Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 79 (1938)
- Issue
- Heft 35 (1.9.1938)
- Date
- 1938-09-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2451012-2451046--83931-2541966- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite ■.6;;;M& 3S*~l~ I_s r-a e Ii t 1. September ot938 wußte Jeder, um waa('.'.e& ging. Rabbi Chajim, der größte C h a r i f seiner Zeit, liebte nicht den Pilpul'-än' sich, '*£äf 'Arabeike, er wir ifim t i e i f e 5 ,§ c jiiü r f 0:n;,b;i-s#s *d.en 1 e&z t^en T i er fen, und H i-jsta ilf s,t e i g e n., b,i s zur. Z i n n e. Fundament und'Zinne hielten^den Bau. „Das ist der Ps^atl "'so pflegt^;E^bi Cha'- jim die stundenlange hftiachische.j.Xfeiiandlung abzuschließßn.;;.j: . >,! Und dann geübte 'man oft, mah^.habe die Sache, immer schon so gesehen, ja;man konnte sie gar nie anders gesehen haben ... < Es kommt immer darauf an, lehrte Rabbi Chajim, den zentralen Punkt einer Sugja zu erfassen, von dem aus sich die Strahlen nach den entlegensten dunkelsten Winkeln ergießen. Ein Zuviel, von außen hergetragen, stört die Einheit und verschüttet die Tiefe.1 So lehnte er eine gewisse Art von ungesundem Pilpul ab, Nach Wahrheit forschen, das 'ist alles. Was vom naK ablenkt, ist Spiel und oft je geistreicher um so gefährlicher. Und darin sah: man RaKb'i GhajimV?lfJilsprühglichkeit,2Jseine Anlehnung *än die Rischonim. '' •' u - - "> in»* al n >• Er hatte Gegner, 'die dieser Methode nicht huldigtet. Er ließ sicij..,mit ihnen nie in j Diskussionen ein. Er ging seinen Weg und wies^ihn ih;. zwölfjähriger . Leh&trbeit, in^unzähligep. ~rrQ12?ri und in iseinem von den Jüngeren herausgegebenen vfof&^n ») vwvn. -ixr ,*<■ , Gerade diese Aufzeichnungen machen Ar* und Methode Rabbi Chajims ganz deutliche Sie befassen sich mit Streitfällen'»zwischen Rambam und „Rawad". Er macht nicht, — wie es beliebte Art Anderer ist. —, den Versuch, den Rambam in Schutz zu nehmen. Rambam bedarf unserer .Vereidigung nicht. Hat man aber die Abhandlung bis zu Ende durchgearbeitet, wird -es einem ganz klar, daß Rambam gar nicht anders lehren konnte, wollte er sich nicht untreu werden; wie auf der änderen Seite Rawad von seinem Gesichtspunkte aus dagegen protestieren mußte. (Schluß folgt.) Wenn man auswandern will. Der Weg nach USA. Der Weg nach USa. ist nicht leicht, Haben die Vereinigten Staaten schon in früheren Zei ten die Auswanderung sehr genau beobachtet und geregelt und jedem Auswandererland eine bestimmte Quote 2Ugeteilt, so ist die Einwari derüngsmöglichkeit jetzt noch mehr verschärft worden. Die Basis der Einwanderung bildet das „Affidavit". Man muß von irgend einem amerikanischen Staatsbürger in das Land eingeladen werden, wobei der Einladende eine bestimmte, nicht unbedeutende Garantie für den Einwanderer übernehmen muß. Ist das Affidavit, die Garantieerklärung, in Ordnung befunden worden, dann erteilt das zuständige Konsulat das notwendige Einreisevisum, wenn — die Auswanderungsquote des betreffenden Heimatlandes nicht schon ausgenützt ist. Diese Einschränkung, dieses „wenn" ist von sehr wesentlicher Bedeutung. Es besteht nämlich, wie bekannt, die Norm, die Auswanderer nicht nach ihrer augenblicklichen Staatszugehörigkeit, sondern nach ihrem Geburtsort aufzuteilen. Wenn nun die Quote des betreffenden Landes voll ausgenützt erscheint, dann wird das Affidavit zur Kenntnis genommen, das Visum aber erst dann erteilt, wenn die Quote des bezüglichen Landes wieder offen ist, was unter Umständen sehr lange dauern kann. Uebrigens muß daran festgehalten werden, daß die Geltungsdauer eines Affidavits nur 10 bis höchstens 12 M on a t e beträgt, so daß es im Augenblick vielleicht gar nicht zweckmäßig ist, sich Affidavits kommen zu