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Der Israelit · 1938-08-11 · Heft 32 (11.8.1938) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
79 (1938)
Issue
Heft 32 (11.8.1938)
Date
1938-08-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 32 Der I s r a el Lt.. II Augusi 1938 in den Aemtern der Kultusgemeinde unentgeltlich zu haben. Es wird dringend gebeten, das Ersuchen der Kultusgemeinde, jede Ausreise der Auswanderungsabteilung mitzuteilen, zu verbreiten. Aufgelöste Stiftungen. '■)'■ Wien,, 8.. Aug. , Die Wiener „Jüdische Rundschau" berichtet: Mit Bescheid des Ministeriums für innere und kulturelle Angelegenheiten in Wien vom 1. Juli 1938 wurde die „Baronin Hirsch-Kaiser-Jubiläums - Wohltätigkeits - Stiftung", Wien I, Spiegelgasse 21, aufgelöst. Mit dem Bescheide des gleichen Ministeriums vom 5. Juli 1938 wurde die „Carl und Rosalia Goldschmidt'sche Stiftung", Wien I, Schottenring 25, aufgelöst. Tschechoslovakei. Flüchtlingslager in der Tschechoslovakei. Frag, 2. Aug. Die tschechoslovakische Regierung eröffnete in Svatoboritz ein besonderes Lager zur Aufnahme von Flüchtlingen, die ein sonstiges Unterkommen in der Tschechoslovakei nicht finden können. Lettland. Die Einreise in Lettland. Riga, 7. Aug. Ueber die Einreisemöglichkeit nach Lettland wird mitgeteilt: Für polnische, ungarische, jugöslävisehe und rumänische Staatsbürger besteht Visum-Zwang; Eine Aufenthaltsbewilligung wird normalerweise für 30 Tage erteilt. Die "Einreise ist vom Ministerium des Inneren in Riga auf Grund einer Anforderung durch Verwandte oder auf Grund einer Garantieerklärung lettischer Staatsbürger zu erhalten. In diesem Falle wird das Wiener General-Konsulat vom Innenministerium beauftragt, einen Grenzpassierschein auszustellen. Ausländern ist der Ankauf von Immobilien in Lettland verboten. Industriegründungen sind nur mit besonderer Bewilligung der Handels- und Gewerbekammer in Riga möglich. Dieselbe Bewilligung ist auch für jede kaufmännische Tätigkeit unerläßlich, In Lettland bestehen zwei Hachscharahpunkte für ausländische Chaluzim. ^Frankreich. Sorgen der Juden in Tunesien. Paris, 3. Aug. Aus dem italienischen Tunis wird berichtet, daß die neueste Entwicklung unter den Juden Tunesiens tiefste Depression hervorgerufen hat. Die Juden in Tunesien sW Abkömmlinge altangesehener Familien und üben meist Intelligenzberufe aus. Veranlaßt durch Übertriebene Gerüchte, wandten sie sich an den italienischen Generalresidenten mit der Frage, ob es wahr ist, daß sie als Juden die Bürgerschaft verlieren werden und ihre Position werden aufgeben müssen. Der Resident gab eine beruhigende Erklärung ab. - England, Jüdische Polizei in Palästina. London, 5. Aug. Im Unterhaus erklärte der Kolonialminister auf eine Anfrage, daß zur Zeit in der regulären Polizeimacht Palästina 758 britische Juden dienten. Außerdem gibt es 3040 jüdische sogenannte überzählige Polizisten, und dazu noch eine Reserve-Abteilung von 2400 Mann. - Italien. Der Ausschluß ausländischer jüdischer Studenten. '■' Mailand, 5. Aug.