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Der Israelit · 1938-09-08 · Heft 36 (8.9.1938) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 36 (8.9.1938)
Date
1938-09-08
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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8. September 1938" Der Israel i t- Nr. 36 Seite 11 Personalien. Rabbiner Dr. Isak Münz Tel Awiw, 2. Sept. In Tel Awiw, wo er seit fünf Jahren im Kreise seiner Familie lebte, verschied kurz vor Vollendung seines 81. Lebensjahres am Freitag, Erew Rosch-Chodesch Elul, der Rabbiner und Schriftsteller Dr. Isak Münz Vwst Der Entschlafene war der Nachkomme frommer, im Judentum berühmter Männer, deren Ahnenreihe sich über den „Schemen R'okeach", Schach, Remo, Rabbi Juda Minz bis zu Rabbi. Elieser aus Mainz (1370) verfolgen läßt. Dreißig Jahre lang wirkte Dr. Isak Münz als Rabbiner in der Gemeinde Berent bei Danzig. Allgemein bekannt wurde er durch seine schriftstellerischen Arbeiten.. Seine große Maimonides-Biographie, Lin Standardwerk, ist in deutscher und englischer 5prache erschienen und wurde in gekürzter hebräischer Ausgabe anläßlich des Rambam-Jubiläums als Schulprämie in Tel Awiw vielfach verwandt. Von seinen anderen größeren kulturhistorischen Arbeiten;_ien noch erwähnt: „Jüdisches Leben im Mittelr,Ugr", „Jüdische Aarzte im Mittelalter", „Stammtafel des Schemen Rokeach", sowie eine Fülle wissenschaftlicher Artikel in der jüdischen Presse. Der Heimgegangene war der Typus einer vornehmen Gelehrtenpersönlichkeit. Durch seinen edlen Charakter und seine echte Bescheidenheit hatte er sich überall nur Sympathien, Wertschätzung und Beliebtheit erworben. n*aS3n Leipzig, 6. Sept. Das Ableben von Elias H e pn e r hat hier allgemeine Trauer hervorgerufen. Der Heimgegangene, der in jungen Jahren mit seinen Eltern nach Leipzig gekommen war, hat zeitlebens die velugösen Traditionen seiner Famile in hohem Malle gepflegt. Mit großer Verehrung hing er an seinem Vater, mit rührender Liebe ist er bis zu seinem Lehensende Stets Mütter, Gattin und Kindern gegenübergetreten. Im Geschäfts- und Privatleben hat er die religösen Vorschriften hochgehalten und so bei aller Bescheidenheit vorbildlich gewirkt. In» seltenem Maße haben sich bei dem Dahingegangenen Thorawi&sen, Herzensfrömmigkeit, Liebe und Güte zu einer harmonischen Persönlichkeit vereinigt. Um so größer ist der unerwartete Verlust für alle, die ihn kannten. Möge sein S'chus seiner ^-Familie und ganz Israel beistehen. n"32Mn Fürth, i, ßay») 5, Sept. Vor kurzem verschied im Alter von 75 Jahren der Hauptlehrer Benzion E1 - 1 i n g e r in Fürth in Bayern. Mit ihm ist eine Gestalt dahingegangen, die die eine Epoche der Geschichte verkörperte. Er war der unverfälschte Vertreter des „alten Aschkenas", gradlinig in seinem Handeln, eindeutig in seinem Wollen und unbeugsam in der selbstverständlich gewordenen Erfüllung der Mizwaus. Es war ein Leben, das sich ohne äußere Pose dafür mit um so größerer innerer Aktivität auslebte. Benzion Ellinger war der Sohn einesgroßen Talmid Chacham, Reb Josei *Aron Ellinger in Niederstetten (Württbg.), der Sproß einer erlauchten