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Der Israelit · 1938-09-15 · Heft 37 (15.9.1938) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 37 (15.9.1938)
Date
1938-09-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Die Thora uns und den kommenden Geschlechtern zu erhalfen, ist die unabweisbare Pflicht eineis jeden Juden! Kannst Du nicht selbst durch »Lernen und Lehren'' diese Pflicht erfüllen/ so verhelfe wenigstens anderen dazu. Stütze und fördere den KEREN HATORAHI , - * ■} Keren Kalorah, Hamburg, Heinrich Barthstraße 21,Postseheckkq h t6: Hamburg 24753 =1=3 HHNHAIBIMHf Vielleicht entspricht es nicht dem Prestige des einen und anderen Partners, solange er sich nicht geschlagen gibt, die Hand zum Friede« anzubieten. So muß eben die Regierung diese Vermittlerrolle übernehmen. Tut die Regierung es nicht aus eigener Initiative, so muß der Teil, der das höhere Maß von Verantwortungsgefühl hat, die Regierung als Vermittlerin anrufen. Und das größere Verantwortungsgefühl ist in diesem Falle unstrittig auf unsrer Seite. Möglich, daß auch schon Schritte nach dieser Richtung getan worden sind, und es ist möglich, ja sogar wahrscheinlich, daß man nicht auf Gegenliebe gestoßen ist, daß die Hemmungen von der anderen Seite kommen, von der Seite, die Zerstörung und Verödung jeder anderen Lösungsart vorzieht. Das wäre denkbar, ist aber keineswegs sicher. Die Annahme einer solchen Möglichkeit entbindet uns aber nicht von der Aufgabe, diese neuen oder altneuen Wege immer wieder zu suchen, bis sie gefunden sind und zum Ziele führen. Es wäre schon viel damit getan, wenn unsere nationalen und politischen Führer einmal aus der Verblendung, die der Staatsgedanke mit sich bringt, in einen neuen Lichtkreis kämen, von wo uns das Gelände für neue Möglichkeiten und Lösungen übersichtlicherist. (Man kann das, was der geschätzte Autor, einer der besten Palästinakenner, über die Notwendigkeit einer Prüfung auch anderer Lösungsversuche und einer Hilfe für den Tag sagt, auch dann voll akzeptieren, wenn man seine Meinung über Aussichten und Nützlichkeit des Teilungsplanes nicht in allen Punkten teilt. Red.) Wenn man auswandern will. London, 8. September. Das Emigration advisory Committee of the Agudas Israel Organisation veröffentlicht folgende Berichte über das religiöse Leben in einigen Einwanderungsländern: J ohannesburg: Die Mehrzahl der '40.000 Juden in Johannesburg besteht aus litauischen Juden, die der Orthodoxie angehören und auch fromme Synagogen haben. Die englischen Einwanderer haben Synagogen gegründet, in welchen auf englisch gebetet wird usw. Es sind mehrere Bote Midraschim vorhanden, in welchen nach litauischem Minhag geort und gelernt wird wie, um die Worte des Schreibers wiederzugeben „in a heimischen. Beth Hamedrasch". Jedoch selbst die größere Mehrheit der „Orthodoxen", die Kaschruth und alles halten, Tephillin legen, usw., sind Mechallel Schabbos. Sogar in den frommsten Gemeinden befinden sich solche und auch die Vorstände der Kehillaus halten zum größten Teil den Schabbos nicht. In der letzten Zeit hat sich dort ein Minjan von aus Deutschland kommenden Juden gegründet, das am Schabbos festhält, und daß sich nun zu einer Gemeinde "heranbildet. Kaschrus und Mikwo (unter Aufsicht von Raw Kossovsky) werden uns als zuverlässig geschildert. Die meisten Kinder besuchen die allgemeinen Schulen und nur ein Teil besucht die Talmud Thora- Schulen am Spätnachmittag. Dort wird täglich 1— Stunden gelernt. Die Teilnahme am Unterricht ist sehr gering und unbeständig im Allgemeinen, dabeisind auch leider keine sehr guten Erfolge erzielt worden. Es besteht eine Jeschiwa (Beth Hamedrasch Hagaboah), die aber leider nur schwach besucht ist. Es besteht ein chassidisches Beth Hamedrasch. Ein Koscher-Restaurant befindet sich bei Mrs. Beiza, 121, Fivewright Avenue, Doornfontein, Johannesburg. Bloemfontein: Jüdische Bevölkerung 900 ' Seelen. Mr. H. Green, 51, Mardand Street will Einwanderern gerne behilflich sein. Rabbi Dr. A. Romm, Argyl Mansions, St. Andrew Street. — Orthodoxe Synagoge in Zaslion Street. Koscherwaren, Schochet, Mikwa sind vorhanden. Koschere Pension: Mrs, S. Kibur, 54, Douglas Street. Boks'burg North: Rabbiner: Rev. J. Cheitowitz, 65, Eight, Street. 