Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1938-09-01 · Heft 35 (1.9.1938) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 35 (1.9.1938)
Date
1938-09-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2446951-2451012-2451046--83932-2541967
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

1, September] J938.. Israelit Nr. 35 Seite 7 Gildeme~esft:erak'tibn7 -Di« ^Ge'inemde scheut {er, um. -ihsen scheidende^ Kindera^deii '" Zukunft jß, ebnen. \j. .„ , Die l^aelitische _ K^^gemeindfe yiirde^jnit $eh; Vorarbeiten;, hiatrefle^nd' die" •cZtlassun^x.on«<sAte''r (ß n zur**ßehandlung jüdisch e^Kranker %etraüt| lu diesem* Z wecke^Wör'die - liif ~ Fra^bogen^ ah " dte11 jüdischen Aerzte ... aus^eschic^ct. M^^^cjlf^chfeauf die b e s c h r ''Ä h z äÄ«l; de^nr Aüssicnt gestellten Zulassungen sollen-' nur-- jene Aerzte" den fragebo^en ausfüllen« , welche in, Wien u bleiben beabsichtigen, bez^^ife nackten öäl&jähr keine Möglichkeit z.u r _A u s r e i vs e h a b.e n. Für Z a h n ä r z f i^lt dtesV'ÄMfön^hicht. Weig^ngen -fürdiese werden noch folgen. Holland. Grabsteinenthüllung zum Gedenken von ht. Nathan Birnbaum "?"XT* . ": i .: ■>■) - > '? < ' : Den Haä-g, 29. August. : Auf dem Begräbnisplatz Wasseiiciar ist am vorletzten Sonntag die Mazewoh zu' Ehren des großen Toten gesetzt worden.1 Rabbiner I., J. van Gelder, Mitglied des Rabbinats der Haager Nederlandsche Israelitiche Gemeente, hielt die Gedenkrede, in der er die Bedeutung Birnbaums zum Ausdruck brachte. — Oberrabbiner S. J. S. Hirsch, Zwölle, Präsident der holländischen Aguda, bezeichnete Birnbaum als einen der Mitgestalter an der Wiedergenesung der Judenheit. Birnbaums Auge sah voraus, daß Berufsänderung und besonders Verländlichung notwendig sei. Der Redner bezeichnete Dr. B. s. A. als eine starke, eindruckweckende Persönlichkeit, die wohl zu den bedeutendsten unserer Zeit zu zählen ist. — Oberrabbiner Dr. A; Altmann (früher Trier), hob hervor, daß Birnbaum kraft seiner überragenden Größe, in allen Lagern der Judenheit Verehrer warb, die durch die Glut seines Herzens angezogen wurden. Namens der Kinder sprach Herr Menachem Birnbaum, der gelobte, im Geiste des Vaters allezeit für die Jüdischkeit sich einsetzen zu wollen.- Tschechoslovakei, Taufpsychose in der Tschechoslovakei» Prag, 29. August. Wie aus dem „Anzeiger der Prager Israelitischen Gemeinde" hervorgeht, sind im ersten Halbjahr 1938 in Prag 227 (1937: 122), in Brünn 74 (38), Mährisch- Ostrau 31 (29 im ganzen Jahr 1937), in der kleinen Gemeinde Banska Bystrica in den let2ten Wochen 11 Personen aus dem Judentum ausgetreten. Wie ver-r lautet, stellen die angeführten Ziffern die Personen dar, die zu einem andern Glauben übergetreten sind. Auswanderung nach Paraguay. P r a g , 23. August. Etwa 1000 hier weilende Juden planen eine Auswanderung nach Paraguay, dessen Regierung Kolonisten freies Land anbietet. Man beabsichtigt, ein Schuf zu mieten, das die Gesellschaft nach Südamerika bringen soll. Man ist jetzt mit der Erlangung der Durchgangs-Visa von verschiedenen amerikanischen Ländern beschäftigt und verhandelt mit den Behörden um die Erlaubnis, landwirtschaftliche Maschinen und Ausrüstung mitnehmen zu können. Polen. Ausschreitungen und ihr gerichtliches Nachspiel, ■ ■ i W a r s c h a u , 26. August.;-■ Im"März" ds.!Js. war es in M a i s e g o 1 a zu Ausschreitungen