene Jahr haben wir umsonst gelebt, wir haben ihm keinen Inhalt gegeben, haben die Tage vergeudet, dann, ja dann müßten wir Klagelieder singen. . . ■ Brauchen wir uns aber keine Vorwürfe zu machen, haben wir gearbeitet, Tauroh gelernt, so. gelebt, wie wir als Juden leben müssen, dann dürfen wir auch an diesen Tagen heilige Lieder singen, wie das Machsor sie uns" gibt. Darum, 1. Kinder, seid Ihr in der Schule fleißig gewesen, waren die Lehrer und Eure Eltern mit Euch zufrieden, habt Ihr die heiligen gütlichen Gebote nicht übertreten, dann seid ohne Sorge, G'tt wird uns helfen und Euch einschreiben, tmitj ü^n *iöoi — - EMK&r * * * Liebe Kinder! Ihr kennt mich zum großen Teil (ich-nehme den Kreis meiner Schüler und Schülerinnen, die den „Kleinen Israelit" lesen, aus) nur aus meinen Zeichnungen. Es ist mir Bedürfnis, einmal nicht nur in Bildern, sondern auch in Worten zu Euch zu sprechen. Die Kunst, sei es Malen, Zeichnen oder Werken, verschönt das Leben und vermag es heller und heiterer zu gestalten. Das werden viele von Euch aus Erfahrung oder eigener Betätigung wissen. Das Lesestück in der Schule, das Buch, das Ihr nach vollbrachten Schulaufgaben vor dem Schlafengehen noch verschlingt, die Reisebeschreibung, die Ihr mit den Eltern studiert, wenn es in Ferien geht, sie werden Euch lieber und kostbarer sein, wenn Bilder sie verschönen :und erklären, wenn das Äuge auch etwas davon wahrnimmt, was das Wort erzählt. '. - In dieser Erkenntnis habe ich mich gleich von Anfang an dem „Kleinen" zur Seite gestellt, um