lassen, weil sie bis zu dem Zeitpunkt, in welchem ein Visum erteilt werden kann, ihre Geltung wieder verloren haben und erneuert werden müßten, was mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist. Die gegenwärtig zusammengelegte Quote für Oesterreich und Deutschi an d beläuft sich auf ungefähr 27.400 pro Jahr. Das Wiener Konsulat der USA. erteilt nun 10 Prozent der Jahresquote pro Monat an Visen, Zusammen also rund 27Q0 Visa pro! Monat, Daraus ergibt sich, daß jene, die rst jetzt ihre Äffidavits einreichen, mit deren Erledigung vielleicht < eirst. in einem Jahr rechnen können. Jedes Affidavit wird in die normale Einwänderungsquote des betreffenden Landes eingerechnet. Wer ein Affidavit erhält, hat die bestimmte Aussicht, zur Einwanderung nach USA. zugelassen zu werden dagegen kann ohne ein solches, eine Auswanderung nicht erfolgen,,".auch wenn die Quote hoch nicht erschöpft ist. Nun gibt es besonders in Oesterreich welche;; die in einem Ort eines der Nachfolgestaaten geboren sind. So beläuft sich die Auswandererquote für Polen auf 6524, doch ist diese so weit vorbeansprucht, daß Neuanmeldungen erst nach' mehreren Jahren berücksichtigt werden können, Die Quote der Tschechoslovakei beträgt 2800, ein Visum dürfte jedoch erst nach 8 bis 12 Monaten vom Zeitpunkt der Einreichung ab gerechnet erhältlich sein. Sehr schlecht sind die Aussichten für die in Ungarn geborenen. Die Quote von 869 ist für mindestens 10 Jahre vorbelegt. Auch für Jugoslavien mit einer Quote von 800 muß ebenso wie für Rumänien mit einer Quote von 377 mit einer Wartezeit von mehreren Jahren gerechnet werden. Das einzige Land, dessen Quote von 5800 noch offen ist, ist Italien, Das Quotenjahr läuft vom 1. Juli jeden Jahres, so daß also die in Deutschland und Oesterreich geborenen und hier zuständigen Staatsangehörigen inimerhin eine etwas freundlichere Aussicht h.aB'ln, (^iener J. R.) ' um ■ * . * . ■ •: f*V .. * " 10 ■ S Das „Agijdas Jisroel Immigration Department New York" bittet uns um Veröffentlichung riächfolgerder Mitteilung: Aus gegebener Veranlassung weisen wir darauf hin, daß in den folgenden Fällen die Möglichkeit besteht, Personen außerhalb der Quote nach USA. anzufordern, und zwar: aj Kinder ihren .Vater, soweit er über 50 Jahre alt ist. b) Kinder ihre Mutter in jedem Alter. c) Enkelkinder ihre Großeltern. d) Eltern ihren Sohn, soweit,er unter 18 Jahren ist. e) Eltern ihre Tochter in1 jedem Alter, soweit sie unverheiratet oder verwitwet ist. .;. f) Großeltern ihre Enkelkinder, soweit sie unter- 18 Jahren sind. Ir allen diesen Fällen ist von dem Anforderer ein Antrag auf Formular 575 nach Washington Immigration Department, Department of Labor einzureichen. Sobald die Bestätigung aus .Washington bei dem Antragsteller eingelaufen ist, ist von ihm ein Affidavit, aus dem sich sein Einkommen ergibt, mit der Bestätigungskarte an den amerikanischen Konsul, beji welchem die anzufordernde Persor zuständig ist, einzusenden. Diese Anträge werden von den amerikanischen Konsulen bevorzugt erledigt' und können sqwohl von amerikanischen Bürgern, als auch von Personen, die bereits „First Papers" in Händgn'; haben,: gestellt werden. -((Jeder Einwandrer kaöfl sofort nach seiner Einwanderung die1 „First Paper" beantragen und er (erhält diese in der Regel etwa 4^6 Jochen nach Stellung des 'Antrages'.)' , Deutsches Reick,, , ^epräsentahtensit^ung/; >Wo ••/•>'-ß er^knf 20;-August, •'35^ iäo •Nach einigen persönlichen Bemerkungen informierte der Vorsitzende des . Gemeindevorstandes, Direktor Stahl, die Gemeindevertretung über die Maßnahmen, die: von der , Gemeinde hinsichtlich der Zulassung j ü di g c h er. A e rjz t es zur Betreuung der jüdischen Bevölkerung vom 1. Öktotfer an