gegen Juden gekommen. Vor dem Bezirksgericht in Wilna wurden jetzt 15 .Teilnehmer .an diesen Ausschreitungen schuldig , befunden und zu Gefängnisstrafen von sechs Moraten . bis zu zwei «Jahren verurteilt. Elf Angeklagte wurden freigesprochen. Die Schadensersatzforderung der Juden wurde abgewiesen. Deputation beim Innenminister. -; ,, Wa.rs ch.au, .23. August.' Die Weigerung vieler Kphsular Behörden,..die*'Gul- , tigkeit von "Pässen ihrer in Polen lebenden Untertanen zu erneuern, ibedroht mehrere} hundert Juden mit dem Verluste ihres legalen..Status und auch der Mittel zu ihrem Lebensurterhalt. "Eine. Deputation von hervorragenden iAnwälten: hat in dieser Angelegenheit dem Minister i des Innern ein Memorandum überreicht, in. dem verlangt wird, den Betroffenen das Asylrecht zu:' gewähren. Der Minister erwiderte, dem ständen'formelle Schwierigkeiten, im Wege, da Asylrecht nur von. den .Gcf u v,e,r n,e ur e n unmittelbar FlüchtKrigeb, fidie "über die ,Grenze . kommen, gewährt werden ikönnev.o; y r , . ■ . Schwierigkeit für; A^entinienreisende^ ■f^ - zi. W a gs;ch a u 26. August. Seit Monaten legt das argentinische Kon- .'•$u-la't in Wärsctaari Juden/ die nach Argentinien iä|usjvander.n' wallen, weit .über die gesetzlichen j^or- ^chfiften . hinaus, die größten Schwierigkeiten inj den We^. . So befinden sich zur Zeit in Warschau und Umgegend mehrere hundert jüdische11 Famiilen,irdie bereits alle .- Formalitäten .«für die Ausreise erledigt haHen und trotzdem, obwohl sie yon Verwandten angefordert sind, «nicht ausreisen können. Alle Bemühungen .der- Emigrati.onsgesellschalten, .ihnenvt die Ausrede zu. ermöglichen, waren bis jetzt vergeb.ens. Finnland, Finnland versperrt die Tore. Riga, 30. August. Die hiesigen Zeitungen berichten Einzelheiten über die "Tragödie von 55 jüdischen Flüchtlingen, denen die Landung in Finnland verweigert wurde. .; Es spielten sich auf dem Dampfer „Ariadne" herzzerreißende Szenen ab. Ein verbreitetes Gerücht,' daß ihnen gestattet sein würde, in T allin (Estland) an Land zu gehen, bestätigte sich leider nicht. Die'! Behörden wären geneigt gewesen, die Wanderer;. äufzunehmen, wurden aber durch die öffentliche Meinung daran verhindert. England. Der Präsident der Agudas Jisroel im Kolonienministerium.;' London, 29, August. Angesichts der immer schärfer sich zuspitzenden jüdischen Lage wurde der Präsident der Agudas Jisroel-Weltorganisation, Jacob Rosenheim, in Begleitung des Vorsitzenden des agudistischen Emigrantenbüros in Wien, Herrn Sehönfeld, vom Kolonienminister in Audienz empfangen, bei welcher ' Gelggerheit das ganze Problem der jüdischen Auswanderung, insbesondere die Einwanderung nach Erez Israel und eine mögliche Einwanderung nach den britischen Kolonien zur Besprechung kam. Die Zahl der Juden in England. L o n d o n , 29. August, Die;Zahl der Juden in England wird in einer von Sidney S a I o m o n im Auftrag des Jewish Board of Deputies herausgegebenen Arbeit mit rurd 3 30 0 00 Seelen angegeben, was nicht ganz 0,7 Proz. der Bevölkerung Englands ausmacht. In London leben 183.000 Juden (2,8 Proz. der Gesamtbevölkeruhg), in Manchester 37.000 (6,3 Proz.), in Leeds 30.000 (6,3 Proz.). In fast jeder Stadt Englands gibt es Juden. In den britischen Ueberseegebieten wohnen 300,000 Jüden, davon in Karada 170.000 (in Toronto 47,000, in Montreal 45.000), in