- „Europapreß" schreibt unter dem Ä'i August: Der Ausschluß ausländischer jüdische^ Schüler und Studenten von italienischen :Scnuleh 'und Hochschulen wird vom „Popolo d'Italia" mit der Notwendigkeit des Schutzes der. Rasse1 begründet, nachdem Tausende von jüdischen Flüchtlingen nach Italien gekommen seien; Diese Flüchtlinge, die nur -über geringe Mittel Verfügten; suchten sich mitder Unterstützung ihrer Glaubensgenossen dauernd in Italien niederzulassen und hätten bereits italienische Angestellte und Arbeiter von ihren Posten verdrängt. Diese Schutzmaßnahme sei daher notwendig, da die jüdischen Flüchtlinge außerdem eine Rassenmentalität und einef Lebensauffassung verträten,: die mit der faschistischen Auffassung in Widerspruch stehe. Die erste Nummer einer für Anfang August angekündigten Fachzeitschrift, für■<' Rasööfräg'en „Die Verteidigung der Rasse" erschien am Samstag. Die Leitung der neuen Zeitschrift hat Telesiq . I n t e r? 1 a n d i, der Direktor des (römischen Mittagsbjattes „Tevere", übernommen.' :• : ■■ ... Brasilien v > Verbot der Zionistischen Organisation! 1 >• . in Brasilien.,; ' "i< Rio de Janeiro, 5>,^ug. , Durch eine Verordnung der Regierung wurden, nach „United Preß", alle zionistischen Organisationen im ganzen Staatsgebiet für aufgelöst erklärt. Die Maßnahme wird vom Innenministerium begründet mit dem Artikel 1 der :$fatzung des Internationalen Zionistenbundes, in dem gesagt ist, das „Hauptziel des Zionistenbundes ist die Zusamt menarbeit aller . Organisationen\ zur Schaffung von Heimstätten für die Juden in Palästina". In diesem Artikel wirdeine Verletzung de.s. vor kurzem be schlossenen Gesetzes gesehen, nach dem jede Tätig: keit politischer Gruppen, die Vom Ausland her geleitet werden, verboten ist. Die Zionisten haben versucht, der Auflösung dadurch zu entgehen, daß sie die brasilianische Sektion des* Internationalen Zionistenbundes umtauften in „Brasilianischer Zionistenbund". Die Polizei ist jedoch trotzdem angewiesen worden, die Verordnung durchzuführen. Personalien. Rabbiner Dukesz 70 Jahre alt. . Altona, 8. August. Am Freitag, den 15. Aw, begeht Herr Rabbiner Eduard Dukesz seinen 70. Geburtstag. Seine Freunde und Verehrer, zu denen wohl alle Gemeindemitglieder von Altona und Hamburg und Unzählige in der Welt gehören, begehen diesen Tag mit den innigsten Wünschen für den verdienten Rabbi, der in 45jährigef Tätigkeit an der Altonaer Klaus und in 30jähriger Wirksamkeit im Altonaer Oberrabbinat zu einem Grundpfeiler des jüdischen Lebens der Gemeinde geworden ist. Ein hervorragender aan "Pö^n, der großen Meistern des vorigen Jahrhunderts zu Füßen gesessen hat, sah Rabbi Dukesz in Altona nur ein Ziel vor Augen: zu lernen und zu' lehren, Wissen der Thora zu verbreiten und zu vertiefen, G'ttesfurcht zu wekkefl, überall wo ein Funken in jüdischen Herzen seines Amtsbereiches noch vorhanden war, diesen zur Flamme anzufachen. Ohne Uebertreibung kann man sagen, daß dieser priesterliche .Friedensfürst -keine Feinde und Gegner, nur. Freunde und Ver- •ehrer hat. Nicht weil,;ef etwanachgiebig irm: Freundschaft geworben hätte,sondern weil' er stets die Form., fand, seine Lehren^ und Ideen äh' den Mann zu bringen^ ''weil; #eia:äil£-m!, wa^! er' tat öd-fer verhinderte,, eine gewisse menschliche/ Wärme ' mit-; sprach, die keiner überhören konnte. "'''•' ' ' -'' Ueber Altonas', Mauern' tiiühtä wirM-aber -Herr Rabbiher Dukesz als rabbinischer Schriftsteller;' als- ■Historiker von grundlegender Bedeutung.' Seihe' beu kannten und