bis auf zurückführenden Ahnenreihe, ein würdiges Glied einer lückenlosen Kette von Talmide Chachomim und Jit-öj sehomajim. Selbst ein Talmid Chacham, war ihm die Thora, die er besaß, niemals eine „Axt des Broterwerbes". Er hat es geradezu ängstlich vermieden, von den Möglichkeiten, die ihm die Anerkennung seiner Werte bei seiner jüdischen Mitwelt hätte geben können, den geringsten Gebrauch zu irgend einem persönlichen Vorteil zu machen. Nur für Thora und Mizwoth setzte er die Wucht seiner Persönlichkeit ein. In anspruchsloser Stille floß sein Leben dahin. Mit Sabbatbeginn ging er in seine Welt ein. In aufrichtiger Klage beteuerten es ihm seine näheren und weiteren Freunde und Kollegen, daß mit ihm einer unserer Besten dahingegangen. rrann Bad Schwalbach, 26. Aug. Die hiesige im Abnehmen begriffene Kehilloh hat leider ein Stück ihrer Geschichte verloren mit dem Abieben des Hauptlehrer Z. S p i e r. Spier war von aufrichtiger G'ftesfurcht und Liebe zur Thora erfüllt und wirkte einschließlich der früheren Wirkungskreise ein halbes Jahrhundert im Berufe als Vorbeter. Ob es galt, am Omud seine Kehilloh zur Kewonoh anzuelfern, mit Kindern und Erwachsenen zu lernen, oder seine Gemeinde, zu betreuen, er warimmer mit gleicher Liebe und Hingabe bei der Sache. Mancher seiner Schüler, heute in der Ferne weilend, denkt noch dankbar des väterlichen Freundes seiner Jugend. Lehrer Spiers unerschütterliche Thoraliebe und Thoratreue war es auch vor Allen zu danken, daß unsere Gemeinde die Traditionen einer gesetzestreuen Kehilloh bis heute bewahrte, und sein Andenken wird für immer zum Segen bleiben. Am Grabe sprachen Herr Rabbiner Dr. Lazarus, Wiesbaden, Lehrer C a p e 11 im Namen des Lehrervereins Hessen-Nassau und Herr R o o s für die Gemeinde. Im Laufe der Schiw'oh entwarf Herr Rabbiner Dr, Ans.bacher,. Wiesbaden, ein lebenstreues Bild des Entschlafenen. ir-znin Vermischtes. Preisausschreiben. Berlin, 4. Sept. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland schreibt uns: Unter Bezugnahme auf das von uns veröffentlichte Preisausschreiben der Reichsvertretung der Juden in Deutschland Abt. Zentralwohlfahrtsstelle für die Jüdische Winterhilfe 1938/39 erinnern wir daran, daß der letzte Termin für die Einsendung der 15. Sept. .1938 ist. Verlangt werden graphische, leichnerische, photographische oder in sonstiger Technik ausgeführte Bildentwürfe, die in Ausführung und Ideengehalt dem Sinn der Jüdischen Winterhilfe Rechnung tragen und sich sowohl auf die allgemeine Werbung als auch auf die Werbnug der verschiedenen Spendenarten (Geldspenden, Eintopfspenden oder Pfundspenden) beziehen, und die zur Veröffentlichung in der jüdischen Presse oder für die Herstellung von Plakaten zum Anschlag in öffentlich-jüdischen Räumen geeignet sind." Berlin, 6. Sept. Von der Religiösen Auswanderer- Betreuung Agudas Jisroel Berlin wird uns geschrieben: Für Columbien wird eine Sei er Thora gesucht. Welche Gemeinde oder Einzelperson ist bereit, der Religiösen Auswanderer - Betreuung Agudas Jisroel Berlin N. 4., Johannisstraße 8 eine solche zur Verfügung zu stellen? Berichtigungen. Im Bericht auf