Südsafrika einschließlich Rhodesien -70.000, in Australien^und Neuseeland 23.000. Salomcm^ erörtert auch den Anteil der Juden Englands am wirtschaftlicher?Cu'mi kulturellen Leben des Landes und stellt fest, daß es unter den Direktorer der Bank von England keinen einzigen Juden gibt, unter den 150 Direktoren der fünf großen englischen Bankhäuser bloß (drei. Was das politische Leben betrifft, so zählt mäh im Unterhaus 20 jüdische Abgeordnete, neun bei' den Konservativen, fünf bei den Liberalen und sechs bei der Arbeiterpartei. Von den 20 Kabinettsmiristern ist Höre B e 1 i s h a Jude. Außerdem ist Sir Philip Sassoon als Minister für öffentliche Arbeiten Mitglied der englischen Regierung. i Aus dem revisionistischen Lager ■ j L o n d o n , 29. August. Die beiden bekannten Mitglieder des Präsidiums ,der Neuen Zionistischen Organisation, Prof. Akzin und Dr. :Schw a r t-z m ä r. ri sind aus dem Präsidium der Partei, ausgetreten. Die Ursache liegt in Meinungsverschiedenheiten über den Wiederanschluß der Revisionisten an die zionistische Weltorganisation. Irak. Eine Bombe in Bagdad. . ' . ' ' Jerusalem, 28. AugT' ' „Habokef11' meldet aus B a g d a d , daß auf den jüdischen jjüub „Hara Kadüri" im Zentrum der Stacjt eine Bombe abgeworfen wurde, die einen Jungein von 12 Jahren an den Füßen, verletzte und ein anderes,.,Kind leicht verwundete,; Eine große Versammlung, die sich zu der Zeit gerade im Klub befand, konnte sich noch rechtzeitig in [Sicherheit'bringen. Nach, der Untersuchung führen die Spuren zu arabischen ,Emigranten.(aus Palästina. Wie die Zeitung weiter als KurioSUin bemerkt, ist der Generalsekretär des - Klubs,;Ädv,oka.t S a ul,, ein Assirhilant reinsten Wassers, der gegen Erez Israel und für/die Assiniilierung der Juden an' die Araberheftig agitiert. 'n; Aus der ■ ihu Agudas Jisroel-Bewcgün^ni Ferienlager den französischen agudistischen Jugend. Der orthodoxe Jügendbund »'.Jeschurtni" in Straß-1 btt*g,.,s.eil eiaer.Rfeihe von Jsahien dp£ agudistischen Organisation :> angegliedert, veranstaltete, in. diesem Sommer ein Mädchen-' und £in Jungehferienlager, an denen außer Mitgliedern dieses Bundes eine : Reihe junger Menschen aus der französischen Proving teilnahmen. Nachdem, in der zweiten Julihälfte da* Mädchehlager unter der kundigen XeHtih'g vön: Frä\r R q t h s( c h i 1 ä - W r e s c h n e r ' (Zürich) stättgefuiK den hatte, begann am 8. August. das Jungenlager - in Luttenbach" bei Munster, einem reizend gelegenen Ort in den höhen Vogesen. Mustergültig von Jacques Cohn (Straßburg) vorbereitet, vereinigte das Lager während zwei Wochen unter Leitung von Marc Breuer (Paris)) und mit Assistenz des bewährten Straßburger Lehrers S. Spei er etwa 20 junger "Ägüdisten, zum größten Teil aus' Straßburg; Mülhausen; Colmar und Dijon stammend. , In Arbeitsgestaltung und Aufbau nach dem Muster der bewährten Esra-Ferienheime geleitet, bot das Lager seinen Teilnehmern Gelegenheit, "sich nicht nur in gesunder und stählender Umgebung zu erholen, sondern auch, und dies in erster Linie, sollte "Sinn .