vielverbreiteten Werke zwmb m« . und i*7iR ">»an , hebräisch und -deutsch, sind eine liebevolle Sammlung von Denksteinen für die. Rabbiner,-' •Dajanim und sonst hervorragenden Mänrifer. der drei Gemeinden Altona, Hamburg und Wandsbek. Mjit[ diesen Aufzeichnüngen hat Dukesz unermeßlich wertvolle Hausteine nicht kUein für: den! Lokalhistpriker -und Cnröpisten der Dreigemeindeh, solidem für diäe jüdische Zeitgeschichte 'schlechthin geliefert- Daß. Werden und die Geschicke der drei Gemeinden eröffnen sich uns in 'di'e's'e'n Biographien und : ,,BilpUographi,en in. einer Klarheit und "Deutlichkeit, die uns manches. Rätsel der Vergangenheit klären. Wer nennen 'zum 'E*empel nur die Gestalten' aus;;der ,Zelt,!' die hoch 'durch1 [)Hiej.Nachwehefi"• 'der.' Säfctoatäi*1 :Zw^B.eweg,ung dürchzitie?t!; Waren, wie VKprn' ro»* *>8?S tprnaKV'R. ^akob'-'-Emäeiri ünd R. Jonathan' Eibetis;clnitz.'Wa|§ uns Dukesziiber diese Epochen ündr'ihre ' Manschen zu sagen , hat, -wird immer und: immer wie-; ö!er .von dqn Fachgelehrten als Material für weitere ' Geschichtsfeildurig gebraucht werden.1'1' Innerhalb der Gemeinde Altona wird aber an diesem Tage der verdiente Lehrer und nicht zuletzt, der Mensch Dukesz gefeiert werden. Und der Gemeinde gesellen sich im Geiste unzählige Schüler -imv-Auslande. an, -die ihrenwjüdischen Charakter dem. Jubilar verdanken. Erlitt''" auch des öft&en den. ,ylsraelit" als Rahmen zucHVerbreitung sSrfför Forschungsergebnisse': auf litei;jirischem Gebietjjjbemitzt. So^ schließen-j a%eh wir uns mit unserem :herzlichen. Glückwünschen für unseren verehrten Mitarbeiter an. Möge ihm ein heiterer Lebensabend in rüstiger Gesundheit ermöglichen, noch lange von seinem. Geiste weiten Kreisen zu( spenden, seine Gemeinde zu belehren und zu betreuen ünd: die Mfioratreue jüdische Wissenschaft zu bereichern, mv rinen rijb iy Dr. Emil Hirsch V"2T» Berlin, 8> August. Das Entsetzen über die harte Botschaft ist yßr? wunden, die lähmend schwere Woche endete mit dem Neunten des Aw, aus der Niedere hat Jisroel sich erhoben, dem'Schabbos der,-Tröstung entgegen; es ist an der Zeit, ein Wort zu wagen des Dankes, an die Seele Dr, Emil H i r s c h s , der Besänftigung für die Vielen, die schmerzerfüllt an ihn . denken,, um ihnJ trauern. ■< Was ist es, das Emil Hirschs Größe ausmacht, was; zeichnet ihn aus von Myriaden seiner Zeitgenossen? Antworten Hegen vor von erstaunlicher Mannigfaltigkeit in Briefen, die vom Erdenrund in diesenleidvolleö' Tagen eingetroffen sind. Großindustrielle rühmen den vornehmen Verhandlungspartner, der die unbestechliche Rechtlichkeit mit feiner Milde und gewinnenden Formen gepaart zu handhaben pflegte. Die Umsicht,' den Weitblick, die Klugheit und Erfahrung, die unbedingte Vertrauenswürdigkeit in Wort und Brief, die ganze Hoheit .eines königlichen Kaufmanns heben Berufsfreunde als , seine geschäftlichen Tugenden hervor. Von ungewöhnlich großer Pünktlichkeit und Genauigkeit weiß der weite Kreis seiner Bekannten zu erzählen-, wie ihm nichts zu gering erschien, das an ihn herantrat, wie er für alles ein offenes Ohr hatte, jede Zuschrift auf den Tag? gewissenhaft beantwortete, Großes und Kleines gleich aufmerksam aufnahm, bereitwillig, .gütig, taktvoll; wie er Zeit hatte, wann immer es galt zu raten und zu