Seite 7 der vorigen Nummer über die Intervention des Präsidenten der Agudas Jisroel Weltorganisation und des Vorsitzenden der Agudas Jisroel in Deutsch-Oesterreich, Herrn Julius Steinfeld, ist irrtümlich statt Steinfeld Schönfeld genannt worden. * Bei den Adressenangaben der verschiedenen Auswanderungsinstanzen im Leitartikel „Zertifikat und Affidavit" in der jüngsten Nummer wurde bei der Nennung des Londoner Instituts die Adresse der Weltorganisation angegeben, jedoch sollten Auswanderungsfragen an folgende Adresse gerichtet werden: Osborn House, 2, Osborn Street, London. E.l. Die Frankfurter Woche. Religiöser Ellulvortrag im Mekor. Chajim. Der erste religiöse Ellulvortrag dieses Jahres findet diesen Sonntag nach Mincho, 6.45 Uhr abends, im Hörsaale Friedbergeranlage statt. Es spricht Herr S. Schachnowitz über „Roschhaschono in schwerer Zeit, Ein Kapitel der Geschichte für die Gegenwart". Gäste, auch Damen, willkommen. Frau Reime Eisemann jyy. Am Montag, den 2. Ellul, wurde Frau Reline Eisemann zur letzten Ruhe unter großer Beteiligung guter Freunde und ßekanter begleitet. Sie, die Tochter des hier unvergeßlichen Seligmann Mosbacher i"'it war eine der echtjüdischen Frauengestalten, die gleich unserer Stammutter Sara im Zelte ihr Betätigungsfeld suchte und fand. Sie gehörte eine lange Reihe von Jahren der hiesigen Frauenkippoh als unermüdlich tätiges und eifriges Mitglied an. Ihre Lücke wird hier besonders schmerzlich empfunden. Den Kindern der Verstorbenen, die zum größten Teil im Ausland wohnen, und den Verwandten möge iffn Trost in ihrem großen Schmerz zuteil werden lassen. n*asin Erholungsheim für israelit. Frauen und Mädchen E.V. Baden-Baden, Sitz Frankfurt a. M. Im Anschluß an eine Vorstandssitzung fand in der vergangenen Woche aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des Erholungsheims in Baden-Baden in den festlich geschmückten- Räumen des Heims eine schlichte Feier statt, bei welcher der Vorsitzende mit warmen Dankesworten all der Männer und Frauen gedachte, die zur Errichtung und Erhaltung* des Heims beigetragen haben und den Wunsch ausdrückte, daß, wie bisher, das Heim noch lange Erholung und Heilung suchenden jüdischen Frauen und Mädchen erhalten bleiben möchte. Es ist beabsichtigt, wenn genügend Anmeldungen vorliegen, das Erholungsheim während des Monats Oktober geöffnet zu halten. Anmeldungen sind zu richten an die Adresse des Heims Baden-Baden, Werderstr. 24. Veranstaltung Im Kulturbund. Unter dem Motto „Stimmen des Tempels" hatte Alfred Auerbach ein geschicktes Programm zusammengestellt. Es bestand aus Orgelvorträgen, Rezitationen und Gesangsstücken. Marti Sonner spielte mit großem Geschick auf der Orgel, u. a. das Orgelkonzert in F-dur von G. F. Händel. Hans Assenheim sang mit seinem gepflegten Bariton, „Höre G'tt mein Flehen" von A. Dvorak und „Stark wie der Tod ist die Liebe" von Mendelssohn. Rudolf Ganz und A. Auerbach rezitierten mit großer Ausdruckskraft Stücke von Perez, Turgenieff und Hoffnung von Alfred Auerbach. Es war ein genußreicher Abend und zeigte sich das Publikum tür . die glänzenden Darbietungen dankbar. A. K. Frankfurter Vereinskaiender. Verein Mekor Chajim. Schabbos morgen nach Schluß der Synagoge: awt Herr Rabbinats-Assessor Dr. E. Posen. — nachm. 