•.nd Bestimmung des Lagers sein, den jüdischen Menschen zu ertüchtigen und der gewohnten Ausübung der jüdischen Pflichten reineren und echteren'Charakter zu geben. Lernen, Heimabende und selbständiges Schaffen der jüdischen Atmosphäre gaben dem Lager seinenspezifischen Tön. Sport und Spiel, Dienstleistungen und gemeinsame Arbeit soften zur Kameradschaftlichkeit und Unterordnung unter einen gemeinsamen Willen erziehen, und sehr bald bot das Lager das Bild einer kleinen, aber innerlich einheitlich abgestimmten jüdischen Gemeinschaft, die dem einzelnen ein bestimmtes Gepräge verlieh. ,,Jeschurun" ist im Begriff, durch regelmäßig im Winter stattfindende Führerkurse und ein klar umrissenes Erziehungsprogramm, zu dessen wichtigsten Faktoren diese Ferienlager gehören, einen Nachwuchs heranzubilden, der zu den besten Hoffnungen des französischen thoratreuen Judentums zählen wird. Verkehr mit den Agudabüros in USA. Das Agudas Jisroel Immigration Department, New York, sieht sich nicht mehr in der Lage, Zuschriften direkt zu bearbeiten und bittet daher alle für es oder ihre Leiter bestimmten Schreiben nur über die „Religiöse Auswanderer-Betreuung" Agudas Jisroel, Berlin N 4, Johannisstr. 8, zu senden. Sämtlichen Anfragen ist ein internationaler Rückschein beizulegen. Personalien; Berlin, 29. Aug. Im Anschluß an p"3V veranstaltete die Israelitische Synagogengemeinde A d a ß Jisroel jn ihrer Synagoge Siegmundshof 11 einen Hesped auf ihren früheren Gemeindevoritzenden Dr Emil Hirsch Rabbiner Dr. H. Klein wußte in lebendiger Weise durch Ausdeutung agadischer Schriftstellen den Lebensgang und die Charakterzüge des Heimgegangenen vor Augen zu führen. In bewegten Worten gedachte der Redner dann des Heimgangs von Rabbiner Grünberg ^"st (Besoiner Raw). Mit ihm sei eine Kapazität der praktischen ns-°in'. die er jahrelang in Gemeinschaft mit dem Besdin der Adaß Jisroel in Berlin betätigte, dahingegangen. Mit dem "^»K-Gebet für die beiden Verewigten schloß die ernste Weihestunde. Rhina, 30. Aug. Am 1. September tritt Herr Lehrer und Vorbeter Siegfried O p p ,e n h e i m in den Ruhestand. Es war ein Tag tiefer Ergriffenheit, als Lehrer Oppenheim in der Synagoge der Gemeinde offiziell sein Scheiden aus dem Amt bekanntgab. —' Es trat in dieser Stunde allen nochmals in voller Stärke ins Bewußtsein, 'was er seiner Kehilloh in zwanzigjähriger Wirksamkeit geleistet hat. Er hat hier, wie auch in seinen früheren' Wirkungsorten die Fahne der Emunoh mit fester Hand hoch gehalten, Taurohwi'ssen bei Erwachsenen und Jugendlichen verbreitet, den Kindern eine gediegene Volksschulbildung und echtjüdische Grundanschauungen fürs Leben mitgegeben. Besonders tief aber ist in aller Herzen das Gefühl der Dankbarkeit eingegraben, dadurch, daß er durch klugen Rat und bis zur Selbstaufopferung gehende Hingabe allen Gemeindemitgli'!- jdern unterschiedslos zur Seite, stand. Mit rastloser Energie bannte er die mannigfachsten Notstände und fand.immer, wieder neue Wege, um die ' Jugend der Berufsausbildung zuzuführen Und Auswanderungsmöglichkeiten zu eröffnen. In diesem Teil seiner Tätigkeit, der weit! über , :den Kreis seines jetzigen Wirkungsortes hinausdrang, möge er mit G'ttes Hilfe auch weiterhin Erfolgreiches leisten, ' Wüstensachsen, 1. Sept. Lehrer Berthöld K at z ist, da die hiesige Schule durch ihre geringe 'Schülerzahl nicht mehr zu halten war, von der Regierung -> an die Schule seines Heimatortes Rhina versetzt worden. Er .hat während dreier Jahre in Pflichttreue: seines Amtes als Vorbeter und Lehrer gewaltet und es begleiten ihn die besten Wünsche der Gemeinde. '

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.