helfen (ach, wie vielen war er überdies ständiger Helfer und ist es geblieben, dank weiser Vorausschau und Vorsorge über seine hieniedige Zeit hinaus!). Immer Zeit hatte er, oWöhl, nein weil sein tägliches Arbeitspensum fast unübersehbar groß war. Höret von den Mitgliedern der Gemeindeverwaltung, der er vorstand, von ihren Rabbinen, von den orthodoxen Organisationen über das Ausmaß" seines Schaffens, über die unverbrüchliche Festigkeit, die Klarheit seines von Taurohgeist, von emunas chachomim erfüllten K'lal-Willens. Lasset seine Lehrer, seine Lerngenossen aussagen, wie konzentriert Und gründlich, wie scharf und freudig dieser vielbeanspruchte Kaufmann gelernt hat; und die Wände seines' Hauses könnten bezeugen: um fünf Uhr am Morgen war Emil Hirsch Zeit seines Lebens auf,' um zu lernen bis zum Frühg'ttesdienstr ganz so wie an jedem Spätabend bis zum Schlafengehen. Seine Umgebung aber in den Bethäusern beim Mofgengebet, seine Umgebung im Büro beim Nachmittags- und Abendgebet wissen vom Blick auf ihn, was ijun t'fillo ist. Rachamim w'sachanunim, jedes Wort genau geformt, betont und bedacht, in Abgekehrtheit vom Tagesgetriebe, in Abgeklärtheit des Sinnens und Empfindens, so stand Emil Hirsch vor seinem Schöpfer1 dreimal Tag für Tag; . Sproß war er des Levitenstammes, Sohn 'eines Adelsgeschlechtes, ' das den Stammbaum nicht nur verzeichnet,- sondern gelebt hat, das tauro ug'dullo von' altersh'er in Schönheit und erlesenem Geschmack, in Hingebung und Freude an allumfassend üdischer Pflichterfüllung - einte.- und in prachtvoller :Lebensführung'darstellte, zu Hause-und rin den Weltteifen.&jDier* Jreüe zti: dieser' Tradition tieilt mit Emil Hirsch :dre •arw'J' )nm - die übef alles geliebte -Frau, clie-, geltter' 'i'us'leyitischeift: Geschlecht,-! eine Eli$chewa ist {ap' 'AäpI' und' Frömmigkeit/nan :Liebe und ,Güte, dienur 'ihrem Maririe lebte und nun seinem Andenke? leben wird. ■■■■ SA . ' ,ü ,r, "■ .WaövDrl^Emils- '(so nannte!;.ihm. ralle! Welt) jGroß« au Wächte?'-Einige Einzelzüge sollten ein ungefähres Bild veranschaulichen.' Weilte er noch a/uf Erden, es wäre ganz unmöglich, auch nur eine dieser Eigenschaften zu künden. Denn mit derselben Festigkeit, in .der er zu G'ttes Lehre und .Gesetz stand, mit derselben Festigkeit verstand er es, jede Anerkennung, jeden -Ruhm1,-'jede,-Würdigung seiner Verdienste abzuwehren, im < Keime schon zu verhindern. Kam es indessen: als :seJtene Ausnahme durch Ueberi(timpe.- lüng :;züfieine'r. HülÖigurig. dann;wies-uer?sie ruhig und bestimmt zurück.' -Das * DozenUnkollegittm de%; Rab-. binerseminar^ erteilte'ihm die» Matfcett'tt-Würde, und Emil Hirsch schrieb 'einem- :Gratulant,en; die Majurenuyerleihung neHrife ichnicht anr ich, iV.erzichte auf ein maäbiiich', das mir nicht paßt, wejj: \es;viel zu wf^f!fülj mitili'" is"t< ' .[ühd etsit bei seinem Heimgang konnte da's^ RälVbiriät dör Adaiß- Jisroeljudiesesmal ym', gehin'de;rt,; die Jg^iche Absicht •..verwiiikliQhen. — .Wir;k,r: liches aTtiwus,'; Selbstentäiißerting fbift-tzur gänzHcheft Verständnislösigkeit; für deri> Reiz einer Ehruijg, af®. w&r -ä^s ■ Ginnte '>iö'.>i)r.-^Em1*ijHirs.chs-^harak^rf da* setzt!seinW;Größe' die völlendende>jKrotte at^fj- V v*3K ins in»» V» \x> miaTi

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