getroffen worden sind. Der (Redner hob hervor, daß die zuständigen Behörden entgegenkommendes. .Verständnis zeigten, und daß die Hoffnung bestünde, ' daß . eine hinreichende Anzahl jüdischer Aerzte auch weiter die Erlaubnis zur Behandlung jüdischer Patienten erhalten würde. Das jüdische K r a n k e n h a u s und die Kliniken werden in ihrer Funktion ungeschmälert bleiben, auch dürfe man annehmen, daß besonders hervorra-r gende jüdische Aerzte als Konsilarien weiter tätig sein könnten. Amtsgerichtsrat a, D. Michaelis referiert über den Entwurf für eine Sat zu ngder jüdischen Gemeinde zu Berlin. Der vorige Ent-. wurf sei durchberaten worden und im Ausschuß mit einigen Abänderungen zur Annahme gelangt. Der Ausschuß habe eingehend und sorgfältig gearbeitet, er beantrage nunmehr in seiner Eigenschaft als Referent die Annahme der Vorlage. Zu der Frage der Schiedsgerichtsordnung nimmt vom Vorstandstische Rechtsanwalt Wolf f das Wort, der den Text der Bestimmungen verliest, mit denen sich die Versammlung einverstanden erklärt. In der Abstimmung wird die neue Satzung für die jüdische Gemeinde zu Berlin e. V. einstimmig angenommen. Dr. Exiner begründet eine Anfrage, die sich auf die Notlage der jüdischen Sportvereine in Berlin bezieht. Dr Exiner hebt'hervor, daß bei allem Verständnis für andere wichtige Aufgaben der Gemeinde der Sport nicht vernachlässigt werden dürfe. Die Ertüchtigung der Jugend sei eine vordringliche Aufgabe, der Genüge getan werden müsse. Die Aktivierung der körperlichen Kräfte sei eine wichtige Voraussetzung für die Auswanderung nach Palästina und nach anderen Ländern, Unter den gegenwärtigen Verhältnissen sei die Jugend allein nicht mehr in der Lage, die Beiträge für die Aufrechterhaltung der sportlichen Institutionen aufzubringen, Herr Direktor Stahl bittet zu bedenken, wie. intensiv die Gemeinde in den letzten Jahren den jüdischen Sport gefördert habe. Im diesjährigen Etat seien etwa 50.000.— RM. für den Sport bereits ausgegeben. Der Gemeindevorstand wolle die behandelten Fragen gern einer nochmaligen Prüfung unterziehen, um das Bestmögliche für die Erhaltung des jüdischen Sports zu tun. Am Schlüsse der Sitzung verabschiedet sich Herr Marcus von der Repräsentantenversammlung und vom Gemeindevorstand sowie von den Angestellten der Gemeinde. Mitteilungen der Kultusgememde. :" ■-' Wien, 29; August. :. Die" '; 'A u s w a n d e r u n g s a b t e i 1 u n g der K u 1 t u s g e m e i n-d-e : teilt mit: In der Zeit ,y;om 14 bis 19.! Augusts 1938 wurden 637 . Personen von der Auswanderuhgsabteilung der Israelitischen Kultüsgememde abgef ertigt. Insgesamt . , wurde, bisher ^6480 Personen zur Auswanderung verholten. ■- . In der Schweiz wurden besonders .strenge Maßnahmen gegen nicht genehmigte Einreiseyersuche getroffen, die schon äußerlich in einer militärischen Besetzung und Ueberwachung der Gteaze zum Ausdruck kommen. Es wird daher neuerlich vor jedem derartigen Versuche entschiedenst gewarnt. ] In den ' fetzten Tagen wurde von der Auswanderuhgsabteilu'ng, - der Israelitischen'' - Kultusgemeinde Wien die endgültige Auswahl der für einen Cor 1 u m bi e n t r aii s p o r t1 bestimmten (insgesamt 4501 Personen ' in Angriff ' genommen und : in<( »unurterbrochenef ' Tag- und Nachtarbeit durchgeführt. In erster Linie Wurden Bauhandw erk,er und; 'Metallarbeiter 'berücksichtigt, von denen;err. wartet' Werden kann, daß sie der' Wirtschaft ihrer neuen Heimat'; äußerst; wertvolle ' Dienste leisten werden. Der Transport ' soll von einem: Vertraußnsmanr :Tder Israelitischen Kultusgememde .Wien ,>ger' legtet werden.!Aüch -für ärztlichen Bßisf&nd wähn! rend der Reise wird vorgesorgfc Die Abfertigung des Transportes erfolgt -mit Unterstützung der