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Der Israelit · 1938-09-08 · Heft 36 (8.9.1938) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 36 (8.9.1938)
Date
1938-09-08
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Seite 119 *»3iz? nwjra Aber auch fetzt hatte der jüdische Landwirt im heiligen Lande seiner Pflicht noch nicht ganz genügt. Nach Vorschrift der Tauroh war er verpflichtet, wenn er den 1. Zehnten akgeliefet't, noch einen zweiten Zehnten von all seinen Früchten abzusondern und diesen in Jeruscholajim zu verzehren. War aber der Weg dorthin zu weit, so daß die Früchte ungenießbar geworden wären, dann konnten sie ausgelöst, und das Geld in der heiligen Stadt verzehrt werden Dieser 2. Zehnte brauchte nur im ersten, zweiten, vierten und fünften Jahr einer jeden Schmitoperiode abgesondert zu werden, mau nannte ihn ^yo "WSfr ■ '3? 1 w»a Im dritten und sechsten Jahre einer jeden Schmitoperiode wurde dieser 2. Zehnte den Armen gegeben, man nannte ihn deshalb 'jyitpya» Am letzten Peßachtag hatte nun der Landwirt ein Bekenntnis vor G'tt abzulegen: „Ich habe das Heilige aus dem Hause geschafft und habe es auch dem Levi, dem Fremden, der Waise und der Witwe gegeben, ganz nach deinem Gebote, wie du mir geboten. Ich habe von deinen Geboten nichts übertreten und habe nichts ergessen. Ich habe nichts davon in meiner Tr?.uer gegessen, ich habe nichts davon in Unreinheit verbraucht, ich habe nichts davon für einen Toten verwendet, ich habe gehört auf die Stimme des Ewigen, meines G'ttes, ich habe getan ganz so, wie du mir geboten. Schaue herab v<:n deiner heiligen Stätte1; vom Himmel, und SQgne dein Volk Israel und den Boden, den du uns gegeben, wie du zugeschworen unsern Vätern, ein Land, darinnen Milch und Honig fließt." Manch schönes Wort geben uns unsere Weisen über den Sinn und den hohen sittlichen Wert der Maaser-Gesetze. Rabbi Jochanan begegnete einst einem Kna-' ben, der eben aus der Schule kam und fragte ihn: „Welchen Vers hast du heute gelernt?" Der Knabe antwortete: niysm "W9 verzehnten, verzehnten sollst du allen Ertrag deines Feldes." R. Jochanan wollte weiter gehen, aber der Knabe ' hielt ihn zurück und fragte: „Warum steht das Iffy zweimal?" Und R. Jochanan erklärte dem Knaben: „Das heißt, verzehnten sollst du, damit du reich werdest." Und der Knabe entgegnete; „Dürfen wir die Gebote halten in der Absicht, Lohn zu empfangen?" „Hier ist eine Ausnahme, denn schon der Prophet Maleachi sagte im Namen des Ewigen zum Volke.' „Bringet allen Zehnten in da.s Haus der Schatzkammer, damit Vorrat sei in meinem Hause, und ich euch öffne die Schleusen des Himmels" usw., erklärte R. Jochanan dem Knaben. R. Jeschuah sagte: „Das Verdienst von zwei Geboten bringt Israel stets Erhörung vor dem Ewigen: die Heiligung des Sabbats und die Abgabe des Zehnten, denn so steht geschrieben (4, 26, 10). Freue dich mit dem Guten, das dir G'tt gegeben, du und der Levi und der Fremde in deiner Mitte." R. Nachman sagt: „Wenn jemand ein Feld hat und gibt es einem Pächter, so erhält dieser den dritten oder vierten Teil des Ertrages. G'tt läßt den Wind wehen, gibt Regen, Tau' und Sonnenschein, gibt Wachstum den Pflanzen, und doch verlangt er nicht mehr als den Zehnten. Unsere Erzväter Abraham, Isak und Jakob, sagen die Weisen, haben die Thöf agesetze befolgt, obgleich sie ihnen nicht gegeben worden waren, Auch das Maaser-Gesetz haben sie gekannt und getreulich befolgt. Als Abraham aus dem Krieg zurückkehrte, kam ihm Malki Zedek, der König von Salem, entgegen und brachte ihm Brot und Wein. Malki Zedek war ein Priester des höchsten G'ttes Abram gab ihm den Zehnten von allem. Von Isak heißt es: Und Isak säete im selbigen Jahre, und er fand im selbigen Jahr das Hundertfache. Sagt uns der Midrasch: Weil Isak Maaser gegeben, gab ihm G'tt das Hundertfache. Als Jakob von seinem Traum erwachte, tat er ein Gelübde und sprach; „Wenn G'tt mit mir sein und mich behüten wird auf dem Wege, den ich gehe, wenn er mir Brot zum Essen und Kleider 2um Ankleiden geben wird, und wenn ich in Frieden in das Haus meines Vaters zurückkehren werde, dann soll dieser Stein ein G'tteshaus werden, und alles, was du mir gibst, will ich dir verzehnten. R. Jizchak fragt: „Wann hat G'tt dem Abram einen Buchstaben ( n) von seinem eigenen Namen gegeben." Es heißt ]n,1 bin H2Wö TV* Wer hat gegeben, wem ist gegeben worden? G'tt hat dem AbramUPS?» gegeben, das ist der Buchstabe TT G'tt gab Maaser von ^>> Und ^3 hat in der Zahl 50, davon der zehnte Teil ist 5; das ist das n vom Namen G'ttes. ' Zu R. Pinchäs ben Jair kamen einst die Leute eines- Ortes und beklagten sich darüber, daß die Mäuse im Felde alle Früchte abfressen. R. Pinchas fragte: „Habt ihr Maaser gegeben?" Man konnte ihm nicht antworten. Da sagte er zu ihnen: „Geht und gebt Maaser, wie es vorgeschrieben ist." Die Leute taten also, und die Plage war vorüber. Aus einem anderen Orte kamen die Leute zu R. Pinchas und klagten darüber, daß ihre Brunnen nur noch wenig Wasser gäben. R. Pinchas sagte: „Gebt Trumoh und Maaser, wie G'tt es will, dann gibt er euch auch Wasser." Die Leute taten also, und die Brunnen gaben wieder reichlich Wasser. EMKA.

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