250 Juden. Es besteht dort eine Talmud Thora. Ein Schochet ist dort, aber Mikwo und koschere Eßwaren sind nicht vorhanden. C a 1 e d o n : 50 jüdische Seelen sind am Platze. Capetown ist die nächste größere Gemeinde. Grahamstown: Rabbiner Blackman, Beaufort Street. Von den dortigen 160 Juden sind etwa 140 orthodox. Synagoge und Talmud Thora sind dort. Koscher-Eßwaren erhältlich, Schochet ist dort. Keine Mikwa, auch keine Restaurants. Mossel Bay: Mr. L. Osrin, Marsh Street will Immigranten gerne behilflich sein. Es wohnen dort 20 jüdische Familien. Rev. M. Schatz amtiert in der orthodoxen Synagoge. Talmud Thora ist dort. Ebenso Schocheti koschere Eßwaren. Keine Mikwa. Pension: Goldstone, Marsch Streetz Pietermaritzb u r g : Es wohnen dort etwa 100 Juden, Mehrheit orthodox. Orthodoxe Synagoge Pine Street. Rev. M. Diamond, 130 Pine Street. Mr. P. Liefman 86, Church Street will Immigranten gerne behilflich sein. Talmud Thora in der Synagoge. Schochet und Koscherware vorhanden, keine Mikwo, keine Restauration. Nächste große Gemeinde: Durban, etwa 80 km entfernt. Salisbury: 900 Juden. Rev. Konviser steht an der Spitze des dorügeti Jewish Refugee Committee und ist gerne bereit, Immigranten behilflich zu sein. Es war geplant, 500 Familien in Northern Rhodesia anzusiedeln, aber durch starke Opposition, auch von Southern Rhodesia her, ist es fraglich, ob dies möglich ist. Synagoge, Salisbury Street. Schochet und Koscher-Lebensmittel vorhanden. Es ist keine Mikwa dort, wir hören jedoch, daß ein Fluß nahe bei der Stadt vorbei führt. Pensionen: Mrs. Rothstein, Pioneer Street, Mrs, Urbach, 10. Baker Avenue, Wichtig: Wir weisen darauf hin, daß die obigen Informationen durch die betreffenden Rabbiner oder Vorsteher gegeben wurden, und machen darauf aufmerksam, daß wir lediglich diese Information weitergeben, ohne irgendwelche Verantwortlichkeit tür die Zuverlässigkeit und Richtigkeit zu tragen. Besonders weisen wir darauf hin, daß unter „Koscher-Waren" in vielen Fällen nur etwa Fett verstanden ist. Leider sind wir ncht in der Lage, genauere Auskünfte einzuziehen, sind jedoch gerne bereit, im Einzelfall weitere Nachfrage zu halten. Wir bitten Auswanderer nach Südafrika, mit unserem Büro in Verbindung zu stehen auch nach ihrer Niederlassung. Wir sind gegebenenfalls bereit, Auswanderern Empfehlungsschreiben mitzugeben. Juden in Kenya. Nairobi, 14. August. In Kenya wohnen ca. 300 Juden, hiervon die überragende Mehrheit in Nairobi, Eine jüdische Gemeinde gibt es nur in der Hauptstadt des Landes, Nairobi, obwohl auch Mombassa und einige andere Niederlassungen einige jüdische Familien aufzuweisen haben. Die meisten jüdischen Einwanderer kamen aus dem Osten Europas, meistens über Palästina hierher. Diese sprechen unter sich größtenteils Jiddisch. Andere kamen aus Südafrika und einige direkt von England. In den letzten Jahren sind natürlich auch junge — unverheiratete — Einwanderer aus Deutschland hinzugekommen, deutsch-jüdische Familien sind erst während der letzten Monate eingewandert. Die jüdische Gemeinde in Nairobi untersteht dem Chiefrabbi und ist den United Synagogues angeschlossen. In der Synagoge in Nairobi findet nur am Freitag Abend und an den Feiertagen G'ttesdienst statt. Die Gemeinde hat zur Zeit keinen angestellten Kultusbeamten, die Funktionen eines Chasans werden ehrenamtlich besorgt. Es ist weder ein Schochet, noch ein Lehrer für die Kinder, noch eine Mikwoh vorhanden. Dagegen hat sich eine Chewra Kadischa gebildet Und besitzt die Gemeinde einen eigenen Friedhof. Da zur Zeit ein Mohel nicht vorhanden ist, übt die Miloh ein Arzt aus. den zahlreichen Beiträgen in Vers und Prosa über die Blinden und ihr Leben bestimmt und ist überdies mit einem ausführlichen Kalendarium versehen. Soeben ist im Jüdischen Buchverlag Leo Alterthum, Berlin-Charlottenburg, der vierte Jahrgang des Jüdischen Blindenjahrbuchs erschienen.