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Der Israelit · 1938-09-08 · Heft 36 (8.9.1938) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 36 (8.9.1938)
Date
1938-09-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 118 jTÖVttV „Das flDZW-Jahr ist bald zu Ende", so schrieb der „Israelit" in einer, seiner letzten Nummern. Ich glaube, das sollte uns gelten, wir sollen noch rasch nachholen, was wir versäumt haben. Wir haben einmal den jüdischen Bauer im heiligen Lande auf seinen Acker begleitet und gesehen, was er bei seiner,"Arbeit alles zu beachten hatte. Die Ernte ist vorüber, wir begleiten ihn in seine Scheune. Jene nmo in dem Buche \nw> darinnen uns von dem Bau des Heiligtums erzählt wird, trägt den Namen nann- Doch nicht in die Zeit der Wüstenwanderung wollen wir uns zurückdenken, sondern in jene große und schöne Zeit, da unsere Väter auf heiligem Boden den Acker bestellten. Reich beladen fährt der jüdische Bauer den Erntewagen in die Tenne, Nur noch einige Tage und das Feld ist abgeerntet, die Tenne angefüllt bis zum Giebel hinan. Das Getreide wird ausgedroschen und von der Spreu gereinigt.' Die goldenen Weizenkörner liegen in Haufen auf dem Boden der Tenne; er, der Landwirt, möchte gern von der neuen Frucht frisches Brot sich backen, doch er darf noch nicht, der Weizen gehört noch nicht ihm. Erst muß dem pD die nOTl.r> gegeben werden, wie es die Tauroh vorschreibt, dann erst hat der Eigentumer der Tenne das Recht, den Ertrag des Feldes sein eigen zu nennen. Der p3 hat keine Furche und keinen Halm, sein Dienst ist im Heiligtum und auf dem Felde der Tauroh. Und das ganze Volk ist verpflichtet, ihm zu geben, daß er freudigen Herzens die Opfer bringen und freudigen Herzens daa Volk segnen kann. Gerade durch die Trumoh, die der?n3 erhält, erhält das Stückchen Brot und alles, was der Boden gibt, erst seine Weihe. Merkwürdiger Weise hat die ,V7.m für die nö"nr» kein bestimmtes Maß angegeben. Der Landwirt brauchte nur ein Körniein abzugeben, schon hat er seiner Pflicht genügt. Doch das jüdische Herz hat ihn wohl dazu gedrängt, reichlich zu geben. Es muß nicht überall ein Zwang sein. Auch war er nicht gezwungen, an einen bestimmten jro die Trumoh abzuliefern. Ihm stand es frei, dem zu geben, den er für würdig hielt. Der. p3 hatte also seine Rechte, die ihm die Tauroh eingeräumt, aber auch hohe Pflichten, mehr als jeder andere im Volke. Von der Art und Weise, wie er den Dienst im Tempel vorrichtete, hing das Wohl des Volkes und des Einzelnen im Volke ab. Die Söhne Elis, Chofni und Pinchas waren niederträchtige Menschen und kannten — obwohl Priester — G'tt nicht. Sie trieben mit den Opfern allerlei Unfug. Das Haus Elis wurde von G'tt. verworfen, Israel mußte vor seinem Feinde fliehen, Cholni und Pinchas starben an einem Tag, die Lade G'ttes wurde von den Philistäern erobert. IttfNT Von der nJDVW) allein konnten aber die Priester nicht leben. Freilich stand ihnen noch manches andere zu, z. B. einzelne Teile der Opfer. Aber auch das genügte nicht für die Familie eines Priesters. Und für die Leviten mußte auch gesorgt werden, denn der Stamm einschließlich der Priester hatte keinen Grund und Boden bei der Verteilung des Landes erhalten. So war es von der Tauroh bestimmt worden. In »man (18, 20) heißt es: „Und G'tt sprach zuAhron; In ihrem Lande erhältst du kein Erbe, und Anteil wird dir nicht unter ihnen. Ich bin dein Anteil und dein Erbe inmitten der Söhne Israels," Ebenso wiederholt angeordnet, daß die Leviten nicht miterben sollten. So heißt es weiter; „Und den Söhnen Levis aber, siehe, habe ich den Zehnten in Israel als Erbteil gegeben, als Lohn ihres Dienstes im Stiftszeit." Zweimal ist's vermerkt im Buche Josua: „Nur dem Stamm v\b gab er (Josua) kein Erbe, die Feueropfer des Ew, des G'ttes Israel, das ist sein Erbe, wie er es ihnen zugesprochen hat. ' (Achtundvierzig Städte waren den Leviten zugewiesen worden, darinnen sie wohnen sollten.) Hatte also der Landwirt dem Priester die noiin abgesondert, konnte er immer noch nicht den Ernteertrag für sich verwenden, erst mußte er den Zehnten an die Leviten abliefern. Hatte er das getan, konnte er das Getreide, den Most und das Oel für sich verwenden. Und die Leviten mußten nun wieder 1/io an die Priester abliefern, so war es ihnen vorgeschrieben. Uebrigens waren die Priester, die Söhne Ahrons, auch Leviten. An 24 Stellen in der nTin werden sie genannt. So war alles aufs Beste geregelt, wie es vorgeschrieben war. Alle waren sie zufrieden und konnten zufrieden sein. G'tt hatte seinen Segen gegeben, die Gesegneten gaben wieder, wie die Pflicht ihnen geboten. Diesen Zehnten, der an die Leviten abgeliefert wurde, nannte man ]WX1 *\VVB- Er wurde nur von den Hauptprodukten des Landes TttPI p*7 Getreide, Most und Oel abgegeben. Im nB»W-Jahr, ebenso im Va^-Jahr, wurde kein *1E>S7» abgeliefert, da hatte ja jeder ernten dürfen, was von selbst gewachsen war

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