4.15 Uhr Im Hörsaal; Chumisch mit Raschi, Herr Julius Lewin. —4.15 Uhr im Vereinslokal: Mikro, Herr Rabb. H. Mayer. Samstag abend eine halbe Stunde vor Nacht im Hörsaale „Schabbos-Schlußlernen". Sonntag nachm. GAS Uhr im Hörsaale Friedbergeranlage Religiöser Ellulvortrag über „Roschhaschono in schwerer Zeit. Ein Geschichtskapilel für die Gegenwart" von S. Schachnowitz (auch für Damen). Sonntag und Mittwoch morgens nach Schul, föw w. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, nrmx pn, Herr Rabb. Dr. Schlesinger. — vorm. 9 Uhr im Vereinslokal, K-vr, Herr J. Soffer. Montag u. Donnerstag nach Schul im Hörsaal: ruwn- Milgliederlernen. — Montag abends 7 Uhr (auch Mittwoch) im Lokal: i]^n) /inna Herr Rabb JJr, J Breuer. Dienstag und Freitag morgens nach Schul, mtz?»' Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag und Donnerstag abends 7 Uhr im Lokal* Gemoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Jahrzeitsstiftungen. Mittwoch. 14. Sept.: Jacob Marburger-Stiftung. Agudas Jisroel-Gruppe Frankfurt a. M. Thora und Mussar. (Alls, Schümm wie üblich.) Liwjath Chen. Sabbat nach Mincho, 5.15 Uhr, Vortrag des Herrn S. Schachnowitz im Hörsaale Friedberger Anlage, „Aus der Gebetswelt des Roschhaschono*'. Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. V. Religiöse Weihestunde Donnerstag, den 15. September, 20.30 Uhr, Lehrsaal der Synagoge Unterlindau 21: „Die Königskrone" des Salomo ibn Gabirol. Zur Einführung in den Geist der hohen Feieftage. Dr. Henry Philipp. Gebetzeiten. kxd "o Freitag abend 6.25 Samstag n»3©n 6.5Ö Samstag -schacharis 8.00 Samstag minchah 1.00 und 5.00 Samstag abend 7.40 Wocheng'ttesdienst: Hauptminjan in der Synagoge 6 30 2. Minjan 7.30. An G'ttesdienst anschließend: Lernen des 0«n Vereins im Hörsaal Nachmittags 6,30 Tefillinlegen am Morgen 5.05 Wochenkalender. Vom 0. - 17. ptembfr 103 8 / Vom 14. - 21. ELI 5698 •>ÖY> ip Samstag 10 14 i' ssn '3 naff Sonntag 11 15 V Montag Sept. 12 16 iö Dienstag 13 17 TO Mittwoch 14 18 P Donnerstag 15 19 rr Freitag 16 .0 t» Kun '3 na? Samstag 17 21 3 nrrVoV pr.^vn Familien-Nachrichten« Geburten: Eine Tochter, Esriel Hildesheimer und Frau Adine geb. Trauis, Jerusalem. — Eine Tochter, Max Ansbacher und Frau Hetty geb. Levy, Paris 18, 137 Rue Lamarck. Barmizwoth: Karl, Sohn dos Herrn Hugo Rosenthal und Frau Lina geb. Schwabacher, Frankfurt a. M., Mauerweg 12, Kian '3 '£3. — Josef, Sohn des Herrn Rabb. Dr. J. Jakoboyits und Frau Paula geb. Wreschner, Berlin SO 36, Hoffmanndamm 59/61, Synagoge Südost Tieischufer 10—16, tran -s- 8 0. Geburtstag: Frau Fanny Rothschild geb. Kugelmann. Zimmersrode, Bez. Kassel (z. Zt. Fulda), 11. September 1938. DAS LICHT DER EWIGKEIT von Rabb. Dr. EHe Münk, in Ansbach broschiert RM. 4.00 Lwbd. RM. 5.00 VERLAG DES ISRAELIT ONO HERMOM 6M3H, Frankfurt a, M. Scfiützenstr. 12 Postsch. 19802 Für die Feiertage rechtzeitig den Anzug oder Mantel tuowia Frankfurt a. M. Hindenburgplatz 12 am Hauptbahnhof.

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