*) wiederausgestattet mit Zeichnungen von Horst Moratz sowie mit Fotografien. Nachdem in einem einleitenden Aufsatz die Persönlichkeit des vor etwa Jahresfrist verstorbenen ersten Vorsitzenden der Vereinigung, Robert Hirschfeld in seiner -Eigenart als Blinder dargestellt ist, folgt der Hauptteil, der unter dem Motto , Der Blinde in Bibel und Schrifttum" steht. Es sei hier vor allem die Arbeit des Gemeinderabbiners Gustav Cohn in Leipzig über „Der Blinde im biblischen und nachbiblischen Schrifttum" und Karl Eschers Aufsatz „Glanz aus Hellas", der die Darstellung des Blinden im altgriechischen Schrifttum behandelt, genannt. Sehende und blinde Dichter aus alter und neuer Zeit kommen dann zu Wort, so zum Beispiel John Milton, Hyronimus Lorm, Friedrich Gundolf, Arthur Silbergeleit, Gertrud Chodziesner, i^elly Sachs, Oskar Baum, Ernst Blass, Elly Gross, Max Zodykow. Der Schlußteil des Jahrbuchs ist der modernen Blindenfürsorge gewidmet. Hier sei besonders auf den Abdruck einiger Abschnitte aus Dr. phil. et jur. Ludwig Cohns neuestem Werke „Der Weg ins Leben'', a.uf die ausführliche Darstellung der Jüdischen Blindenanstalt in Berlin-Steglitz und auf die instruktive *) "Jüdisches Blinden jährbuch 5699 (1938/39), herausgegeben von der Selbsthilfevereinigüng der jüdischen Blinden in Deutschland, e. V- Jüdischer Buchverlag Leo Alterthum, Berlin-Charlottenburg 9. Arbeit der blinden Blindenlehrerin Betty Hirsch in London über die „Blindenpflege in USA" hingewiesen. Wenn in dem Buch auch nur von Blinden die Rede ist, so bietet der reiche Inhalt, der hier nur in ganz wenigen Worten angedeutet werden kann, doch in Form und Darstellung Abwechslung genug. Es ist ein zeitgemäßes Buch, dessen Lektüre gerade dem empfohlen sei, der mühselig und beladen ist: Wer sich darein vertieft, wird neue Kraft und neuen Mut schöpfen. Blinde, früher einmal die ,,Aermsten der Armen" genannt, suchen Herr ihres Schicksals zu werden und nehmen, ihre Gebrechen überwindend, mutig den Lebenskampf auf! H . . . L . . . Das Jahr des Jüdischen Frauenbundes. Mit einiger Verspätung trifft dieses Jahr der Jahreskalender des Jüdischen Frauenbund e s ein. Der künstlerische Teil des Kalenders beschränkt sich diesmal auf die jüdische Familie. Aus den vortrefflichen Kunstblättern schaut uns manch gutes Gesicht an, so das der G e d u 1 a Rothschild, der „Rothschild-Mutter" und anderer Mitglieder der Rothschild-Familie. Wir sehen Jugendbilder Moritz Oppenheims, des Schöpfers des jüdischen .Familienbildes, Zeichnungen von Max Liebermann, einen Ahn der bekannten Familie Kassirer, in Tracht und Aussehen ganz Jude. Bertha Pappenheim in ihrer Jugendfrische und der Silberkrone des Alters. Wozu wir neben Moses Mendelssohn seinen getauften Enkel Felix Mendelssohn-Bartholdy und Andere, die nie zu uns gehörten, sehen müssen, ist nicht ganz erfindlich. Der kalendarische Teil ist, wie immer, korrekt und übersichtlich. Die Briefe Nathan Birnbaums. Man schreibt uns aus New York: Unterzeichneter bereitet die Herausgabe der Briefe von Nathan Birnbaum (Mathias Acher) vor und bittet die Besitzer solcher Briefe und Karten in jiddischer und deutscher Sprache, diese sofort an untenstehende Adresse einzusenden. Wenn Rückgabe gewünscht wird, erfolgt diese umgehend. Elieser Schindler, New York, 710 West 173 street. Die jüdischen Zeitungen in aller Welt werden gebeten, diese Notiz zu bringen. Wochenkalender. Vom 17. — 24. September 1938 / Vom 21. - 28. Elul 5698 •JSV sp mv Samstag 17 21 3 ■ Nian '3 mv Sonntag 18 22 KS mn^öV p»^»» Montag 19 Mut 23 33 Dienstag Sept. 20 24 13 Mittwoch 21 25 73 Donnerstag 22 26 ns Freitag 23 27 13 Samstag 24 28 m iraxj niv

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